Fieser Trick: Die Frage nach der Steuer
20. September 2008
Welche gläubigen Steuerzahler würde nicht interessieren, ob er in seinem Widerwillen nicht Beistand von Jesus Christus bekäme. Das ist heute so und war auch schon im Mittelalter nicht anders. Aus dieser ständigen Aktualität erklärt sich nicht nur die relative Beliebtheit der Szene trotz des abstrakten Themas, sondern auch die politische Brisanz der Darstellungen. Dabei werden in der christlichen Kunst zwei Ereignisse oft auch noch durcheinandergeworfen, die letztendlich nicht immer unterschieden werden können: zum einen geht es um die Frage der Entrichtung der Tempelsteuer, zum anderen um die kaiserliche Steuer.
Die Szene zur Tempelsteuer wird nur vom Evangelisten Matthäus erzählt. Um keinen Anstoß zu erregen, entrichtet will Jesus die Steuer entrichten. An das nötige Kleingeld kommt Jesus, indem er Petrus zum Fischen auf den See schickt. Im ersten Fisch, der gefangen wird, steckt eine Münze, die Jesus abgibt. Die zweite Episode, die sich in den drei frühen Evangelien, also nicht bei Johannes, findet, versuchen die Pharisäer Jesus hereinzulegen. Sie fragen ihn, ob es erlaubt sei, dem Kaiser Steuern zu zahlen. Jesus durchschaut die Durchtriebenheit und lässt sich eine der Münzen geben, die für die Steuer gezahlt werden. Er zeigt auf das Bild auf der Münze und fragt, wessen Bildnis das sei. Des Kaisers, antworten die Pharisäer. Die Antwort Jesu ist inzwischen sprichwörtlich, aber die ursprüngliche Herkunft kaum noch bekannt. Jesus antwortet: So gebt dem Kaiser, was dem Kaiser gehört, und Gott, was Gott gehört.
In der Kunst wird die Frage nach der kaiserlichen Steuer oft unter dem Titel „Der Zinsgroschen“ geführt. Leider beantwortet aber auch die bildenden Kunst nicht eindeutig wie Jesus heute zu unsere Steuersystem stünde, was wohl auch für die Kirchensteuer gilt.
Quelle: Matthäus 17,24-27: Von der Tempelsteuer; Markus 12,13-17; Matthäus 22,15-22; Lukas 20,20-26: Die Frage nach der kaiserlichen Steuer
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