Jesus weinte: die Auferweckung des Lazarus

11. Juli 2009

Die Auferweckung des Lazarus: Giotto, 1306 - Padua, Capella degli Scrovengni (Arena-Kapelle)

Viele Wunder wirkte Jesus. Das bekannteste ist zweifellos die Auferweckung des Lazarus, verweist sie doch nur allzu deutlich auf die Auferstehung der Toten zum Weltgericht am Jüngsten Tag und Jesu Wirkmacht über den Tod. Bemerkenswert ist aber auch, das gerade das Wunder, welches Lazarus geschah, nicht nur mit einem Namen verbunden kann, sondern darüber hinaus auch sprichwörtlich geworden ist. Dabei hat die Geschichte, die sich nur im Evangelium des Johannes findet, eine Ebene, die weder in der Überlieferung noch in der Kunst einen großen Widerhall fand.

Die Geschichte wird recht ausführlich erzählt. Jesus war mit den Geschwistern Lazarus, Maria und Marta befreundet. Die drei Geschwister lebten in einem Ort namens Betanien in der Nähe von Jerusalem. Lazarus wurde eines Tages krank und die beiden Schwestern schickten nach Jesus. Erst zwei Tage später machte sich Jesus auf den Weg. Als er endlich angekommen war, lag Lazarus bereits seit vier Tagen in seinem Grab. Maria und Marta, die Jesus entgegen gegangen waren, hielten ihm vor, dass Lazarus noch leben könnte, wäre Jesus früher gekommen. Die Schwestern führten Jesus an das Grab, eine mit einem Stein verschlossene Höhle. Nun kommt der Teil, der über das Wunder der Auferweckung immer ein wenig vernachlässigt wurde. Denn Jesus war beim Anblick des Grabes tief erregt und schwer erschüttert. Der Evangelist berichtet sogar, dass Jesus weinte. Er ließ den Stein vom Grab nehmen und nach einem kurzen Zwiegespräch mit Gott sagte Jesus: „Lazarus, komm heraus!“ Da trat Lazarus aus seiner Grabeshöhle.

Kein Wunder Jesu wurde häufiger in der Kunst dargestellt, als die Auferweckung des Lazarus. Zu sehen sind immer Jesus, das Grab, die beiden Schwestern, die Jesus um das Wunder bitten und natürlich der auferweckte Lazarus, zumeist noch mehr oder weniger in sein Leichentuch gehüllt. Hin und wieder werden einige Personen gezeigt, die sich das Gesicht oder die Nase verhüllen. Dabei wird auf ein Zitat der Marta Bezug genommen, die Jesus mitteilte, Lazarus würde schon riechen, denn er sei schon vier Tag tot. Auch die Leichenbinden werden im Evangelium des Johannes erwähnt.

Maria und Marta werden in der Überlieferung oft mit der Maria und der Marta identifiziert, die Jesus in ihrem Haus besucht hatte und symbolisieren so auch das kontemplative und das aktive Leben. So wird oft Maria knieend und betend gezeigt, während Marta steht und mit Jesus lebhaft diskutiert.

Quellen: Johannes 11,1-44

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