Ohne Abschied: der Tempelgang Marias

Tizian: Tempelgang Marias (Ausschnitt), 1534-38

Besonders die Renaissance, aber auch das Spätmittelalter liebte diese Episode, da es den Künstlern die Gelegenheit bot, reiche Architekturdarstellungen, in der Renaissance auch mit Übungen zur Zentralperspektive, anzufertigen.

Die späten und lange umsonst hoffenden Eltern Marias, Joachim und Anna, sollen gelobt haben, ihr Kind dem Dienst Gottes zu weihen. So verbrachte Maria lange Jahre ihrer Kindheit, nämlich vom 3. bis zum 12. oder 14. Lebensjahr im Tempel als Tempeljungfrau.

Tempelgang Marias, Les Très Riches Heures du duc de Berry, Folio 137r, 1410-16Die Kunst zeigt zumeist den Moment, an dem Maria ihre Eltern verlässt, um den Tempeldienst anzutreten. Oft wird Maria dabei auf den Stufen des Tempels gezeigt, die Eltern am Fuße der Treppe, der Hohepriester oben das junge Mädchen empfangend. Angeblich bestieg Maria die Treppe ohne Hilfe und ohne noch einmal zu ihren Eltern zurückzuschauen. Im Tempel brachte ein Engel dem Kind Nahrung.

Quelle: Protoevangelium des Jakobus; Evangelium des Pseudo-Matthäus; Legenda Aurea: Von der Geburt der seligsten Jungfrau Maria

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>