Der erste Stein: Jesus und die Ehebrecherin

Jan Brueghel der Ältere: Christus und die Ehebrecherin, nach 1610

Viele Zitate aus der Bibel haben sich im Gebrauch verselbständigt und können von den Gebrauchenden nur noch selten ihrer Quelle zugeordnet werden. Auch die nur beim Evangelisten Johannes zu findende Geschichte von Jesus und der Ehebrecherin enthält ein solches Zitat. Seit dem frühen Christentum dargestellt, hat die Episode keine feste Ikonografie gefunden und fand deshalb vielfältige Darstellungen, zumal die Szene vor allem seit dem Spätaltermittelalter sehr beliebt war.

Jesus lehrt im Tempel. Da bringen die Schriftgelehrten und Pharisäer eine Frau zu ihm und werfen ihr Ehebruch vor. Das Gesetz des Mose würde die Steinigung verlangen. Jesus zeichnet aber in die Erde. Als die Männer fragen, was nun werden solle, antwortet Jesus ihnen: „Wer frei von Sünde ist, der werfe den ersten Stein.“ Dann zeichnet er wieder mit dem Finger in der Erde. Nach und nach gehen nun die Männer und schließlich bleiben die Frau und Jesus zurück. Und Jesus sagt zu ihr: „Auch ich verurteile Dich nicht. Geh und sündige von jetzt an nicht mehr.“

Tatsächlich ist die Geschichte um die Ehebrecherin vor allem eine trickreiche Falle der Schriftgelehrten und Pharisäer, die überprüfen wollen, ob Jesus die Gesetz Mose befolgt. Das Evangelium des Johannes teilt übrigens nicht mit, was Jesus in die Erde schreibt.

Quelle: Johannes 8,3-11

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