Der Nächste ist der, der am nächsten ist: Der barmherzige Samariter
16. Juli 2009Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.“ Kein Gebot scheint schwerer zu befolgen als dieses. Dabei betonen die Evangelisten Matthäus, Markus und Lukas übereinstimmend, das gerade das Gebot der Nächstenliebe das wichtigste sei. Schon der aufgeklärte Mensch der Gegenwart ist mit der Frage überfordert, wer den nun eigentlich der „Nächste“ ist. Der stinkende, alte Nachbar ist es hoffentlich nicht. Auch die Jünger sind mit der Frage überfordert und so antwortet Jesus im Evangelium des Lukas mit einem berühmten Beispiel.
Auf der Straße von Jerusalem nach Jericho wird ein Mann überfallen und schwer verletzt liegen gelassen. Zwei fromme Israeliten, unter ihnen ein Priester, kommen des Weges, gehen aber vorbei. Dann erscheint ein Mann aus Samarien, ein Samariter und Ungläubiger also, ein Heide. Er zeigt sich menschlich und tut schnell, was getan werden muss. Der Samariter versorgt die Wunden des Verletzten und bringt ihn, auf sein Reittier gebunden, in eine Herberge. Dort gibt der Samariter dem Wirt Anweisungen für die Pflege und übernimmt sogar die Kosten dafür. Der „Nächste“ ist also der, der einem „zunächst“ ist. Die Liebe zeigt sich dann im Handeln am „Nächsten“, der der Fürsorge bedarf.
Das Gleichnis um den barmherzigen Samariter ist eines der beliebtesten Gleichnisse überhaupt. In der Kunst werden in Einzel- oder in Sammeldarstellungen mehrere Teilepisoden der Geschichte gezeigt: der Überfall, der vorbeigehende Priester, die Hilfe des Samariters und die Ankunft in der Herberge.
Der Überfallene wird oft entkleidet gezeigt, der Samariter bisweilen in einem orientalischen Gewand, um seine Fremdheit zu verdeutlichen.
Die Geschichte war bei den Künstlern aber nicht nur aufgrund der hohen Bedeutsamkeit beliebt, sondern auch wegen der Möglichkeit, üppige Landschaften zu malen. Deshalb ist das Thema auch in der Renaissance und besonders im Barock beliebt gewesen.
Quelle: Lukas 10,25-37: Das Beispiel vom barmherzigen Samariter
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