Zum Volk Israels: Die Beschneidung Jesu
14. August 2008
Für einen männlichen Juden bedeutete die Beschneidung die Aufnahme in das Volk Israels. Der Evangelist Lukas erwähnt die Beschneidung ausdrücklich, wenn auch nur in einem Satz. Die Beschneidung führte am achten Tage nach der Geburt Joseph durch, der Vater Jesu. Bei Matthäus wird nur die Beschneidung als solche erwähnt. Während des Vorgangs der Beschneidung wird Jesu auch sein Name gegeben.
Im Christentum löst die Taufe die Beschneidung als Aufnahmeritus ab. Die Beschneidung Jesu gewinnt jedoch Bedeutung als das erste Mal, dass das Blut Jesu vergossen wird. Dadurch wird das Messer der Beschneidung zu einem Leidenswerkzeug und der Ritus zu einer der sieben Schmerzen Mariens.
In der christlichen Kunst wird die Beschneidung zumeist dargestellt, wie sie von einem Priester, wenn nicht sogar dem Hohepriester durchgeführt wird. Im Mittelalter steht oft das Messer als Leidenswerkzeug im Vordergrund. In der Renaissance bemühen sich die Künstler jedoch mehr um die menschlichen Gefühle: die Konzentration des Priesters, die Besorgnis der Mutter und die Angst des Kindes.
Im frühen Christentum wurde leidenschaftlich um die Beschneidung und ihre Bedeutung gestritten. Der Ersatz durch die Taufe machte aber die Heidenmission, also die Ausbreitung des Christentums auch unter Nichtjuden erst möglich.
In der christlichen Ikonografie bedeutete die Beschneidung auch einen Hinweis auf die Passion.
Quelle: Lukas 2,21; Pseudomatthäus-Evangelium: Legenda Aurea: Von der Beschneidung des Herren