Die reichlichen Heilungen von Blinden in den Evangelien folgen einem einfachen Grund. Jesus hatte es Johannes dem Täufer angekündigt, als er mit Bezug auf den Propheten Jesaia das Wirken des Messias mit den Worten umschrieb: Blinde sehen wieder. Darüber hinaus ist eine Blindenheilung natürlich ein starkes Bild für das Wirken des Christus: es ist ein Sinnbild der Erleuchtung durch die Botschaft Jesu.
Dabei bezeichnet sich Jesus selbst als das „Licht der Welt“. Auch die Augen werden mitunter als „Lichter“ bezeichnet. Dazu passt natürlich sehr gut die Geschichte der Heilung eines von Geburt Blinden im Evangelium des Johannes. Die Heilung erfolgt durch Auflegen eines Breis aus Speichel und Sand, den sich der Blinde im Teich Schiloch auswäscht.
Ab dem 3. Jahrhundert ist die Heilung von Blinden eines der am häufigsten dargestellten Wunder. Oft heilt Jesus in den Darstellungen gleichzeitig Blinde und Lahme, da es von letzteren heißt, dass sie durch den Erwählten wieder gehen können.
Die Geste der Heilung ist oft gleich der Geste der Segnung.
Quellen: Matthäus 9,27-31: Heilung von zwei Blinden; Matthäus 20,29-34: Heilung von zwei Blinden bei Jericho; Markus 8,22-26: Heilung eines Blinden bei Betsaida; Markus 10,35-43; Lukas 18,35-43: Heilung eines Blinden (Bartimäus) bei Jericho; Johannes 9,1-12; Johannes 9,1-12; Heilung eines Blinden am Teich Schiloch

