“Steh auf!” Die Erweckung des Jünglings von Nain

Insgesamt drei Mal weckte Jesus im Laufe seines Wirkens Tote auf. Die bekannteste Erweckung ist sicher die des Lazarus. Weniger bekannt ist die Erweckung des jungen Mannes in Nain, von der nur der Evangelist Lukas berichtet. Dafür lässt Lukas Jesus in Nain die gleichen Worte benutzen, wie bei der Erweckung der Tochter des Jairus (Lk 8,54): “Ich sage dir: Steh auf!” Dadurch erhält die Redewendung etwas formelhaftes und wird zu einem Ritual der Wirkmacht Jesu.

Jesus und seine Jünger waren auf dem Weg nach Nain. Dort begegnete ihnen schon am Stadttor ein Leichenzug. Eine Witwe hatte ihren einzigen Sohn verloren. Jesus hatte Mitleid mit der Frau. Er ging zu Bahre und sprach: Steh auf! Der Jüngling richtete sich auf und begann zu sprechen. Die Menschenmenge sah das Wunder und sagte: „Es ist ein großer Prophet unter uns aufgestanden, und: Gott hat sein Volk besucht.“

Die Geschichte kann an als eine Weisung an die Christenheit verstanden werden, sich der Witwen anzunehmen. Demütig erscheint die Witwe auch, weil sie Jesus nicht um die Gnade bittet.

In der Kunst wird das Thema nicht oft aufgegriffen und dann vor allem im Barock. Hin und wieder wird die Witwe auch jung und Jesus bittend oder sogar anflehend gezeigt (wie bei Paolo Veronese), auch wenn das an der Geschichte etwas vorbeigeht. Manchmal wird die Jünglingserweckung in Nain auch mit Motiven der Erweckung der Tochter des Jaïrus (z.B. Lukas 8,49-56) kombiniert.

Lukas 7,11-17: Die Auferweckung eines jungen Mannes in Nain

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