Monatsarchiv für September 2007

Der Mensch: Matthäus der Evangelist

Sonntag, den 30. September 2007

Matthäus der Evanglist, Guido Reni, 1630-1640Mit dem Evangelium des Matthäus beginnt das Neue Testament und das Evangelium beginnt mit einer recht langen Auflistung des Stammbaumes Christi. Das Matthäus- Evangelium ist nicht nur das erste, sondern auch das längste Evangelium. Da es aber das Markus- Evangelium als Quelle benutzt, kann es nicht auch noch das älteste sein.

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Ein Wesen mit vier Gesichtern: Die vier Evangelisten

Sonntag, den 30. September 2007

Die vier Evangelisten-Symbole, Book of Kells, 8. Jahrhundert n.Chr.Das griechische Wort ευαγγελιoν, Evangelium, bedeutet soviel wie Gute Nachricht oder Frohe Botschaft. In der Frühzeit des Christentums wurden alle als Evangelisten bezeichnet, die die frohe Botschaft verkündeten. Im Laufe der Zeit beschränkte man die Verwendung des Begriffes Evangelium auf Texte, die sich mit dem Leben, der Lehre, dem Tod und der Auferstehung Christi befassen. Deren Verfasser werden Evangelisten genannt. Die frühe Kirche wählte aus einer ganzen Reihe von Evangelien vier aus, die sie als maßgeblich oder kanonisch bezeichnete. Es waren die bekannten Evangelien des Matthäus, Markus, Lukas und Johannes.

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Vorbild für unzählige Kirchen: Il Gesù in Rom

Samstag, den 29. September 2007

Il Gesù, Fassade (Foto: Alessio Damato)

In einem Wohnhaus in unmittelbarer Nachbarschaft einer kleinen Kirche war am 31. Juli 1556 der (Mit-)Gründer des Jesuitenordens, Ignatius von Loyola, gestorben. Der Orden, der 1534 nach langwierigen Auseinandersetzungen mit der römischen Kurie gegründet und päpstliche anerkannt worden war, brauchte als Grablege für seine Gründer und für seinen römischen Hauptsitz eine Kirche. Dazu erstand der Orden die kleine dem hl. Andreas geweihte Kirche neben dem Sterbehaus des Loyola, ließ sie abreißen und eine neue bauen.

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Im Neuen Testament unbekannt: Anna und Joachim

Samstag, den 29. September 2007

Das Treffen an der Goldenen Pforte, Capella degli Scrovegni, Giotto, 1304-06

Viele Gestalten, die heute wie selbstverständlich zum Kanon des Neuen Testaments gerechnet werden, tauchen im Text gar nicht auf. Auch die Eltern der Maria, Joachim und Anna, werden nicht im Neuen Testament erwähnt, was erstaunlich ist, wenn man bedenkt wie umfangreich die Annen-Verehrung im Spätmittelalter wurde. Zwar finden sich im Evangelium des Lukas Erzählung zur Kindheit Mariens, aber nichts zu den Eltern. Spätestens mit der aufkeimenden Marienverehrung des Mittelalters entstanden Geschichten um Anna und Joachim.

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Stifterfigur mit drei Buchstaben: Naumburger Dom

Samstag, den 29. September 2007

Naumburger Dom, Blick von Südosten mit Ostchor und Dreikönigskapelle (Foto: Nectophorus)

Wenige Kirchen werden so sehr mit einem Künstler verbunden wie der Dom in Naumburg. Dabei ist von dem betreffenden Künstler so gut wie nichts bekannt. Wir kennen seine Lebensdaten nicht, wir wissen nicht, wo er geboren wurde und wo er starb. Wir kennen nicht sein Grab und nicht einmal seinen Namen. Obwohl er nicht nur in Naumburg gewirkt hat und dem Künstler auch noch andere Kunstwerke zugeschrieben werden, so hat er seine Hauptwerke doch in der Stadt im südlichen Sachsen-Anhalt geschaffen, nach der er nur der Naumburger Meister genannt wird.

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Erfindungsort des Maßwerks: Kathedrale von Reims

Freitag, den 21. September 2007

Kathedrale von Reims, Westfassade (Foto: Yann Grossel)Der Beschuss dauerte vier Tage. Dann war die deutsche Artillerie mit ihrem Zerstörungswerk zufrieden. Das Dach war vernichtet und viele der mittelalterlichen Skulpturen verloren. Ziel des Bombardements im Ersten Weltkrieg war es, die Franzosen zu demütigen und angeblich, die Zerstörung des Doms zu Speyer im Jahre 1689 durch die Truppen Ludwig XIV. zu vergelten. Erst 1938 konnte die Kathedrale zu Reims wieder in Gebrauch genommen werden. Zum Ziel der Aggression wurde die Kirche auch in Folge ihrer Bedeutung als Krönungsort der französischen Könige.

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Silberbergbau und Goldene Pforte: Dom zu Freiberg

Dienstag, den 18. September 2007

Dom zu Freiberg, Golden Pforte (Foto: Andreas Praefke)

Bodenschätze können eine Region reich machen. Sind die Lagerstätten allerdings abgebaut, kann es mit den Landstreichen allerdings auch wieder bergab gehen. Im 12. Jahrhundert ging es mit der Gegend um das heutige Freiberg in Sachsen erst mal bergauf, denn hier wurden Silbervorkommen entdeckt. Unter Markgraf Otto von Meißen (reg. 1156-1190) begann man zwischen 1156 und 1162 planmäßig Siedlungen anzulegen. Das Silber zog zahlreiche Menschen ins Land und 1170 verkündete der Markgraf die Bergfreiheit. Jeder, der nach Silber graben wollte, konnte das auf eigene Rechnung tun. Die Erträge aus dem Bergbau sollten eine wichtige Stütze für das Herrscherhaus der Wettiner werden.

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Oft Importware: Skultpur und Malerei des Manierismus in Deutschland

Freitag, den 14. September 2007

Augustus und die Sibylle von Tibur, Antoine Caron, um 1580 (Zur Abwechslung: Manierismus aus Frankreich)

Genau wie in der Architektur, wo das antike Modell im antiklassischen Sinn erweitert wurden, wird auch in der figürlichen Kunst der Naturalismus der Renaissance übersteigert. Ziel ist es tatsächlich, die Natur, also das Natürliche, zu überwinden. Mit dem Geschaffenen soll nicht einfach das Existierende abgebildet werden, sondern das Schöpfungsprinzip oder einfach das Göttliche gezeigt werden.

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Von natürlich zu übernatürlich: deutscher Manierismus

Donnerstag, den 13. September 2007

Das jüngste Gericht, Jacob de Backer, um 1580 (ein niederländisches Beispiel)Früher als Spätphase der Renaissance betrachtet, wird der Manierismus – egal ob der italienische oder der deutsche – heute als eigene Kunstform betrachtet. Das hat seine Ursache vor allem an der zwischen beiden Epochen geänderten Geisteshaltung. Während in der Renaissance die Rückbesinnung auf die Antike und ein mit beträchtlicher Individualisierung einhergehender Humanismus als Ideale angestrebt wurden, stand im Manierismus ganz die Gegenreformation im Mittelpunkt, also eine Art nach vorne gewandter Rückbesinnung. Betont wurde nicht mehr die Natur und das Natürliche im Menschen, sondern das Übernatürliche und das Göttliche in Allem.

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Knorpelig: Architektur des deutschen Manierismus

Mittwoch, den 12. September 2007

Portalwappen des Achtermannschen Hauses in Braunschweig, mit Rollwerk, Beschlagwerk, Ohrenwerk und bestimmt auch Knorpelwerk, 1626-1630 (Foto: Brunswyk)In der Architektur verfolgte der Manierismus zwei Trends. Vor allem im Süden kam der italienische Manierismus als Bauidee mit den Jesuiten über die Alpen. Kennzeichen der Bauten dieser Zeit ist – ähnlich wie in Italien – eine monumentale Formensprache. Der Zentralbau der italienischen Renaissance verändert sich zum Langbau des italienischen Manierismus. Beispiele sind vor allem die Kirche St. Michael in München (1583-97) und das Mausoleum für Ferdinand II. in Graz (1614-38), welches schon zum Frühbarock vermittelt.

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