Von natürlich zu übernatürlich: deutscher Manierismus
13. September 2007
Früher als Spätphase der Renaissance betrachtet, wird der Manierismus – egal ob der italienische oder der deutsche – heute als eigene Kunstform betrachtet. Das hat seine Ursache vor allem an der zwischen beiden Epochen geänderten Geisteshaltung. Während in der Renaissance die Rückbesinnung auf die Antike und ein mit beträchtlicher Individualisierung einhergehender Humanismus als Ideale angestrebt wurden, stand im Manierismus ganz die Gegenreformation im Mittelpunkt, also eine Art nach vorne gewandter Rückbesinnung. Betont wurde nicht mehr die Natur und das Natürliche im Menschen, sondern das Übernatürliche und das Göttliche in Allem.
In Deutschland gewann der Manierismus in der zweiten Jahrhunderthälfte des 16. Jahrhunderts an Einfluss, vor allem in der Architektur und in der Plastik.
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