Monatsarchiv für September 2007

Sehr häufig: Kirchenausstattung der deutschen Renaissance

Mittwoch, den 12. September 2007

Altarretabel von 1602 in der Kirche in Glienicke bei Storkow in Brandenburg, Figuren älter (Foto: S.O.Lohmann)Doch Elemente der Architektur müssen nicht auf Bauten beschränkt sein. Die Renaissance hat zwar in Deutschland nur wenige Kirchen hinterlassen, dafür aber umso mehr Ausstattungs- stücke in Form von Kanzeln, Taufbecken, Emporen, Gestühl, Hochaltäre, aber vor allem Epitaphe.

Die Epitaphe der Renaissance zeigen zumeist einen eindeutig antikisierenden Aufbau, an dem die Epoche gut zu erkennen ist. In der Regel bestehen sie aus einem Architekturrahmen in klassischer Säulenordnung. Säulen oder Pilaster tragen das Gebälk auf dem wiederum (aber nicht immer) ein Spitzgiebel sitzt. Diese Elemente können auch zu mehreren übereinander angeordnet sein.

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Fast nicht zu finden: Architektur der deutschen Renaissance

Dienstag, den 11. September 2007

feinste italienische Renaissane, aber leider keine Kirche: Stadtresidenz in Landshut, 1536-43 (Foto: User 2000)

Auffällig ist, dass in der Zeit nach 1500 in Deutschland vorerst kaum noch Kirchen gebaut wurden. Oft wurden auch die begonnenen mittelalterlichen Großprojekte unfertig beendet und erst im 19. Jahrhundert fortgesetzt. Nach 1500 begonnene Kirchenbauten wurden zumeist noch im Stil der vorangegangenen Spätgotik gebaut, auch wenn, so zum Beispiel in Halle, schon Raumkonzepte der Renaissance zum tragen kamen.

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Zwischen Strand und Hinterland: die Kathedrale von Palma de Mallorca

Dienstag, den 11. September 2007

Kathedrale von Palma de Mallorca

Mallorca als Reiseziel ist sicher nicht wegen seiner Kathedrale so beliebt. Auch die weniger sonnenhungrigen Touristen rühmen eher das Hinterland, als die Güte des kirchlichen Baus. Dabei zählt die Kathedrale von Palma de Mallorca – La Seu genannt – sicher zu den bedeutendsten sakralen Bauten Spaniens. Erbaut wurde die Kirche, weil ein König von Aragon es der heiligen Jungfrau versprochen hatte. So erzählt die Legende.

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Heiligenbilder unbrauchbar: Die Entwicklung einer protestantische Ikonografie während der Renaissance

Montag, den 10. September 2007

Altargemälde in der Wolfgangskirche in Schneeberg, Lucas Cranach d.Ä., 1531/32 (Foto: André Karwath)

Mit dem Namen Lucas Cranach dem Älteren (1472-1553) verbindet sich vor allem die Entwicklung einer protestantischen Ikonografie. Die wurde notwendig, weil die bisherigen Altarbilder von Heiligenlegenden und Marienfrömmigkeit bestimmt waren. Lucas Cranach, ein Freund Martin Luthers, entwickelte gemeinsam mit dem Reformator in Wittenberg eine neue protestantische Bildsprache, die maßgeblich von den Bildformeln der Flugblätter beeinflusst war.

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“Dürer-Zeit”: Malerei der Renaissance in Deutschland

Montag, den 10. September 2007

Die vier apokalyptischen Reiter, Holzstich von Albrecht Dürer, 1497/98Der Ausnahme- künstler der Renaissance- Zeit in Deutschland war Albrecht Dürer (1471-1528). Eines seiner berühmtesten Werke, das Selbstbildnis von 1500, zeigt den Künstler nicht nur als Mittelpunkt des Werkes, ein im Mittelalter kaum mögliches Motiv, sondern den Künstler auch im Sinne des humanistischen Renaissance- Ideals als Schöpfer seines Werkes. Wie schon Leonardo da Vinci (1452-1519) war Dürer ein Universal-Künstler, der nicht nur als Maler, sondern auch als Kunst- und Architekturtheoretiker wirkte, sowie Entwürfe für Glasfenster, Skulpturen und Goldschmiedearbeiten anfertigte. Vor allem aber nutzte Dürer die neuen Möglichkeiten der Druckgrafiken und schuf Holzschnitte und Kupferstiche, für deren weite Verbreitung der Künstler selber sorgte. Albrecht Dürer schuf wohl eines der ersten Logos überhaupt, welches noch heute sehr bekannt ist. Seine größten Werke schuf der Künstler wohl als Porträtist.

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Es gab sie (vielleicht) doch: Renaissance in Deutschland

Sonntag, den 9. September 2007

Die Apostel Johannes und Petrus, Albrecht Dürer, 1526Die Wende vom 15. zum 16. Jahrhundert war in Deutschland eine Zeit der Umbrüche, die von folgenreichen Ereignissen begleitet war. 1492 hatte Christopher Columbus Amerika entdeckt. Im gleichen Jahr wurden in Granada als letzte Stadt in Spanien die Araber besiegt und zum Abzug aus Europa gezwungen. 1517 schlug der Reformator Martin Luther seine Thesen gegen den Ablasshandel an die Schlosstür von Wittenberg und 1525 zeigten die Bauernkriege, dass die alte Feudalordnung in Europa endgültig am Ende war. Protestanten und Bauern war dabei gleichermaßen eine Erfindung in der Mitte des 15. Jahrhunderts hilfreich. Da hatte Johannes Gutenberg den Buchdruck mit beweglichen Lettern erfunden. Dadurch war es möglich geworden nicht nur Bücher, sondern auch religiöse Schriften in großen Auflagen herzustellen und zu verteilen. Profiteure des Umbruchs waren die Reichsstädte und einzelne Familien in ihnen, wie die Fugger, aber auch die regionalen Könige und Fürsten.

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Im Bauch des Seepferdchens: Jona und der Fisch

Sonntag, den 9. September 2007

Jona und der Fisch, Illustration nach 1520, abgebildet ist oben auch der Erfurter Reformator Justus JonasEine der beliebtesten Geschichten des Alten Testamentes seit der Antike handelt von einem Fisch, der vielleicht gar keiner ist. Das Buch Jona aus dem 4. bis 3. Jahrhundert vor Christus erzählt die Geschichte von Jona aus der Stadt Ninive. Der Mann wird eines Tages zum Bußprediger berufen, dem sich Jona aber mit der Flucht auf einem Schiff nach Tarschisch zu entziehen versucht. Doch der Herr lässt Wind und Meer toben.

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Lüsterne Verleumder: Susanna und die Alten

Samstag, den 8. September 2007

490px-albrecht_altdorfer_037.jpgAuch schon seit dem frühen Christentum wird die Geschichte der schönen und gottesfürchtigen Susanna dargestellt. Susanna war die Frau eines reichen Mannes in Babylon namens Jojakim. Das Hause des Jojakim war ein beliebter Treffpunkt für die Juden am Ort. Dort verkehrten auch zwei alte Männer, die als Richter amtierten. Wenn die Gäste des Jojakims zur Mittagszeit gegangen waren, pflegte Susanne im Garten des Hauses spazieren zu gehen. Dort sahen die beiden Alten sie täglich und wurden immer lüsterner.

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Ohne Appetit: Daniel in der Löwengrube

Samstag, den 8. September 2007

Daniel in der Löwengrube, Peter Paul Rubens, um 1615

Die Geschichte von Daniel in der Löwengrube war im frühen Christentum sehr beliebt, um dann für anderthalb Jahrtausende in Vergessenheit zu geraten. Erst die Zeit des Barock entdeckte das Motiv neu und bildete es häufig ab.

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Mene mene tekel u-parsin: Das Gastmahl des Belschazzar

Freitag, den 7. September 2007

Das Gastmahl des Belschazzar, Rembrandt van Rijn, um 1635

Mene mene tekel u-parsin. Das sind die bekannten Worte, die bei einem Gastmahl des babylonischen Königs Belschazzar angesichts von tausend Gästen an der Wand erscheinen. Belschazzar hatte das Unglück selbst heraufbeschoren, als er im Übermut für sein Fest die goldenen und silbernen Gefäße holen ließ, die sein Vater Nebukadnezzar dereinst aus dem eroberten Jerusalem mitgehen ließ.

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