Es wird gerne vergessen, dass auch Martin Luther einmal ein Mönch gewesen ist. Der spätere Reformator war ein Augustiner. Dieser Orden geht auf den Heiligen und Kirchenlehrer Augustinus von Hippo zurück, der im 4. Jahrhundert vor allem in Nordafrika lebte und wirkte. Von Augustinus sind fast 1.000 Predigten, 113 Bücher und 128 Briefe überliefert. Er hatte mit seinen Lehren zur Erbsünde, der göttlichen Gnade, der göttlichen Souveränität und auch zur Prädestination große Wirkung bis hin zu Luther. Sein bedeutendstes Werk sind die Confessiones. Dabei hatte Augustinus einen großen Teil seines Lebens eher unheilig verbracht und schon gar nicht als Christ.
Aurelius Augustinus wurde 354 im nordafrikanischen Tagaste (heute Algerien) geboren. Seine Eltern waren Heiden, erzogen ihren Sohn aber in christlichem Glauben. Getauft wurde Augustinus jedoch nicht.
Augustinus studierte in Madaura und Karthago Rhetorik und Philosophie. Während seine Studiums wandte es sich vom Christentum ab und dem Manichäismus zu, einer starken Konkurrenzglaubensrichtung, die dem frühen Christentum schwer zusetzten. Die Manichäer lehrten vor allem eine starke Trennung in Gut und Böse.
Ab seinem 17. Lebensjahr lebte Augustinus in wilder Eher mit einer Frau und zeugte mit ihr einen Sohn, der 372 geboren wurde und bis zu seinem frühen Tod 389 bei ihm lebte. Augustinus lehrte in dieser Zeit Rhetorik und Philosophier in Tagaste und Karthago. Dann ging er als Lehrer auch nach Rom und Mailand.
In Mailand besuchte Augustinus Predigten des vielgerühmten Bischofs Ambrosius. In Stunden schwerster Anfechtung erlebte Augustinus seine Bekehrung und ließ sich 386 taufen, der Legende nach von Ambrosius persönlich.
388 kehrte Augustinus nach Afrika zurück und lebte dort bis 391 in einer klösterlichen Gemeinschaft, nachdem er allem weltlichen Besitz entsagt hatte. Schließlich empfing er die Priesterweihe und stand danach vier Jahre dem Bischof von Hippo als Assistent zur Seite. 396 wurde Augustinus selbst Bischof von Hippo und starb am 28. August 430 während der Belagerung Hippos durch die Wandalen.
In der Kunst wird Augustinus meist als Bischof dargestellt, der in das Studium von Büchern vertieft ist. Ein nicht seltenes Attribut seit dem 15. Jahrhundert ist ein kleiner Junge mit einen Löffel oder eine Muschel in der Hand. Er geht auf eine Legende zurück, die erzählt, wie Augustinus am Strand ein Kind sieht, wie es versucht, das Meer auszuschöpfen. Augustinus fragt den Knaben, ob es ihm gelingen würde. Das Kind aber antwortet: “Gewiss eher als du das Wesen Gottes erfassen wirst.” Ab dem 17. Jahrhundert wird er mit einem flammenden oder pfeildurchbohrten Herz dargestellt, die seine Glaubenskraft symbolisieren.
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Tag: 28. August

