Von natürlich zu übernatürlich: deutscher Manierismus

13. September 2007

Das jüngste Gericht, Jacob de Backer, um 1580 (ein niederländisches Beispiel)Früher als Spätphase der Renaissance betrachtet, wird der Manierismus – egal ob der italienische oder der deutsche – heute als eigene Kunstform betrachtet. Das hat seine Ursache vor allem an der zwischen beiden Epochen geänderten Geisteshaltung. Während in der Renaissance die Rückbesinnung auf die Antike und ein mit beträchtlicher Individualisierung einhergehender Humanismus als Ideale angestrebt wurden, stand im Manierismus ganz die Gegenreformation im Mittelpunkt, also eine Art nach vorne gewandter Rückbesinnung. Betont wurde nicht mehr die Natur und das Natürliche im Menschen, sondern das Übernatürliche und das Göttliche in Allem.

In Deutschland gewann der Manierismus in der zweiten Jahrhunderthälfte des 16. Jahrhunderts an Einfluss, vor allem in der Architektur und in der Plastik.

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