Der Prophet des Messias: Jesaja

3. September 2007

Jesaja, Detail aus dem Deckenfresco in der Sixtinischen Kapelle, Michelangelo, 1509Das Alte Testament kennt vier große Propheten: Jeremia, Ezechiel, Daniel und den am häufigsten dargestellten: Jesaja. Nach der Überlieferung wirkte Jesaja im 8. Jahrhundert vor Christus in Jerusalem. Jesaja und seine Frau, die gleichfalls eine Prophetin war, lebten in einer schwierigen Zeit. Die Assyrer waren nämlich zu der Zeit die vorherrschende Macht im Nahen und Mittleren Osten. Jesaja kündigte den Untergang des Nordreiches Israel an und sagte dem Südreich Juda eine schwere Zeit voraus.

Zwei Prophezeiungen haben Jesaja in der christlichen Kunst zu seiner hervorgehobenen Stellung verholfen. Die eine lautet: „Darum wird euch der Herr von sich aus ein Zeichen geben: Seht, die Jungfrau wird einen Sohn gebären und wird ihm den Namen Immanuel geben.“ Immanuel heißt soviel wie Gott mit uns. Das Zitat findet sich oft auf Schriftbändern, die die Darstellungen des Propheten bereichern. Wird Maria während der Verkündigung dargestellt, liest sie immer in der Bibel. Aufgeschlagen ist das Buch der Bücher an der Stelle, wo sich die genannte Verkündigung Jesajas findet. Damit wird die einzigartige Bedeutung dieser Prophezeiung für das Christentum deutlich.

Auch die zweite Prophezeiung ist von großer Bedeutung. „An jenem Tag wird es der Spross aus der Wurzel Isais sein, der dasteht als Zeichen für die Nationen.“ Isais, also Jesse, steht zu Beginn der Wurzel Jesse, aus der der König David hervorgegangen ist. Somit wird die Abstimmung Jesu von David vorausgesagt.

Die Kunst zeigt Jesaja häufiger als alle anderen Propheten. Manchmal wird dem Propheten als Attribut auch eine Säge beigestellt, weil er nach außerbiblischer Überlieferung mit diesem Werkzeug getötet worden sein soll.

Die Schriftrolle (oder der Rotulus) ist übrigens in der Kunst ein häufiges Attrribut von Propheten und Schriftstellern. Damit soll ihre aktive schreibende Stellung gegenüber der eher passiven der reinen Gelehrten hervorgehoben werden, die mit einem Buch dargestellt sind.

Quelle: Könige 18-20, Jesaja

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