Stifterfigur mit drei Buchstaben: Naumburger Dom
29. September 2007Wenige Kirchen werden so sehr mit einem Künstler verbunden wie der Dom in Naumburg. Dabei ist von dem betreffenden Künstler so gut wie nichts bekannt. Wir kennen seine Lebensdaten nicht, wir wissen nicht, wo er geboren wurde und wo er starb. Wir kennen nicht sein Grab und nicht einmal seinen Namen. Obwohl er nicht nur in Naumburg gewirkt hat und dem Künstler auch noch andere Kunstwerke zugeschrieben werden, so hat er seine Hauptwerke doch in der Stadt im südlichen Sachsen-Anhalt geschaffen, nach der er nur der Naumburger Meister genannt wird.
Doch die Geschichte des Naumburger Doms beginnt Jahrhunderte vor dem Naumburger Meister. Gegründet wurde die Stadt an der Wende des 10. zum 11. Jahrhunderts mit dem Markgrafen Ekkehard I. von Meißen. Er ließ direkt an der Saale seinen neuen Stammsitz anlegen, der zugleich eine Kampfansage an die noch nicht unterworfenen Slawen war, deren Siedlungsgebiet unmittelbar im Osten der neuen Burg begann. Ekkehard I. war als ehrgeizig. Er hätte wohl sogar gute Chancen gehabt, den ottonischen Kaiser Otto III. als deutscher König zu beerben, wenn er nicht im Todesjahr des Ottonen – 1002 – ermordet worden wäre.
Ekkehard hatte zwei Söhne, Ekkehard II. und Hermann, die, nachdem sie gegen ihren eigenen Onkel die Machtfolge gesichert hatten, ihren Vater in Naumburg begruben. Die beiden Brüder stehen heute als zwei der berühmten Stifterfiguren des Naumburger Meisters im Westchor des Doms. Zu Stiftern wurden die beiden, da sie kinderlos blieben und ihren Besitz der Kirche vermachten. Von dem Geld wurde an der Stelle des heutigen Westchores eine Stiftskirche errichtet, was wohl um 1021 erfolgte. 1028 genehmigte Papst Johannes XIX die Verlegung des Bistumsitzes von Zeitz nach Naumburg, wodurch die Stiftskirche zum Dom aufstieg.
Bei der ottonischen oder frühromanischen Stiftskirche handelte es sich, wie Grabungen ergaben, um eine Basilika mit einem Querschiff, Vierungsquadrat und einer leicht eingezogenen Chorapsis. Im Westen gab es nach dem Geschmack der Zeit ein umfangreiches Westwerk mit mindestens zwei Geschossen und sogar einer kleinen Krypta. Flankiert wurde das Westwerk durch zwei Türme. Bis 1170 blieb der ottonische Bau unverändert. Dann baute man eine Krypta unter dem Ostchor ein, die noch heute besteht und erheblich unter dem Niveau des Mittelschiffes liegt.
Die neue Kirche wurde um die alte herum errichtet
Ab 1210 oder 1213 war der Bau des 11. Jahrhunderts nicht mehr genehm, oder vielleicht inzwischen durch den Zahn der Zeit auch nicht mehr sehr ansehnlich. Es begannen die Bauarbeiten zu einer spätromanischen Kirche. Dabei wurde der spätromanische Bau um den ottonischen errichtet und der ältere Bau erst anschließend abgebrochen. Darum finden sich Quader der frühen Kirche erst in den zuletzt errichteten Teilen der spätromanischen Kirche und zwar in den Westtürmen, wo die Quader heute noch an ihrer grobbehauenden Art von den jüngeren Steinen zu unterscheiden sind. Einer der alten Steine zeigt sogar eine Inschrift, die auf dem Kopf steht.
Die ältesten Teile des spätromanischen Baus sind die östlichen Joche des Langhauses. Die Pfeiler dort haben einen quadratischen Grundriss, einfache Kapitelle, ein altertümliches Dekor und Lisenen. Nach Errichtungen dieses Teils erfolgte eine Planänderung. Von nun an wurden Bündelpfeiler errichtet.
In diesem Zuge wurden auch der Ostchor und die Krpyta darunter nach Osten erweitert, aber auch nach Westen, wo die Kryptavorhalle nun bis unter die Vierung reichte.
Bemerkens- wert ist, dass die spät- romanischen Teile des Naumburger Doms gleichzeitig mit dem Chor des Magdeburger Doms errichtet wurden. Für Deutschland war der Chor des Magdeburger Doms sehr fortschrittlich, die Naumburger Kirche hingegen schon konservativ, wenn nicht sogar altertümlich.
Mitte des 13. Jahrhunderts erhielt der Naumburger Dom einen neuen Westchor, der die Ekkehardingische Stiftskirche komplett ersetzte. Dabei entstand der neue Chor zwischen den alten romanischen Türmen. Bauzeit waren die Jahre zwischen 1250 und 1260.
Der hochgotische Ostchor entstand erst gegen 1330 nach Abriss der spätromanischen Apsis, ist aber stilistisch dem Westchor sehr ähnlich.
Lisenen kennzeichnen die spätromanische Kirche
Am Außenbau sind die spätromanischen Teile der Kirche gut an den Lisenen und den kleinen rundbogigen Fenstern zu erkennen. Die beiden gotischen Chöre zeigen wesentliche größere, spitzbögige Fenster und einfaches Maßwerk. Sie haben Strebepfeiler, die von Fialen gekrönt sind.
Die beiden Osttürme sind bis zum dritten Geschoss spätromanische. Nach dem großen Brand von 1532 wurden die Türme spätgotisch aufgestockt. Die Kupferhauben und die Laternen stammen aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts.
Vor dem Südgiebel des Querhauses steht eine Vorhalle, an die sich nach Süden die 1416 erbaute Dreikönigskapelle anschließt, die durch ein sehr steiles Dach auffällt. Südlich von der Kapelle steht noch der Chor der Mitte des 14. Jahrhunderts vollendeten Marienkapelle, deren Kirchenschiff 1532 durch das Feuer komplett zerstört wurde.
Bemerkenswert ist, dass der Dom zu Naumburg nicht nur einen Kreuzgang im Süden hatte, sondern auch einen im Norden. Dort stand sogar eine vollständige Klausur mit Kapitellsaal. Die nördlichen Bauten sind aber verschwunden. Ein Überrest ist eine heute zugemauerte Pforte, durch die das Querhaus der Kirche von der nördlichen Klausur aus betreten werden konnte.
Der Dom brauchte zwei Klausuren, da es zum einen das Domkapitel des Bistums gab, zum anderen aber auch noch die Stiftsherren der Stiftskirche. Letzteren gehörte die nördliche Klausur.
Auch die beiden Westtürme haben spätromanischen Unterteile, die am quadratischen Grundriss zu erkennen sind. Bereits die Abschlusssimse der Unterteile sind schon spätgotisch. Dabei wurde der Nordwesttrum im 14. und 15. Jahrhundert aufgestockt, der Südwestturm jedoch erst im 19. Jahrhundert. Beide Türme tragen obenauf neogotische Halbgeschosse und Turmhauben.
Durch den Brand von 1532 wurden auch Teile des Kreuzganges zerstört und mussten ersetzt werden. Der Nord- und der Ostflügel stammen noch aus dem zweiten Viertel des 13. Jahrhunderts, der West- und der Südflügel wurden nach 1532 neu erbaut.
Das Südportal der Kirche im Querhaus, welches heute in der Vorhalle steht, ist ein Stufenportal mit einem hübschen, spätromanischen Kapitellfries. Dort sind Adler zu sehen, deren Schnäbel und Krallen in den Schaftring der Säulchen beißen und greifen. Zwischen den Adlern befindet sich ein Dekor aus Palmetten-Spiral-Ranken. Im Tympanon des Portals tragen zwei Engel eine Mandorla mit Christus gen Himmel. Dabei wirkt das Relief erstaunlich flach.
Der Dom ist eine dreischiffige Basilika
Im Innern zeigt sich, dass der Naumburger Dom eine doppelchorige, dreischiffige Basilika ist. Allerdings gibt es nur ein Querhaus. Die Kirche wurde im gebundenen System errichtet, dass heißt, das Vierungsquadrat war das Maß aller Dinge. Dabei entstanden Langhaus und Querhaus jeweils aus drei Jochen im Maß der Vierung. Der Ostchor, indem sich das spätromanische Chorquadrat erhalten hat, folgt dem Maß ebenfalls, der Westchor, der vollständig aus der Gotik stammt, nicht mehr.
Der Ostchor verfügt über einen hochgotischen polygonalen 6/10tel-Abschluss, was bedeutet, dass der Chorscheitel nicht wie sonst häufig, durch ein Fenster gebildet wird, sondern durch einen Pfeiler.
Einige Glasfenster des Ostchores, namentlich das Jungfrauen- und das Marienfenster, stammen aus dem 14. Jahrhundert. Das Passions- und das Apostel-Propheten-Fenster sind hingegen Werke aus dem 15. Jahrhundert und wurden teilweise im 19. Jahrhundert noch ergänzt.
Vom Chorquadrat des Ostchores führt ein Portal in den Nordostturm. Über dem Portal findet sich ein schönes spätromanisches Relief im Tympanon. Zu sehen ist das Gotteslamm mit Kreuzstab und Lebensbaum.
Mittelalterlich sind im Ostchor auch das hölzerne Chorgestühl und die Lesepulte. Während das Domherrengestühl gegen 1500 entstand, stammt der Dreisitz an der Lettnerrückwand noch aus dem 14. Jahrhundert. Ein Viersitz an der Südwand entstand wahrscheinlich schon in den 60iger Jahren des 13. Jahrhundert.
Bemerkenswert sind im Ostchor noch eine Grabtumba eines Bischof. aus dem 13. Jahrhundert, welches ein Spätwerk der Werkstatt des Naumburger Meisters sein kann. Über einer weiteren Pforte zu einem Laufgang befindet sich ein Relief aus dem 13. Jahrhundert, welches eine Majestas Domini zeigt. Christus zeigt auf seine Brustwunde und wird dabei von Maria und Johannes begleitet.
Der Naumburger Werkstatt kann im Ostchor wahrscheinlich auch die lebensgroße Steinskulptur eines Diakons zugerechnet werden. Nase und Mund der Figur wurden in späterer Zeit ungeschickt ergänzt. Ein Baum stützt das von der Figur gehaltene Lesepult und soll wohl eine tiefe Verwurzlung des biblischen Textes symbolisieren.
Die Krypta ist der älteste Teil der Kirche
Die Krypta unter dem Ostchor besteht aus einem hochromanischen mittleren Teil, welcher aus drei Schiffen mit je drei Jochen besteht, die mit insgesamt neun Kreuzgratgewölben überwölbt wurden. Das Gewicht der Gewölbe ruht auf sechs Freisäulen und vier Wandsäulen, die Würfelkapitelle mit Palmettendekor haben. Der spätromanische Kryptateil östlich des Mittelteils zeigt schöne spätromanische Kapitelle, die eine Herkunft ihrer Meister aus dem Rheingebiet verraten.
In der Kapelle des Südostturms befindet sich eine der ältesten bekannten Darstellungen der Pietà. Das aus Holz geschaffene Andachtsbild entstand um 1320. Zu sehen ist hier auch eine spätromanische Skulptur der heiligen Elisabeth von Thüringen von um 1235, was bemerkenswert ist, da die Heilige erst 1231 gestorben war.
Die beiden Lettner verkürzen das Langhaus
Das Langhaus des Doms wirkt erstaunlich kurz, wird aus gerade einmal knapp drei Jochen gebildet und wird im Osten wie auch im Westen durch hohe Lettner begrenzt. Die Kürze ist sicherlich auch eine Folge des komplett die Vierung einnehmenden Ostchores.
Bis auf das westlichste, zu letzt entstandene Joch, welches über ein gotisches Kreuzgratgewölbe verfügt, werden die Mittelschiffsjoche durch eine Kreuzgratgewölbe überfangen.
Der Ostlettner ist der älteste noch bestehende, vollständig ausgebildete Hallenlettner in Deutschland. Hallenlettner heißt hier, dass der Lettner nicht einfach aus einer Rückwand besteht, sondern davor noch eine schmale Halle hat, die sich in drei Bögen zum Langschiff öffnet. Der Ostlettner entstand gleichzeitig mit dem spätromanischen Kirchenbau.
An den Pfeilern des Mittelschiffes stehen heute mehrere bronzene Grabplatten von Geistlichen, die einst im Fußboden eingelassen waren. Die Platten stammen aus dem 15. und zum Teil aus dem 16. Jahrhundert.
Im Westjoch des südlichen Seitenschiffes findet sich ein spätromanisches Kruzifix, das einzige erhaltene Ausstattungsstück des ersten Naumburger Doms. Die Figur des Gekreuzigten zeigt die typische romanische Unnahbarkeit, Strenge und Hoheitsfülle.
Der Westlettner ersetzt ein Kirchenportal
Der Westchor und der Westlettner zeigen viele architektonische Übereinstimmung, was die Vermutung nahe legt, dass beide Bauteile aus dem Schaffen des gleichen Meisters stammen. Da es im Mittelalter nicht unüblich war, das Bildhauer auch als Baumeister reüssierten, sind als Architekt der gotischen Bauten und als Erschaffer der Stifterfiguren beides Mal der Naumburger Meister zu identifizieren.
Auch wenn über den Naumburger Meister nur wenig bekannt ist, so kann man doch sicher davon ausgehen, dass der Mann seine Ausbildung in Frankreich, wahrscheinlich in der Umgebung von Reims, erhielt. Von dort ging der Künstler nach Mainz, wo bedeutende Fragmente eines Westlettners erhalten sind, die die künstlerische Handschrift des Naumburger Meisters tragen. Aus Mainz kam der Meister nach Naumburg und ging vielleicht von hier weiter nach Meißen, wo die ihm zugeschriebenen Skulpturen vielleicht tatsächlich aus seiner Hand stammen oder zumindest in seiner Werkstatt angefertigt wurden.
Sicher ist auch, dass der Naumburger Meister kein Franzose war, sondern wohl Deutscher. Das ist an der Art und Weise zu erkennen, wie der Künstler französische Gestaltungsprinzipien auf eine sehr deutsche Art ausführte, wie unter anderem die stilistische Nähe der Relieffiguren am Westlettner zu den Figuren der Goldenen Pforte in Freiberg zeigen.
Der Westlettner in Naumburg ist ein Architekturgebilde mit erstaunlich vielen Schichten, die wohl räumliche Tiefe suggerieren sollen. Überhaupt zeigt der Westlettner beinahe alle Merkmale eines Kirchenportals, was seine Ursache vielleicht darin findet, dass der Westchor die Stiftskirche ersetzte. So sollte der Westlettner zwar zum einen ein Lettner sein, zum anderen aber das Portal der alten Stiftskirche „ersetzen“.
Betreten kann der Westchor durch zwei Portale, zwischen denen sich der Gekreuzigte befindet. Rechts und links des Kreuzes stehen Johannes und Maria und ergeben so die Kreuzigungsgruppe. Es ist beinahe einzigartig, dass eine Kreuzigungsgruppe so nah beim Betrachter angebracht ist. Der Besucher des Westchor betritt den Raum unter den Armen des gekreuzigten Christus hindurch. Die Trauer der Maria und des Johannes sind so naturalistisch, wie es das Mittelalter gerade noch zuließ.
Die Kreuzigungsgruppe ist das zentrale Bild, indem das Passionsrelief endet, welches über dem Westlettner angebracht ist. Angefertigt vom Naumburger Meister sind von links nach rechts folgenden Szenen zu sehen: das Abenmahl, indem Christus Judas Ischariot einen Bissen Brot reicht, die Ausszahlung der 30 Silberlinge an Judas, die Gefangennahme Christi, die Verleugnung Christi durch Petrus gegenüber der Magd, Christus vor Pilatus, die Geißlung und die Kreuztragung.
Die beiden letzten Reliefs stammen aus dem Jahr 1737 und wurden aus Holz gefertigt. Vielleicht sind die beiden Originale im Feuer von 1532 vernichtet worden. Das Passionsrelief beeindruckt durch eine äußerst individuelle Darstellung der Figuren und stammt aus der Zeit um 1250.
Auch das Dekor des Westlettners ist sehr fein. Gezeigt werden florale Elemente von Pflanzen, die sich im Gebiet um Naumburg auch zur damaligen Zeit finden ließen. Dabei wurde der feste, dicke Stein so gekonnt bearbeitet, dass die Blätter sehr fein erscheinen, da der stützende Stein dem Blick des Betrachters entzogen wurde.
Auch im Westchor haben sich umfangreiche mittelalterliche Glasmalereien erhalten. Große Teile stammen sogar noch aus der Erbauungszeit des Chores, also aus der Mitte des 13. Jahrhunderts und stellen somit einen der ältesten erhalten Glasmalereizyklen dar. Andere Teile, vor allem das West-Südwestfenster, stammen wiederum aus dem 19. Jahrhundert.
Die Stifterfiguren sind das Hauptwerk des Naumburger Meisters
Die bekanntesten Kunstwerke des Naumburger Doms sind die zwölf Stifterfiguren, die in vier Metern Höhe den Westchor umgeben. Die Figuren sind untrennbar mit den dahinter befindlichen Steinen verbunden, wurden also bei der Errichtung des Westchores mit eingebaut.
Die Figuren sind lebensgroß und tragen Kleidung und Waffen des 13. Jahrhunderts. Die Gesichter der Skulpturen sind sehr naturalistisch und könnten sogar als Porträts betrachtet werden. Leider waren 1250 die Dargestellten bereits seit 150 bis 200 Jahren tot und ihr Aussehen praktisch unbekannt.
Die beiden zentralen Figurengruppen sind links der Markgraf Hermann mit seiner Gemahlin Reglindis und rechts Markgraf Ekkehard II. mit seiner Gemahlin Uta. Beide waren die schon erwähnten Söhne des Stadt- und Stiftsgründers Ekkehard I. von Meißen.
Die Dargestellten werden, wie im Mittelalter üblich, nicht im Alter ihres Todes, sondern in ihren besten Jahren gezeigt. Ein Beispiel für das hohe Maß der Individualisierung sind sicher die Figuren der Reglindis und der Uta. Während Reglindis als mitteilsam, gewinnend und beinahe lachend gezeigt wird, ist Uta sehr aristokratisch und unnahbar kühl dargestellt worden.
Zu sehen sind auch noch vier weitere Grafen, von denen einer, Dietmar, sich mit gezücktem Schwert, hinter seinem Schild verbirgt. Besagter Dietmar soll erschlagen worden sein und wird hier somit in den Sekunden vor seinem Tod gezeigt.
Ursprünglich waren die Skulpturen mit einer leuchtenden Farbfassung versehen, die heute allerdings fast vollständig verschwunden ist. Alle Skulpturen sind ein Werk des Naumburger Meisters.
Der Dom zu Naumburg hat eine lange mittelalterliche Geschichte. In den Jahren nach dem 1550 geschah dann nicht mehr sehr viel, obwohl die Kirche nie schwer beschädigt wurde. In der Barockzeit wurden zahlreiche Ausstattungsstücke hinzugefügt, die bei der allgemeinen Purifizierung des 19. Jahrhunderts zwischen 1874 und 1878 wieder herausgerissen wurden.
In den Zeiten allgemeinen nationalen Taumels, besonders auch in der NS-Zeit, gewann die Figur der Uta zweifelhafte Berühmtheit. Gemeinsam mit dem Bamberger Reiter wurde die Uta als Urtyp des Deutschen im Mittelalter angesehen. Ein Nachklang diese Missbrauches von Kunst dürfte die Uta auch zum beliebten Füllsel in deutschen Kreuzworträtseln verholfen haben.
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