Der Prophet des Untergangs: Jeremia
4. September 2007
Von den vier großen Propheten ist er der zweite. Er lebte um 586 vor Christus und erlebte so den Fall Jerusalems mit. Über keinen Propheten weiß man heute mehr, sowohl über sein Leben als auch seine Gottes- erfahrungen. Wesentliche Quelle ist das Buch Jeremia, in dem der Prophet in mehreren Texten seine Vereinsamung, seine Verfolgung, seine Verspottung und seine Anfechtungen schildert. Auch trägt Jeremia hier seine Zweifel am Sinn an seiner Predigt vor Gott.
Seine Berufung zum Propheten erhält Jeremia um 628 vor Christus unter König Joschija. Gleich darauf verkündet Jeremia seine Drohbotschaft, die er durch Symbolhandlungen noch veranschaulicht. Die Menschen fühlen sich provoziert und es folgen Anschläge auf das Leben des Propheten.
Jeremia aber fordert seine Landsleute auf, sich den Babyloniern zu ergeben. Nun gilt er als Verräter. Er kommt in den Kerker und wird in einen leeren Brunnen geworfen, indem er fast verhungert. Das Leben retten den Propheten ausgerechnet die Babylonier, die Jerusalem belagern und erobern. Später flieht Jeremia jedoch nach Ägypten, wo er stirbt. An welchem Ort ist nicht bekannt.
In der Kunst wird Jeremia oft trauernd neben dem belagerten oder zerstörten Jerusalem gezeigt. Bis ins 19. Jahrhundert galt Jeremia auch als Autor der sogenannten Klagelieder, die das Schicksal des Reiches Juda und Jerusalems besingen. Oft finden sich Verse aus den Liedern den Darstellungen des Propheten beigestellt.
Quelle: Das Buch Jeremia; Klagelieder (Vulgata; Threni, Lamentationes); Baruch
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