Sterndeuter am Wegesrand: Der Zug der Hl. Drei Könige

12. August 2008

Die drei Magier vor Herodes; frühes 15. Jahrhundert, Glasmalerei, Frankreich

Wieder einmal sind die biblischen Quellen dürftig. Das Matthäus-Evangelium enthält als einziges der Evangelien lediglich ein paar Sätze, in denen zudem nur von „Sterndeutern“ die Rede ist, die aus dem Osten zu Herodes nach Jerusalem kamen, dort nach dem neugeborenen König der Juden fragten, um ihm zu huldigen. Fast der ganze Rest ist Legende, die mit den Jahrhunderten immer weiter ergänzt und ein sehr beliebtes Thema in der sakralen Kunst wurde.


Matthäus erzählt wenigstens noch von der Reaktion des Herodes. Er erschrickt fürchterlich, da er sich für den eigentlich König hält und seine Macht gefährdet sieht. Nach Rücksprache mit seinen Hohepriestern und Schriftgelehrten fordert Herodes die Sterndeuter auf, weiter nach dem Kind zu suchen und ihm bei Erfolg Bescheid zu geben, angeblich damit auch er dem Kind huldigen kann.

Ein Stern führt die Sterndeuter daraufhin in das Haus des Kindes in Betlehem. Von einem Stall oder einer Grotte ist im Evangelium nicht die Rede. Die Deuter huldigen dem Kind und beschenken es mit Weihrauch, Myrrhe und Gold. Im Traum wird ihnen dann davon abgeraten, zu Herodes zurückzukehren und die Sterndeuter ziehen auf einem anderen Weg heim.

Im Laufe der Zeit werden aus den Sterndeutern nicht nur drei Könige. Oft werden die Könige in der Kunst – vor allem im Mittelalter – auch als ein alter europäischer, ein junger afrikanischer, oft dunkelhäutiger, und ein orientalischer Herrscher in mittleren Jahren dargestellt. So symbolisieren die drei nicht nur die drei im Mittelalter bekannten Weltgegenden, sondern auch die drei Lebensalter und stehen somit als Stellvertreter für die ganze Menschheit.

Quelle: Matthäus 2,1-12: Die Huldigung der Sterndeuter; Pseudo-Matthäusevangelium; Legenda Aurea: Von der Erscheinung des Herrn

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