Monatsarchiv für November 2007

Ein Pfingstwunder: Sainte-Marie-Madeleine in Vézelay

Montag, den 19. November 2007

Sainte-Marie-Madelaine, Vèzelay, Kapitell, Moses mit den Gesetzestafeln und das Goldene Kalb (Foto: Urban)

Zu ihrer Hochzeit in der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts hatte das Städtchen Vézelay im französischen Burgund rund 10.000 Einwohner. Heute sind es vielleicht knapp über 500. Im 12. Jahrhundert war Vézelay einer der bedeutendsten Wallfahrtsorte Europas, doch schon Ende des 13. Jahrhunderts verschwand der Ort in der Bedeutungslosigkeit. Dabei behielt es bis heute den Gegenstand, welcher seinen Ruhm begründete, nämlich die angeblichen Reliquien der heiligen Magdalena nach der auch die Kirche am Ort benannt ist: Ste-Madelaine. Eine mutmaßlich politische Entscheidung des Papstes machte von einem Tag zum anderen aus einem Wallfahrtsort ein abgeschiedenes im Morvan gelegenes Kloster.

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Kirchenlandschaft in reizvoller Umgebung: Die Insel Reichenau

Freitag, den 16. November 2007

Initiale S, Gero-Codes, vor 967, Insel ReichenauEs gibt heute keinen Anhaltspunkt mehr, warum das Kloster ausgerechnet auf der Insel Reichenau im Bodensee gegründet wurde. Die Gründungs- legende überliefert jedoch, dass, als der Gründungs- bischof Pirmin die Insel betrat, alle Teufelchen und Dämonen ins Wasser sprangen, und zum gegen- überliegenden Seeufer schwammen. Heute könnten die Dämonen die Insel trockenen Fußes über einen aufgeschütteten Damm verlassen, doch bis 1830 war das Schiff die einzige Zugangsmöglichkeit. Der später heiliggesprochene Pirmin kam aus dem Gebiet der Marne, hatte aber wohl keinen irischen oder westgotischen Hintergrund. Die Klostergründung erfolgte während der Regierungszeit Karl Martells, der zwar selbst noch kein König war, aber das Geschlecht der Karolinger begründete. Karl Martell stand sicher hinter der Gründung des Klosters am fernen Bodensee. Heute beherbergt die Insel eine der bedeutendsten Kirchen-Landschaften Europas.

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Mehr als ein schiefer Turm: Piazza del Duomo in Pisa

Freitag, den 9. November 2007

Dom in Pisa und Campanile (Foto: Stephan M. Höhne)

Auch Pisa ist eines dieser sympathischen Städtchen, die es überall in Europa gibt und denen man heute kaum noch ansieht, dass noch sie im Mittelalter zu den bedeutenderen und mächtigeren Städten gehört haben. Doch noch im 12. Jahrhundert war die rund 88.000-Einwohner-Stadt eine der führenden Seemächte am Mittelmeer. Eine verlorene Seeschlacht gegen den Konkurrenten Genua und schließlich die Eroberung durch Florenz beendeten Pisas Vormachtstellung. Nichtsdestotrotz gelang es den Pisanern eine der beeindruckendsten Ansammlungen sakraler Gebäude überhaupt zu errichten, von denen der Schiefe Turm von Pisa nur das berühmteste unter lauter Berühmtheiten ist.

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