Der Prophet der Offenbarung: Daniel

6. September 2007

Die drei Jünglinge im Feuerofen, frühchristliche Malerei aus dem 3. Jahrhundert in den Katakomben der Priscilla in Rom

Er gilt als der vierte der großen Propheten. Die Erzählungen aus dem Buch Daniel sind aber eher eine Sammlung verschiedener Geschichten, die nachträglich (im 2. Jahrhundert vor Christus) nur einer Person, nämlich Daniel, zugeordnet wurden. Gemäß des Buches Daniel wurde als junger Mann zusammen mit drei Freunden nach Babylon verschleppt und dort für den Dienst im Palast des Königs ausgewählt.

Dort deutet er unter Androhung der Todesstrafe den Traum des Königs Nebukadnezar von den vier Weltreichen. Daniel prophezeit unter anderem, dass das vierte Reich das Gottes wird. Als Folge der Deutung wird Daniel daraufhin zum Obersten der Wahrsager und Zeichendeuter Babylons ernannt. Doch das schützt Daniels Freunde nicht. Die drei jungen Männer werden angeklagt, weil sie ein Götzenstandbild nicht anbeten wollen und in einen Feuerofen gesteckt, den sie aber unversehrt wieder verlassen können.

 

Im Buch Daniel tauchen zwei Vorstellungen auf, die das frühe Christentum übernommen hat: die Vorstellung vom Menschsohn und die Vorstellung von der Auferstehung der Toten. Die Geschichte von den Jünglingen im Feuerofen findet sich schon als frühchristliche Malerei in den Katakomben Roms. Das Buch Daniel ist somit vielmehr eine Offenbarungsgeschichte als eine Prophetengeschichte.

Quelle: Daniel

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