Monatsarchiv für September 2008

Leuchtend wie die Sonne: Die Verklärung

Montag, den 22. September 2008

Raffael: Verklärung Christi, um 1520

Der große italienische Maler Raffael (1483-1520) widmete sein letztes und eines seiner bekanntesten Gemälde dem Ereignis, welches sechs Tage geschah nach dem Messias-Bekenntnis des Petrus und der ersten Ankündigung Jesu, er würde getötet werden und auferstehen. Jesus nahm Petrus, Jakobus und Johannes beiseite und ging mit ihnen auf einen hohen Berg. Dort wird Jesus vor den Augen der Jünger verwandelt, sein Gesicht leuchtet und sein Gewand wird strahlend weiß. Die Propheten Mose und Elija erscheinen und reden mit Jesus.

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Der erste Stein: Jesus und die Ehebrecherin

Montag, den 22. September 2008

Jan Brueghel der Ältere: Christus und die Ehebrecherin, nach 1610

Viele Zitate aus der Bibel haben sich im Gebrauch verselbständigt und können von den Gebrauchenden nur noch selten ihrer Quelle zugeordnet werden. Auch die nur beim Evangelisten Johannes zu findende Geschichte von Jesus und der Ehebrecherin enthält ein solches Zitat. Seit dem frühen Christentum dargestellt, hat die Episode keine feste Ikonografie gefunden und fand deshalb vielfältige Darstellungen, zumal die Szene vor allem seit dem Spätaltermittelalter sehr beliebt war.

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Argumentationshilfe zur Kindertaufe: Die Segnung der Kinder

Montag, den 22. September 2008

Lucas Cranach d.Ä.: Christus segnet die Kinder (Detail), um 1530

Jesus ließ sich als Erwachsener taufen. Im frühen Christentum war die Taufe als sich seiner Entscheidung zur Taufe bewusster Menschen selbstverständlich. Erst später kam die Kindstaufe in Mode. Während der Reformationsbewegung gingen einzelnen Gemeinschaften auch wieder zur ausschließlichen Erwachsenentaufe über. Die etablierten Kirchen, später also auch die großen protestantischen Kirchen, versuchten dem Trend als Argument die Segnung der Kinder durch Jesu entgegenzusetzen, wie sie die drei älteren Evangelisten berichten.

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Architekturikone: die Wallfahrtskapelle Notre-Dame-du-Haut de Ronchamp

Montag, den 22. September 2008

Notre-Dame-du-Haut de Ronchamp, Blick von Südosten (Foto: Wladyslaw)

Wahrscheinlich hat es hässliche Kirchen gegeben, seitdem Kirchen gebaut werden. Trotzdem sind die Bauten des 20. Jahrhunderts besonders ungeliebt, was vermutlich an der zeitlichen Nähe zur Gegenwart, der Vorstellung, das alt gleich wertvoll bedeutet, oder aber einfach an der tatsächlichen Scheußlichkeit vieler Kirchenbauten der letzten 100 Jahre liegt. Mehr als nur eine Ausnahme für alle diese Annahmen schmückt den 470 Meter hohen Berg Bourlémont in der Nähe des französischen Ortes Belfort. Hier im Départments Haute-Saôme steht eine wahre Architekturikone nicht nur des Kirchenbaus, sondern der gesamten Architekturgeschichte. Schon die französische Bezeichnung Chapelle Notre-Dame-du-Haut de Ronchamps (Unsere Liebe Frau von der Höhe in Ronchamps) spricht von Schönheit, auch wenn sie etwas in die Irre führt. Die Kapelle wurde erst im Jahre 1955 der Mutter Gottes geweiht und ist ein Werk des schweizerisch-französischen Architekten Le Corbusier.

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Begründer des abendländischen Mönchtums: Benedikt von Nursia

Montag, den 22. September 2008

Retabel aus der Abteikirche Saint-Denis, um 1250-60, Szene aus dem Leben des hl. Benedikt (Foto: Marsyas)

Das meiste, was die Nachwelt vom Leben des Heiligen weiß, stammt aus den Heiligen Viten, die Papst Gregor der Großen (540-604) um 600 schrieb. Da diesen Viten jedoch viele Fehler nachgewiesen werden konnten, gibt es sogar einige Forscher, die bezweifeln, dass es Benedikt je gegeben hat. Dabei gilt der Mann, der zwischen 480 und 547 in Italien gelebt haben soll, als Begründer des christlichen Mönchtums.

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Blutige Kunst: Bartholomäus

Samstag, den 20. September 2008

Michelangelo Buonarotti: Das Jüngste Gericht (Ausschnitt; die abgezogene Haut trägt ein Selbstporträt des Michelangelo), 1535-1541Heiligen- darstellungen sind in der christlichen Kunst sehr oft ziemlich grausam, da viele Heilige den Märtyrertod erlitten haben und das Martyrium oft das wichtigste Ereignis in einer Heiligenvita ist. Ein besonders grausames Martyrium erlitt der heilige Bartholomäus, weshalb Darstellungen aus seiner Geschichte oft besonders grausam sind. Dem späteren Heiligen wurde bei lebendigem Leib die Haut abgezogen, so dass er hin und wieder als Muskelmann gezeigt wird, der seine leere Leibeshülle über dem Arm trägt. In Apostelfolgen wird Bartholomäus jedoch zumeist nur mit dem Instrument seines Martyriums gezeigt: dem Messer.

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Fieser Trick: Die Frage nach der Steuer

Samstag, den 20. September 2008

Tizian: Der Zinsgroschen, um 1516Welche gläubigen Steuerzahler würde nicht interessieren, ob er in seinem Widerwillen nicht Beistand von Jesus Christus bekäme. Das ist heute so und war auch schon im Mittelalter nicht anders. Aus dieser ständigen Aktualität erklärt sich nicht nur die relative Beliebtheit der Szene trotz des abstrakten Themas, sondern auch die politische Brisanz der Darstellungen. Dabei werden in der christlichen Kunst zwei Ereignisse oft auch noch durcheinandergeworfen, die letztendlich nicht immer unterschieden werden können: zum einen geht es um die Frage der Entrichtung der Tempelsteuer, zum anderen um die kaiserliche Steuer.

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Prunk, Pracht, Protz: Berliner Dom

Samstag, den 20. September 2008

Berliner Dom, Ansicht vom Lustgarten (Foto: Holger Weinandt)

Dem Bau fehlt jede Bescheidenheit. Manche nennen ihn unbeschreiblich, viele nennen ihn unbeschreiblich klotzig. Die Kirche strahlt reine Repräsentation aus und ihre Erbauer wollten am Ende des 19. Jahrhunderts auch nicht viel weniger, als eine, wenn nicht die Hauptkirche des Protestantismus schaffen. Dabei stand der Dom nicht nur für den Protestantismus sondern auch für einige seiner größten Beschützer, die Fürsten, Könige und Kaiser aus den Hause Hohenzollern, die seit dem Mittelalter über Brandenburg, Preußen und schließlich das deutsche Kaiserreich herrschten. Die Hohenzollern wählten das direkt neben dem 1950 abgerissene Berliner Stadtschloss gelegene Gotteshaus auch als ihre Grablege.

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Alles Böse ist ein Mangel an Gutem: Augustinus von Hippo

Donnerstag, den 18. September 2008

Michael Pacher: Altar der vier lateinischen Kirchenväter - Detail mit Augustinus (links) und Gregor dem Großen, um 1483

Es wird gerne vergessen, dass auch Martin Luther einmal ein Mönch gewesen ist. Der spätere Reformator war ein Augustiner. Dieser Orden geht auf den Heiligen und Kirchenlehrer Augustinus von Hippo zurück, der im 4. Jahrhundert vor allem in Nordafrika lebte und wirkte. Von Augustinus sind fast 1.000 Predigten, 113 Bücher und 128 Briefe überliefert. Er hatte mit seinen Lehren zur Erbsünde, der göttlichen Gnade, der göttlichen Souveränität und auch zur Prädestination große Wirkung bis hin zu Luther. Sein bedeutendstes Werk sind die Confessiones. Dabei hatte Augustinus einen großen Teil seines Lebens eher unheilig verbracht und schon gar nicht als Christ.

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Renaissance der griechischen Antike: Kunst des Klassizismus

Mittwoch, den 17. September 2008

Stadtkirche Karlsruhe, 1807-16, Friedrich Weinbrenner (Foto: Martin Dürrschnabel)

Zum Ende des 18. Jahrhunderts neigte sich der Absolutismus seinem Ende zu. Die Auflösung der alten Ordnung sollte sich explosionsartig 1789 in der Französischen Revolution entladen. Doch schon der Preußenkönig Friedrich II. konnte sich augenscheinlich nicht recht entscheiden, ob er lieber das Volk gängeln oder ein aufgeklärter Monarch sein wollte. Begleitet wurde die Entwicklung von einer selbstbewusster werdenden Wissenschaft, die nicht nur die Natur, sondern auch die Geistesgeschichte in einem neuen Licht betrachtete. Eine der wichtigsten Gestalten war der Archäologe Johann Joachim Winkelmann (1717-68), der der Antike in der Öffentlichkeit einen neue Stellenwert geben wollte. Die römische Antike war seit der Renaissance nie ganz aus dem Blickfeld geraten, Winkelmann jedoch legte den Fokus auf die griechische Klassik. Und so könnte der ganze Klassizismus beschrieben werden: Als eine Stilrichtung, in der das klassische Griechenland zum Programm erhoben wurde. Womit auch schon der Hauptunterschied zum folgenden Historismus erwähnt wäre. Im weiteren Sinne umfasst der Klassizismus aber die Zeit zwischen 1770 und 1830.

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