Monatsarchiv für August 2007

Entsetzliches Leid: Ijob / Hiob

Freitag, den 31. August 2007

Hiob wird von seiner Frau verhöhnt, Georges de la Tour, 1632-35Warum muss der Mensch leiden, sogar der gute? Mit dieser die Menschheit seit ehedem umtreibende Frage beschäftigt sich das Buch Hiob im Alten Testament. Der hier Leid tragende ist der in den folgenden Jahr- tausenden sprich- wörtlich gewordene Hiob. Er lebte im Lande Uz, war reich, recht- schaffend und gottesfürchtig. Doch der Satan glaubte Hiob sein Gutsein nicht. Würde Hiob all sein Hab und Gut verlieren, würde er auch die Gottesfurcht verlieren. Satan bittet also Gott, Hiob prüfen zu dürfen. Und Gott gibt Satan freie Hand.

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Noch eine starke Frauengestalt: Ester

Donnerstag, den 30. August 2007

Ester geht zu Artaxerxes, John Everett Millais, 1865Die Geschichte spielt zu der Zeit, als das persische Großreich Israel beherrschte und große Teile des Volkes nach Persien verschleppt hatte. Zu den Verschleppten gehörte auch Mordechai, der von den Persern nach Susa gezwungen wurde und eine Nichte namens Ester (hebräisch Hadessa genannt) hatte. Ester war jung und schön. Als Esters Eltern gestorben waren, ging sie zu ihrem Onkel nach Susa.

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Kopflos in Betulia: Judit

Dienstag, den 28. August 2007

Judit enthauptet Holofernes, Caravaggio, um 1598

Das Alte Testament ist reich an großen Frauengestalten. Eine der bekanntesten wird in der Kunst zumeist mit einem abgeschlagenen Kopf dargestellt: Judit, was da heißt: die Jüdin. Judit ist im Alten Testament ein eigenes Buch gewidmet.

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Einflüsse aus Böhmen, Italien und den Niederlanden: deutsche Malerei der Spätgotik

Freitag, den 24. August 2007

Stefan Lochner, Altar der Kölner Stadtpatrone (um 1440)

Erst spät in der Spätgotik entwickelte sich die Malerei. Waren in Deutschland durch die Wand auflösende Bauweise der Gotik die Wände für Wandmalereien weitestgehend weggefallen und wurden vor allem durch die Glasmalerei ersetzt, kam die Tafelmalerei hingegen erst spät auf. Trotzdem gelang in der Spätgotik endlich die Überwindung des Zackenstils, der so lange die stilistische Grenze zwischen Romanik und Gotik beherrscht hatte. Dabei ging auch die Malerei vom Initiationspunkt Prag und seiner höfischen Kultur aus. Der Zackenstil wurde hier vor allem durch die Übernahme italienischer, vor allem sienesischer Bildmotive, überwunden. Die Künstler begannen ihre Figuren in einem Bildraum anzuordnen, auch wenn der noch flach und ohne Perspektive war. Gemäß den Vorbildern aus Italien der Giotto-Zeit verwendeten die Künstler Farben die leuchtend waren.

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Bedeutende Holzschnitzerei: Bildhauerkunst der deutschen Spätgotik

Donnerstag, den 23. August 2007

Hochaltar in der Klosterkirche Blaubeuren (1493-94), Michael Erhart (Foto: Andreas Praefcke)

Durch die Liturgieveränderungen auf dem Tridentinischen Konzil im 13. Jahrhundert, war es nun möglich geworden, auf den hinteren Rand der Altäre größere Aufbauten zu stellen. Die Altarretabel war geboren. Der älteste in Deutschland erhaltene Altar stammt aus der Zeit um 1300 und steht in der Klosterkirche in Bad Doberan. Um 1350 entstand der Altar der Kirche in Marienstatt im Westerwald. Beide Altäre zeigen geschnitzte Figuren in Miniaturarchitekturen. Dieser grundsätzliche Aufbau eines Altarretabels sollte sich in allen spätgotischen Schnitzaltären kaum noch verändern.

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Drastisch, aber auch still: das Andachtsbild in der deutschen Spätgotik

Mittwoch, den 22. August 2007

Pieta, Rogier van der Weiden, 2. Drittel 15. Jahrhundert

Die Pest hatte die mittelalterliche Gesellschafte in ihren Grundfesten erschüttert. Jeder Mensch sah unzählige andere Menschen aus seinem engsten Umkreis an der Seuche sterben und musste sich oft gefragt haben, warum gerade er die Krankheit überlebt hatte. Doch auch schon vor der Pest hatte der Mystizismus eine wachsende Rolle gespielt. Große katholische Mystiker, wie Hildegard von Bingen (gest. 1179), Mechthild von Magdeburg (gest. 1280) und Meister Eckart (gest. 1327) bereiteten den Boden für eine im persönlich empfundene Frömmigkeit. Werke wie das Buch von der Nachfolge Christi von Thomas von Kempen (1380-1471) gehörten zu den meistgelesenen Schriften ihrer Zeit. Sie beförderten durch ihren Einfluss die Laienbewegung und die private Andacht.

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Hallen statt Basiliken: Architektur der Spätgotik

Dienstag, den 21. August 2007

Hallenkirche in Schwäbisch-Gmünd, Heinrich Parler, Netzgewölbe und Blick in den Chor (Foto: Beckstedt)Eine der folgenschwersten Entscheidungen für die Kunst war sicher Karls Entschluss, die Familie der Parler zu fördern und zu sich nach Prag zu holen. Die Parler brachten gleich mehrere bedeutende Architekten und Bildhauer hervor, deren Werke für die folgende Zeit stilprägend wurden. Am folgenreichsten war sich die Neuerfindung der Hallenkirche durch den ältesten bekannten Parler: Heinrich Parler (nachweisbar um 1330 bis 1371). Er erbaute ab 1351 den Chor des Heiligkreuzmünster in Schwäbisch Gmünd. Zwar gab es Hallenkirchen schon vor 1551, jedoch gelang es Heinrich Parler in Schwäbisch Gmünd, den Kapellenumgangschor der französischen Kathedralgotik so elegant auf das Prinzip Hallenkirche um zusetzten, dass er Vorbild für viele Nachfolgebauten bis um 1500 in Deutschland wurde. Elegant wirkt des Parlers Hallenchor vor allem, weil er die beiden östlichsten Säulen aus der Flucht der anderen Säulen herausgelöst und enger zusammengestellt hat. Dadurch wirkt die Kirche nach Osten schon durch die Säulen abgeschlossen und nicht erst an einer Wand.

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Ein kleiner Sonderweg: deutsche Spätgotik

Montag, den 20. August 2007

Kaiser Karl IV., Wandmalerei aus dem Rathaus zu Köln, um 1360/70Allgemein wird der Beginn der deutsche Spätgotik mit einem Trend und einem Ereignis in Verbindung gebracht. Der Trend zeichnete sich schon im ausgehenden 13. Jahrhundert allmählich ab und sollte sich im 14. Jahrhundert weiter verstärken. Die Städte wuchsen und gleichzeitig schrumpften die Feudalherren in ihrer Macht und mit ihnen das gesamte Feudalsystem.

Die norddeutschen Städte erstarkten zusammen mit der Hanse, einem Wirtschaftsverbund aufstrebender Städte rund um die Ostsee. In der Mitte und im Süden des Reiches gewannen die freien Reichsstädte an Einfluss. Gleichzeitig mit der Macht des Feudalsystems schwand auch die Macht des obersten Feudalherren, des römischen Kaisers. Während sich in Frankreich vor allem in Burgund und um Paris eine höfische Kultur und eine höfische Kunst entwickeln konnte, ging im „Herbst des Mittelalters“ in Deutschland ein Großteil der Entwicklung von den Städten aus.

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Königlich: Westminster Abbey in London

Dienstag, den 14. August 2007

Westminster Abbey, Westfront (Foto: Nico-dk)Es gibt wenige Kirchen auf dieser Welt, die bekannter sind. Dem ent- sprechend gibt es auch wenige Kirchen, die öfter besucht werden. Westminster Abbey ist sicher einer der bekanntesten und meistbesuchten Kirchen der Welt. Ihrer Berühmtheit entspricht ihre Bedeutung. Seit 1066 sind in der Abteikirche von Westminster mit zwei Ausnahmen alle englischen Könige gekrönt worden. Über mehrere Jahrhunderte, bis 1760, fanden die englischen Könige in der Kirche auch ihr Grab.

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Erzengel inkognito: Tobias und der Engel

Samstag, den 11. August 2007

Eine junge Frau im Bett (Sara erwartet Tobias), Rembrandt, um 1645

Tobit hat einen Sohn: Tobias. Eines Tages schickt Tobit Tobias zu seinem Vetter nach Rages in Medien, wo Tobit Geld hinterlegt hat. Doch Tobias kennt den Weg nicht. Ein unbekannter junger Mann aber bietet sich als Reisebegleiter an und Tobit verspricht ihm eine Honorar.

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