Entsetzliches Leid: Ijob / Hiob

Hiob wird von seiner Frau verhöhnt, Georges de la Tour, 1632-35Warum muss der Mensch leiden, sogar der gute? Mit dieser die Menschheit seit ehedem umtreibende Frage beschäftigt sich das Buch Hiob im Alten Testament. Der hier Leid tragende ist der in den folgenden Jahr- tausenden sprich- wörtlich gewordene Hiob. Er lebte im Lande Uz, war reich, recht- schaffend und gottesfürchtig. Doch der Satan glaubte Hiob sein Gutsein nicht. Würde Hiob all sein Hab und Gut verlieren, würde er auch die Gottesfurcht verlieren. Satan bittet also Gott, Hiob prüfen zu dürfen. Und Gott gibt Satan freie Hand.

Daraufhin bricht über den armen Hiob ein Unglück nach dem anderen herein. Sein Vieh wird geraubt, die Knechte erschlagen, sein Haus stürzt ein und erschlägt alle seine Töchter und Söhne. Dann schlägt Satan Hiob selbst: der Gebeutelte bekommt ein bösartiges Geschwür am ganzen Körper, woraufhin Hiob sich in Asche setzt und mit einer Glasscherbe die Haut schabt.

Schließlich fordert Hiobs Frau ihn auf, Gott zu lästern und dann endlich zu sterben. Drei Freunde kommen und bleiben sieben Tage und sieben Nächte bei Hiob. In einer langen Rede erklären sie Hiob, dass seine Leiden Bestrafung für seine begangenen Sünden sind.

Am Ende erbarmt sich Gott dem Gepeinigten und wendet dessen Geschick. Er hat zwar keine Kinder mehr, aber sein Vermögen wird sogar doppelt so groß wie vor den Prüfungen.

In der biblischen Erzählung wird das Leid als etwas geschildert, was nicht erklärt werden kann. Die Frage nach Zweck und Ursache sind also für den Menschen nicht zu beantworten.

Satan schüttet die Plagen über Hiob aus, William Blake, 1826-27

Das Thema wird schon in der frühchristlichen Kunst aufgegriffen. In oder an Gräbern finden sich Darstellungen des Hiob zusammen mit Noach und Daniel. Alle drei biblischen Gestalten haben in Verfolgung und Bedrängnis trotzdem auf Gott vertraut. Hiob steht darüber hinaus für die Duldsamkeit im Leiden und die nie verlöschende Hoffnung.

Darüberhinaus finden sich Darstellungen der Geschichte in der gesamten christlichen Kunst, wobei sehr oft der in der Asche sitzende Hiob gezeigt wird.

Sein Leid wird auch als Vorbild für die Verspottung Christi während der Passion gedeutet.

Quelle: Ijob (Hiob in der Bibelübersetzung des Martin Luther)

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