Lüsterne Verleumder: Susanna und die Alten

8. September 2007

490px-albrecht_altdorfer_037.jpgAuch schon seit dem frühen Christentum wird die Geschichte der schönen und gottesfürchtigen Susanna dargestellt. Susanna war die Frau eines reichen Mannes in Babylon namens Jojakim. Das Hause des Jojakim war ein beliebter Treffpunkt für die Juden am Ort. Dort verkehrten auch zwei alte Männer, die als Richter amtierten. Wenn die Gäste des Jojakims zur Mittagszeit gegangen waren, pflegte Susanne im Garten des Hauses spazieren zu gehen. Dort sahen die beiden Alten sie täglich und wurden immer lüsterner.

An einem Tag, der besonders heiß ist, kommt Susanne wieder in den Garten. Dieses Mal will sie ein Bad nehmen. Die beiden Mädchen, die sie begleiten, schickt Susanna zurück ins Haus, um Öl und Salben zu holen. Als Susanne allein ist, gehen die beiden alten Männer, die ihr aufgelauert haben, zu ihr und bedrohen sie. Wenn Susanna den beiden nicht zu Willen wäre, würde sie von den Alten des Ehebruchs beschuldigt werden.

Susanna beginnt zu schreien, ebenso die alten Lüstlinge. Leute kommen hinzu und die beiden Richter verleumden Susanna. Sie hätte die beiden Mädchen fortgeschickt, um mit einem Jüngling zu verkehren, der im Garten versteckt sei. Am nächsten Morgen können die Alten das Todesurteil gegen Susanna erwirken.

Susanna aber betet zum Herren, der ihr Daniel schickt. Daniel ist Hebräisch und heißt soviel wie Gott hat Recht verschafft oder Gott ist Richter. Der Prophet wendet eine auch heute noch beliebte Verhörmethode an: er befragt die beiden Alten getrennt. Schon verwickeln die sich in Widersprüche und werden schließlich als Verleumder entlarvt. Als falsche Zeugen werden die beiden nach dem Gesetz Mose getötet. Susanne aber ist gerettet.

Die frühen Christen stellten die Geschichte oft auch symbolisch dar. Susanna wurde durch ein Lamm versinnbildlicht, die beiden Alten als Raubtiere, die das Lamm bedrohen. Alles zusammen wurde als ein Sinnbild für die Bedrohung der noch jungen Kirche verstanden, die aber auf Rettung hoffen darf.

Seit der Renaissance wurde das Thema auch sehr oft aufgegriffen, da es den Künstlern ermöglicht wurde zwar ein religiöses Motiv aufzugreifen, dabei aber auch einen naturalistischen Frauenakt in einer Gartenlandschaft darzustellen.

In der christlichen Kunst findet sich aber auch das Motiv des Richterspruchs des Daniel.

Quelle: Daniel 13

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