Ein arabisch-normannisch-byzantinischer Traum: die Kathedrale von Monreale
Sonntag, den 16. Dezember 2007Allgemein ist es nur schwer vorstellbar, dass sich arabische und normannische Kunst gegenseitig befruchtet haben könnten. Während die Araber höchstens noch in Nordafrika als wohnhaft angesehen werden, sollten sich die Normannen in kalten, stürmischen Nordmeeren tummeln und höchstens noch Grönland entdecken. Dabei wird schnell vergessen, dass die Normannen zu ihrer Zeit, also um 1.000 nach Christus und wenig später, ordentlich herum gekommen sind. So gründeten sie nicht nur das erste russische Staatswesen (Rurik, Kiewer Rus), sondern eroberten auch zunächst die nach ihnen benannte Normandie und dann 1066 unter Wilhelm dem Eroberer ganz England. Aus der Normandie kam auch die normannische Familie, die Hauteville, die sich zur Eroberung ein Eiland aussuchte, auf welchem sich seit ein paar Hundert Jahren die Araber zu Hause fühlten: Sizilien. Und so entstand ein Kunststil, indem sogar noch byzantinische Traditionen hineinwirkten, weswegen er auch arabisch-normannisch-byzantinischer Stil genannt wird. Eines der hervorragendsten Beispiele ist die Kathedrale von Monreale, berühmt vor allem für Ihren Reichtum an Mosaiken.

