Die Stirn geboten: David und Goliath

15. Juli 2007

David und Goliath, Caravaggio, 1599Die Geschichte spielt noch zu Lebzeiten Sauls, des ersten Königs von Israel. Saul führte Krieg gegen die Philister und beide Heerlager standen sich gegenüber. 40 Tage lang trat nun der Vorkämpfer der Philister, ein gewisser Goliath, jeden tag aus dem eigenen Heerlager heraus und forderte höhnisch einen Israeliten zum Zweikampf heraus. Dem Gewinner würde die Knechtschaft aller seiner Gegner winken. Goliath ist dabei nicht nur hünenhaft, sondern auch schwer bewaffnet. Er trägt einen Helm, einen Schuppenpanzer, Beinschienen und ein Schwert.

David war zu der Zeit noch ein Hirte. Seine Aufgabe war es, seinen Brüdern, die im Heerlager der Israeliten waren, Proviant zu bringen. Dort sah David, dass die Israeliten Angst hatten, vor den Philistern im Allgemeinen und vor Goliath im Speziellen. Daraufhin erklärt sich David bereit, gegen Goliath zu kämpfen. Die ihm von Saul angebotene Rüstung lehnt er als hinderlich ab. Stattdessen packt David seine Schleuder und fünf Steine ein und tritt Goliath gegenüber.

David, Michelangelo, 1501 - 1504 (Foto: Rico Heil)Während Goliath noch sein Schwert schwingt, schleudert David mit seiner Schleuder einen Stein gen Goliath. Der Stein trifft den Philister mitten auf der Stirn, woraufhin der geschlagen umfällt. David nimmt das Schwert des gefallenen Gegners und enthauptet ihn.

Die Philister, die das alles mit ansehen mussten, ergreifen die Flucht, werden aber von den Israeliten verfolgt und ausgeplündert.

David nimmt den Kopf des Goliath, zieht mit seiner Trophäe nach Jerusalem und wird dort von singenden und tanzenden Frauen aus ganz Israel gefeiert. Saul aber wird eifersüchtig und glaubt, dass David es nun auch auf seine Krone abgesehen hat.

Keine Episode aus den Legenden um David ist in der Kunst häufiger dargestellt worden. Das Christentum sah in der Geschichte insbesondere ein Vorbild für den Sieg Christi über den Satan, oder die Überlegenheit der Märtyrer über ihre Peiniger. In der Renaissance gewann die Erzählung noch eine offensichtliche Note hinzu: von nun an war auch die Befreiung von der Tyrannenherrschaft eine wichtige Aussage in den künstlerischen Darstellungen.

David wird mal als Hirtenjunge, mal als Hirtenjüngling dargestellt. Insgesamt handelt es sich bei der Geschichte natürlich um eine in der Geschichte der Menschheit so beliebte Heldensaga.

Quelle: 1 Samuel 17-19

Bildnachweis: 1 - 2

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