Thronfolge sichern mit allen Mitteln: David und Batseba

19. Juli 2007

Batseba mit dem Brief König Davids, Willem Drost, 1633Das Volk Israels führt mal wieder Krieg, diesmal unter Joab gegen die Ammoniter, doch König David ist nicht mit dabei. Er ist in Jerusalem geblieben. Eines Abends sieht David von seinem Palast aus eine Frau, die badet. Die Frau ist nicht nur jung, sondern auch schön, aber leider verheiratet. Es ist Batseba, deren Mann der Hetiter Urija ist. Urija nimmt am Feldzug gegen die Ammoniter teil. Die Gunst der Stunde nutzend, lässt David Batseba zu sich kommen und schläft mit ihr.

Batseba wird natürlich sofort schwanger. Daraufhin lässt David Urija nach Jerusalem kommen und befiehlt ihm augenblicklich mit seiner Frau zu schlafen. So würde das Kind Davids zu Urijas rechtmäßigem Kind werden. Doch die Gesetze Israels schreiben den Männern während des Krieges sexuelle Enthaltsamkeit vor und Urija weigert sich.

Bathseba mit König Davids Brief, Rembrandt van Rijn, 1654

David gibt Urija, der wieder in den Krieg muss, einen Brief an Joab mit, indem er Joab auffordert Urija an die vorderste Front zu stellen und so für seinen Tod zu sorgen. Joab folgt dem Befehl und meldet alsbald Vollzug. Die junge Witwe Batseba beginnt mit der Totenklage für ihren Mann. Nach der verpflichtenden Trauerzeit nimmt sie David zur Frau.

Batseba, Karl Pavlovich Briullov, 1832Batseba wird die Mutter Salomos sein und somit des Thronfolgers Davids. Die biblische Erzählung ordnet die Ereignisse also in einen größeren Zusammenhang ein, der die ansonsten moralisch etwas zwiespältige Geschichte überlagert.

In Darstellung der Wurzel Jesse taucht Batseba so manchmal als Mutter Salomos aus und gilt als ein Vorbild für Maria, die Mutter Jesu. Ab der Renaissance verschiebt sich der Schwerpunkt der künstlerischen Darstellungen ein wenig zu der Badeszene, bietet die Erzählung dem Künstler doch die religiös korrekte Möglichkeit, eine weiblichen Akt auf die Leinwand zu bringen. Oft wird Batseba mit einem Brief dargestellt, indem David sie auffordert, zu ihm zu kommen.

Quelle: 2. Samuel 11-12


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