Leuchtend wie die Sonne: Die Verklärung

Raffael: Verklärung Christi, um 1520

Der große italienische Maler Raffael (1483-1520) widmete sein letztes und eines seiner bekanntesten Gemälde dem Ereignis, welches sechs Tage geschah nach dem Messias-Bekenntnis des Petrus und der ersten Ankündigung Jesu, er würde getötet werden und auferstehen. Jesus nahm Petrus, Jakobus und Johannes beiseite und ging mit ihnen auf einen hohen Berg. Dort wird Jesus vor den Augen der Jünger verwandelt, sein Gesicht leuchtet und sein Gewand wird strahlend weiß. Die Propheten Mose und Elija erscheinen und reden mit Jesus.

Petrus aber will nun drei Hütten für die Propheten und Jesus bauen, als ein Schatten auf ihn fällt und eine Stimme aus deiner Wolke sagt: „Dies ist mein lieber Sohn, an welchem ich Wohlgefallen habe, den sollt ihr hören!“ (Matthäus 17,5) Die Jünger haben Angst, aber Jesus tritt zu ihnen und spricht zu ihnen. Als die Jünger aufblicken, ist nur noch Jesus da.

Während Jesus und die Jünger wieder vom Berg hinabsteigen, gebietet Jesus den Jüngern, über das Gesehene zu schweigen. Unten am Berg stehen viele Menschen. Ein Mann bittet Jesus, sein Sohn von seinen (wahrscheinlich epileptischen = mondsüchtigen) Anfällen zu befreien. Jesus befreit den Jungen von dem Dämon.

Die drei älteren, synoptischen Evangelien erzählen die Geschichte beinahe übereinstimmend, doch erwähnen keinen Ort. Erst die späteren Überlieferungen bezeichnen als Ort der Verklärung den Berg Tabor in Galiläa.

Das Motiv der Verklärung stammt ursprünglich aus der byzantinischen Kunst, wird aber in der ikonografischen Ausgestaltung von den westlichen Künstlern beinahe unverändert übernommen. Der leuchtende Jesus mit den Propheten an seiner Seite schwebt über den Jüngern, die sich niedergeworfen haben.

Raffael fügt der traditionellen Darstellung noch die neun am Fuße des Berges verbliebenen Jünger hinzu, sowie den epileptischen Knaben und dessen Eltern. Die Jünger werden gezeigt, wie sie dem Kind nicht zu helfen vermögen. Eindringlich ist die Darstellung des besessenen Kindes.

Quelle: Markus 9,2-10; Matthäus 17,1-9; Lukas 9,28-36: Die Verklärung Jesu

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