Monatsarchiv für Januar 2008

Mit Paradies: Kloster Maria Laach

Samstag, den 12. Januar 2008

Maria Laach, Sicht von Nordwesten (Foto: donarreiskoffer)

Wenn Fürsten-Ehepaare im finsteren Mittelalter keine Kinder bekamen, denen dann auch nichts zu vererbt werden brauchte, entschieden sich viele, vor allem reichere Adlige, ihre Ländereien und Schätze dem eigenen Seelenheil zu vermachen. Das lief dann in der Regel auf eine geistliche Stiftung hinaus; wenn mehr Besitz vorhanden war, sogar oft auf die Gründung eines Stifts oder eines Klosters. Auch das Benediktinerkloster Maria Laach in der Eifel geht auf eine solche Stiftung zurück, die allerdings schon im Jahr 1093 erfolgte. In jenem Jahr setzte Pfalzgraf Heinrich II. von Laach aus dem Hause Gleiberg-Luxemburg und seine Frau Adelheid von Weimar-Orlamünde ihr Vorhaben in die Tat um und bestimmten dafür einen Ort südwestlich des Laacher Sees vier Kilometer nördlich von Mendig. Das Kloster war auch als Grablege der beiden Stifter bestimmt.

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Halb und halb: Kathedrale St. Veit in Prag

Montag, den 7. Januar 2008

Veitsdom in Prag, Ansicht von Süden (Foto: Ludek)

Es gibt britische Kunsthistoriker, die meinen, der bedeutende, mittelalterliche Architekt Peter Parler hätte dereinst England bereist, dort die in der Tat großartigen englischen Kathedralen gesehen und hätte anschließend voll der Inspiration das innovative Netzgewölbe erfunden. So wäre der Perpendicular Style, der in der späten englischen Gotik so mannigfaltige Gewölbeformen hervorbrachte, weiterhin eine rein englische Entwicklung. Ansonsten müsste man nämlich fragen, ob die Gewölbekunst der Insel nicht doch ursprünglich auf Parler und den Veitsdom in Prag zurückginge. Wie auch immer: das Netzgewölbe im Chor der Prager Kathedrale entstand um 1400. Ungefähr zur gleichen Zeit begann man in England mit ähnlichen Gewölben. Es ist also durchaus möglich, das Parler Einfluss in England hatte.

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Perle der norddeutschen Backsteingotik: Münster in Bad Doberan

Freitag, den 4. Januar 2008

Münster Bad Doberan von Westen (Foto: Softeis)

Die Vorliebe der Zisterzienser für abgelegene Plätze ist bekannt. Auch das Kloster in Bad Doberan machte da keine Ausnahme, obwohl es wie so oft im deutschen Nordosten auf eine fürstliche Stiftung zurückgeht. Die Gründung fiel in das Jahr 1171 und ging auf den gerade erst getauften Fürsten Pribislav zurück, der über ein Gebiet an der Ostseeküste herrschte, welcher von den Obotriten, einem slawischen Stamm, besiedelt war. Mitbegründer des Zisterzienserklosters war der Schweriner Bischof Beno. Das erste Kloster entstand nicht am heutigen Standort, sondern rund drei Kilometer davon entfernt. Doch schon 1179 wurde das Kloster zerstört, nachdem Pribislav gestorben war und sich seine Erben um die Thronfolge stritten. 1186 erfolgte dann ein neuer Anlauf am heutigen Ort.

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