Lichtmess und Mariae Reinigung: Die Darbringung im Tempel

14. August 2008

Die Darbringung im Tempel, Giovanni Bellini, um 1459

Teil der Geschichte ist auch der Reinigungritus Mariens. Die sogenannte Darstellung im Tempel erfolgt dem Gesetz nach am 40. Tag nach der Geburt eines Sohnes. Die Mutter ging in den Tempel und brachte als Opfer zwei Tauben dar. Bis zur Reinigung galt die Frau als unrein. Aufgabe des Vaters war es, die ‚Erstgeburt’ loszukaufen. Als Maria und Josef mit dem Jesus-Kind in den Tempel kommt, führt der Heilige Geist auch den gerechten Simeon dort hin.

Simeon erkennt die Bedeutung des Ereignisses und dankt Gott in einem Gebet „(Nun lässt Du Herr, … deinen Knecht in Frieden scheiden“). Im war offenbart worden, dass er nicht sterben würde, bevor er nicht den Messias gesehen hätte. Anschließend segnet er Maria und verkündet ihr, dass „Dir selbst aber ein Schwert durch die Seele dringen“ wird. Und nicht nur Simeon ist anwesend, sondern auch die Prophetin Hanna, die in Jesus die Erlösung Israels erkannte.

Die Darbringung im Tempel wird in der katholischen Kirche am Festtag (Mariae) Lichtmess am 2. Februar gefeiert. Der Name des Feiertages ist abgeleitet von der Kerzenweihe, die am gleichen Tag stattfindet. Vielleicht wird damit auch auf ein Wort des Simeon bezug genommen, der Jesus als „Licht, dass die Heiden erleuchtet“ bezeichnet.

Das Dankgebet Simeons wurden später zum Hymnus Nunc dimittis, welches ein Stundengebet ist und aufgrund seiner Abschiedsthematik zur Nacht gebetet (Komplet) wird.

In den Darstellungen der Kunst ist die Szene in einem Tempel angelegt. Oft wird Simeon gezeigt, wie er das Kind im Arm hält oder von Maria entgegennimmt. Zu sehen sind oft die beiden Tauben, die für das Reinigungsopfer benötigt werden, hin und wieder auch das Ablösegeld für den Erstgeborenen.

Quelle: Lukas 2,22-39: Das Zeugnis des Simeon und der Hanna über Jesus; Legenda Aurea: Von Mariae Reinigung.

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