Sehr häufig: Kirchenausstattung der deutschen Renaissance

Altarretabel von 1602 in der Kirche in Glienicke bei Storkow in Brandenburg, Figuren älter (Foto: S.O.Lohmann)Doch Elemente der Architektur müssen nicht auf Bauten beschränkt sein. Die Renaissance hat zwar in Deutschland nur wenige Kirchen hinterlassen, dafür aber umso mehr Ausstattungs- stücke in Form von Kanzeln, Taufbecken, Emporen, Gestühl, Hochaltäre, aber vor allem Epitaphe.

Die Epitaphe der Renaissance zeigen zumeist einen eindeutig antikisierenden Aufbau, an dem die Epoche gut zu erkennen ist. In der Regel bestehen sie aus einem Architekturrahmen in klassischer Säulenordnung. Säulen oder Pilaster tragen das Gebälk auf dem wiederum (aber nicht immer) ein Spitzgiebel sitzt. Diese Elemente können auch zu mehreren übereinander angeordnet sein.

Auch viele Kanzeln, Emporen, Hochaltäre und sogar Taufbecken zeigen diese Rahmung. Besonders beliebt waren dabei kannelierte Säulen und Pilaster.

Die Figuren, die die Epitaphe bevölkern, sind als plastisches Werk der Renaissance verpflichtet. Ähnlich wie in der Malerei versuchten die Künstler insbesondere den Naturalismus in Porträt und Körperhaltung zum Ausdruck zu bringen. Figuren aus der Renaissance wirken oft zudem sehr feingliedrig und zurückhaltend elegant.

Doch auch bei den Ausstattungsstücken kommt es zu Mischformen aus Renaissance-Stil und der vorangegangen oder besser parallel auslaufenden Spätgotik. Bekanntestes Beispiel ist die Tulpenkanzel des Hans Witten im Freiberger Dom (um 1500). Ein spätgotischer Aufbau paart sich mit den Vorstellungen der Renaissance bezüglich der naturalistischen Darstellung von Personen.

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