„Gleichnisse sind meist kürzere Texte, die mit didaktischem Anspruch einen komplexen oft theoretischen Sachverhalt in Form einer bildhaften und konkreten Darstellung abbilden.“ So wird der Begriff Gleichnis in der Enzyklopädia Wikipedia definiert. Die Evangelien berichten, dass Jesus oft in Gleichnissen gesprochen hat. Eines der Wichtigsten dürfte das Gleichnis vom Sämann sein, auch wenn es in der Kunst nicht allzu häufig dargestellt wurde.
Die drei frühen Evangelien erzählen vom Gleichnis in sehr ähnlicher Weise: ein Sämann sät die Saat. Einmal fällt es auf den Weg und wird von den Vögeln gefressen. Einmal fällt es auf felsigen Boden und kann nicht aufgehen. Einmal fällt die Saat zwischen die Dornen und wird erstickt. Ein Teil jedoch fällt auf fruchtbaren Boden und bringt reichlich Frucht. Bedeutend am Gleichnis vom Sämann ist auch, dass Jesus das Gleichnis nicht nur erzählt, sondern auch erläutert. Die Saat ist das Wort, also die Verheißung Gottes. Einmal wird das Wort vom Teufel wie von den Vögeln gefressen. Einmal sind die Menschen nicht offen für das Wort. Es verdorrt. Einmal fällt es zwischen die Sorgen und Gier der Menschen und erstickt. Doch bei den Menschen, zu denen das Wort gelangt, die es hören und die es aufnehmen, bringt es Frucht.
Das Gleichnis soll den Menschen, die offen für das Wort sind, Mut machen. Kann die Saat aufgehen, wird sie – etwas später – auch reiche Frucht bringen.
Künstler, die das Gleichnis vom Sämann darstellten, wählten die Geschichte nicht selten, weil sie so die Gelegenheit bekamen, bäuerliches Leben ihrer Zeit zu zeigen. Deshalb ist es jedoch manchmal schwer, ländliche Szenen von Darstellungen des Gleichnisses zu unterscheiden, zumal keine der bekannten Gestalten der Bibel oder Heilige mitwirken.
Quelle: Markus 4,1-20; Matthäus 13,1-23; Lukas 8,4-15

