Menschliche Grausamkeit: Der Kindermord in Betlehem
17. August 2008
Gleich nach der Flucht der Heiligen Familie nach Ägypten berichtet der Evangelist Johannes von wohl einem der grausamsten Ereignisse im Neuen Testament. „… und er ließ in Betlehem und der ganzen Umgebung alle Knaben bis zum Alter von zwei Jahren töten.“ Die Kirche betrachtete die ermordeten Kinder später als die ersten Märtyrer und weihte ihnen einen Gedenktag: das „Fest der unschuldigen Kinder“ am 28. Dezember. Darstellungen in der christlichen Kunst gibt es seit dem 5. Jahrhundert.
Dabei schwankt die Anzahl der Mütter und Kinder beträchtlich: von zwei oder drei bis zu unüberschaubar vielen. Ab dem Spätalter wird die Darstellung zunehmend dramatisiert. Die Mütter werden zunehmend verzweifelter und versuchen bisweilen den Schergen ihre Kinder zu entreißen. Die Psychologisierung des Abgebildeten, aber auch die Brutalität des Mordes werden bis ins Barock immer deutlicher gezeigt. Im Barock werden zudem Bezüge zu Kriegen und Gemetzeln des eigenen Zeitalters hergestellt und sollen die Universalität menschlicher Grausamkeit zeigen.
Quelle: Matthäus 2,16-18, Legenda Aurea: Von den unschuldigen Kindlein
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