Obschon Saul der erste König Israels war – mit ihm begann ein neues Kapitel in der Geschichte Israels – stand seine Herrschaft unter keinem guten Stern. Das lag wohl auch an Saul selbst, der sich reichlich ungeschickt benahm. Trotzdem wurde Saul zunächst von Samuel, dem letzten Richter, gesalbt. Doch schon bald beging Saul zwei verhängnisvolle Fehler.
Zuerst brachte Saul voreilig anstelle des berechtigten Samuel ein Brandopfer dar. Als Samuel davon erfuhr, sagte er Saul nur eine kurze Herrschaft voraus. Nach dem zweiten Vorfall – Saul führte den Kriegsbann an den Amalekitern nicht vollständig durch – erklärte Samuel die Herrschaft Sauls durch den Herrn für beendet.
Kurz darauf salbte Samuel David in Bethlehem und der „Geist des Herrn wich von Saul“. Ein böser Geist begann den König zu quälen. Saul erfuhr von David, ließ ihn holen und machte ihn zu seinem Waffenträger. Zudem ließ er sich von David auf der Zitter vorspielen. Doch schon bald schlug Sauls anfängliche Zuneigung in Hass und wohl auch in Eifersucht um. Er versucht sogar, David mit einem Speerwurf zu töten.
Nun endgültig verlassen sucht Saul sein Heil in einer Schlacht gegen die Philister. Zuvor lässt er die Totenbeschwörerin von Eon den Geist des inzwischen verstorbenen Samuels rufen. Doch der sagt den baldigen Tod Sauls und seiner beiden Söhne voraus.
Tatsächlich erschlagen die Philister die Söhne. Saul stürzt sich daraufhin in sein Schwert.
In der Kunst ist besonders die Szene beliebt, in der Saul sich von David etwas vorspielen lässt, um seine Depressionen („ein böser Geist ist über ihn gekommen“) zu lindern. Auch die Szenen mit dem Speerwurf und der Beschwörerin von Endor kommen vor, sowie die Schlacht gegen die Philister und der Selbstmord Sauls.
Vor allem das Barock fand Gefallen am Thema, aber auch ältere und jüngere Darstellungen sind bekannt.
Quelle: 1.Samuel 8-15: Samuel und Saul; 16-31: Saul und David; 2 Samuel; 1 und 2 Könige; Septuaginta; Vulgata



