Monatsarchiv für April 2008

Andachtsbild für Franziskaner: Maria in der Hoffnung

Dienstag, den 29. April 2008

Piero della Francesca: Madonna del Parto, 1457

In der franziskanischen Mystik tauchte am Anfang des 14. Jahrhunderts auch die Maria in der Hoffnung auf und verbreitete sich vor allem in Italien. Die Geschichte wird in keiner biblischen Erzählung erwähnt und auch die Apokryphen schweigen sich aus.

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Besuch bei der lieben Cusine: die Heimsuchung

Dienstag, den 29. April 2008

Die Heimsuchung; Detail des Kramerfensters im Ulmer Münster, Peter Hemmel von Andlau, um 1480 Im Evangelium des Lukas folgt auf die Erzählung der Verkündigung eine Episode, in der die nun schwangere Maria die gleichfalls schwangere Verwandte Elisabet besucht. Die Schwanger- schaft der Elisabet war Maria bereits durch den Erzengel Gabriel mitgeteilt worden. Den Grad der Verwand- schaft verschweigt die Bibel allerdings. Erst die Apokryphen geben einen Hinweis: demnach war Elisabet eine Cusine der Maria mütterlicherseits.

Maria besucht Elisabet schon wenige Tage nach der Empfängnis im Haus des Zacharias. Elisabet, die schon eine ältere Frau ist, da ihr und ihrem Mann lange der gewünschte Sohn verwehrt blieb, ist bereist im sechsten Monat schwanger.

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Ave gratia plena: die Verkündigung

Dienstag, den 29. April 2008

Fra Filippo Lippi: Maria Verkündigung mit Stiftern, um 1455

Eines der bekanntesten Themen in der christlichen Kunst ist sicher die Verkündigung. Dabei wird die Szene nur im Evangelium des Lukas erwähnt. Der Erzengel Gabriel erscheint der lesende Maria und kündigt ihr an, dass sie einen Sohn empfangen wird, welcher der Sohn Gottes genannten werden wird, der als König den Thron Davids besteigt und dessen Herrschaft ewig ist. Da für Gott gesagt gleich getan bedeutet, wird Maria im selben Moment vom heiligen Geist „beschattet“ und das Kind wird von ihr „empfangen“.

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Als Pflegevater aufopferungsvoll: hl. Josef

Samstag, den 19. April 2008

George de la Tour: Josef, der Zimmermann, um 1640Wie die meisten Geschichten um Maria, so wird in den Evangelien wenig über Josef, den Pflegevater Jesu, erzählt. Die Apokryphen jedoch und die Legenden schmücken Erzählungen aus.

Allerdings wird Josef in den Evangelien des Matthäus und des Lukas als Ehemann Mariens bezeichnet und somit als gesetzlicher Vater Jesu. Auch die Abstammung des Josef wird über David und Abraham zu Adam zurückgeführt. Josef wird später dabei sein, wenn Jesus beschnitten, im Tempel dargebracht und ebendort als zwölfjähriger Gesucht werden muss. Josef ist auch von Bedeutung, da er wichtige Träume hat. Nur bei Matthäus finden sich Flucht nach und die Rückkehr aus Ägypten. Nach der Kindheit, während des öffentlichen Wirkens Jesu, wird Josef nicht mehr erwähnt.

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Ein älterer Herr: die Vermählung Marias

Samstag, den 19. April 2008

Vermählung Marias, Giotto, 1304-06, Arena-Kapelle in Padua

Als Maria zwölf oder vierzehn Jahre alt war, sollte sie wie alle anderen Tempeljungfrauen nach Hause zurückgehren um dort verheiratet zu werden. Maria weigerte sich jedoch, da sie Gott Jungfräulichkeit gelobt hätte. Da holte der Hohepriester Rat ein und eine Stimme aus dem Allerheiligsten des Tempels befahl ihm, alle unverheirateten Männer der zwölf Stämme Israels herbeikommen zu lassen und alles sollten einen Stab dabei haben. Dessen Stab nun im Angesicht Marias ergrünen würde, der wäre als Ehemann der Jungfrau bestimmt.

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Ohne Abschied: der Tempelgang Marias

Samstag, den 19. April 2008

Tizian: Tempelgang Marias (Ausschnitt), 1534-38

Besonders die Renaissance, aber auch das Spätmittelalter liebte diese Episode, da es den Künstlern die Gelegenheit bot, reiche Architekturdarstellungen, in der Renaissance auch mit Übungen zur Zentralperspektive, anzufertigen.

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Allein unter Frauen: die Geburt Mariens

Samstag, den 19. April 2008

Geburt der heiligen Jungfrau (1485-90), Santa Maria Novelle, Florenz: Domenico Ghirlandaio

Im Alten Testament ist es ein beliebtes Motiv, dass Frauen erst im fortgeschrittenen Alter ein Kind bekommen. So war es bei Sarah, der Mutter des Isaak und auch bei Hanna, der Mutter des Samuel. In späteren Geschichten war es Elisabeth, die Mutter Johannes des Täufers, die die Hoffnung auf ein Kind schon aufgegeben hatte. Um die Geburt Mariens in diesen Zusammenhang zu stellen, wurde auch Anna ein hohes Alter zugeschrieben.

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Jesus, ein König: die Wurzel Jesse

Samstag, den 19. April 2008

Die Wurzel Jesse (um 1490): Geertgem tot Sint JansAuch in den Evangelien wird von der Herkunft Jesu berichtet, die nicht einfach sein konnte. Während Matthäus seinen Stammbaum mit Abraham begann und David besonders hervorhob, führte Lukas seine Liste sogar bis Adam zurück und betonte damit die Verbundenheit von Jesus mit der gesamten Menschheit.

Benannt ist die Wurzel Jesse nach dem Vater Davids, der im Hebräischen Isai genannt wird. Im alttesta- mentarischen Buch des Propheten Jesaja steht die Zeile, dass aus der Wurzel Jesse ein Reis hervorgehen wird. Auch beim Propheten Jeremia kann man eine Stelle finden, die auf den Messias hindeuten kann: Seht, es kommen Tage, da werde ich für David einen gereichten Spross erwecken. Er wird als König herrschen und weise handeln, für Recht und Gerechtigkeit wird er sorgen im Land. Schließlich benennt Paulus Jesus als eben diesen Spross. Die königliche Abstammung Jesu von David rechtfertigt natürlich auch die Bezeichnung König für Jesus.

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Die Urhütte: Nikolaikirche in Leipzig

Freitag, den 18. April 2008

Nikolaikirche in Leipzig, Säule mit Gewölbe (Foto: Cethegus)Es kam nicht häufig vor, dass Kirchen durch Ereignisse berühmt wurden, die nicht länger als 20 Jahre zurück liegen. Die Nikolaikirche in Leipzig ist hierin eine Ausnahme. Das Gebäude steht im engsten Zusammen- hang mit dem Montags- demonstra- tionen, die dazu beitrugen, dass im November 1989 die Berliner Mauer in überraschender Geschwindigkeit ihre Funktion verlor. Mitinitiator der Montagsdemonstrationen war Christian Führer, der Pfarrer an der Nikolaikirche war und erst vor wenigen Wochen in den Ruhestand ging. Doch auch die Nikolaikirche hat, wie ihr Schutzpatron – der heilige Nikolaus – nahe legt, eine im Mittelalter beginnende Vorgeschichte. Nikolaus ist der Patron der Händler und auch Leipzig geht wahrscheinlich auf einen alten Handelsstützpunkt zurück. In der Tat findet sich heute noch Mauerwerk an der Kirche, welches im 12. Jahrhundert gebaut wurde.

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Pantheon des Trecento: Basilica San Francesco in Assisi

Donnerstag, den 17. April 2008

San Francesco in Assisi, Maesta und hl. Franziskus, Fresko, Cimabue, 1280 (Foto: Starlight, Gunnar Bach)

Während die Gotik in Frankreich, in Deutschland und auch in England große Blüte und hohe Kathedralen hervorbrachte, wurde sie in Italien eher stiefmütterlich behandelt. Vielmehr ging dort die Spätromanik relativ fließend in die Früh-Renaissance über und wenn gotische Formen verwandt wurden, wie im Dom von Florenz, dann sind sie kaum wieder zu erkennen. Etwas anders verhält es sich mit der Architektur der Bettelorden, die in Italien sozusagen die Fahne der Gotik hochhielten. Das prominenteste Beispiel und auch das früheste ist sicher die Basilika des Heiligen Franziskus im umbrischen Städtchen Assisi, die die Grablege des Heiligen Franziskus birgt, des Gründers der Franziskaner. Die Basilica San Francesco ist aber nicht nur aus architektonischer Sicht einzigartig, sondern sie ist auch die beeindruckendste Ansammlung der (Fresko-)Malerei des italienischen Trecento, also des 14. Jahrhunderts, während der im Grunde genommen die europäische Malerei nach der langen Zeitlücke der Nachantike und des frühen Mittelalters „neu“ erfunden wurde.

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