Gloria in excelsis Deo: Die Anbetung der Hirten
28. Juni 2008Die Lebensgeschichte Jesu findet größtenteils am Tage statt, also bei hellem Sonnenschein. So ist die Gefangennahme Christi, welche bei Nacht, also im Dunklen stattgefunden hat, schon etwas Besonderes. Die zweite Szene, die in der Nacht spielt, ist die Anbetung durch die Hirten.
Nachtszenen waren für die Kunst vor allem des Mittelalters eine Herausforderung, da der Goldgrund zumeist gleißendes Sonnenlicht vermuten ließ. So wurden bis ins ausgehende 16. Jahrhundert fast ausschließlich Tagszenen dargestellt. Auch die Anbetung wurde aus der Nacht in den Tag verlegt.
Die Anbetung der Hirten ist Sondergut des Evangelisten Lukas. Bei ihm steht vor der Anbetung die Verkündigung an die Hirten. Die Szene, die schon oft auf Geburtsdarstellungen zu finden ist, zeigt einen Engel, der plötzlich von einem himmlischen Herr begleitet wird, welches vor den Hirten Gott lobt und das Gloria in excelsis Deo spricht. Von einem Engelchor, wie er später in der Kunst auftaucht, ist allerdings bei Lukas nicht die Rede.
Nach er Verkündigung entschwinden die Engel wieder gen Himmel, die Hirten aber gehen nach Bethlehem. Als Zeichen haben ihnen die Engel das Kind genannt, welches in Windeln gewickelt in einer Krippe liegt.
In Bethlehem finden die Hirten Maria, Joseph und Kind. Daraufhin berichten sie von dem, was ihnen über das Kind erzählt worden ist. So werden die Hirten zu den ersten Evangelisten. Von einer Anbetung der Hirten ist bei Lukas jedoch nicht die Rede.
In der bildenden Kunst erscheint die Anbetung der Hirten erst im 14. Jahrhundert unter dem Einfluss der Frömmigkeit der Franziskaner.
Quelle: Lukas 2,8-20
