Magdeburger Dom
10. Juli 2007Der Dom zu Magdeburg war die erste Kirche in Deutschland, die mehr oder weniger vollständig dem französischen Kathedral-Schema folgte. Also: Basilika mit drei Schiffen. Die Seitenschiffe verlängern sich in den Chorumgang (hier weicht Magdeburg zwar nicht ab, aber das Prinzip doch auf). Am Chorumgang befinden sich Chorumgangskapellen. Es gibt ein Querhaus in Richtung Osten bzw. Chor und im Westen sogar eine Doppelturmfassade.
Doch der Dom zu Magdeburg ist auch eine der ältesten gotischen Bauwerke in Deutschland überhaupt. Baubeginn für die untere Etage des Chorumganges war wohl 1209. Der Baufortschritt ging - wie üblich - von Osten nach Westen.
An den Gewölben des Querhauses kann man sehr schön sehen, dass das Nordquerhaus früher gewölbt wurde als das Südquerhaus. Das Nordquerhaus verfügt nämlich über ein sechsteiliges Kreuzrippengewölbe, welches im Verlauf der Gotik etwas aus der Mode kam und dem eigentlich ursprünglicheren vierteiligen weichen musste.
Das Mittelschiffsgewölbe zeigt auch eine Besonderheit: hier kommen auf eine Arkadenöffnung zwei Joche. Die Gewölbejoche sind damit breit, aber schmal. Wenn man unten in der Kirche steht und längs des Mittelschiffs schaut, wird der Blick - und somit die Architektur - “beschleunigt”. Diese Doppeljoche lassen die Kirche also beabsichtigt dynamischer wirken. Die Gewölbe der Seitenschiffe haben hingegen eine interessante Fünfteilung.
Die beiden Türme im Westen stehen auf starken Fundamenten. Sie wurden kurz nach 1500 (cirka 1520) abgeschlossen. Zwischen den Türmen steht ein Turmzwischenbau, der keine so starken Fundamente braucht, da er sich an die Türe lehnt. Unten im Turmzwischenbau befindet sich eine große Turmhalle, die durch ein mächtiges, gestuftes Portal zu erreichen ist.
Die Pfeiler des Langschiffes (und des Chores) zeigen einen rautenförmigen Grundriss. Es handelt sich also um hochgotische Bündelpfeiler.
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