Der etwas andere Messias und König: Der Einzug in Jerusalem
12. Februar 2010„Siehe, dein König kommt zu dir, ein Gerechter und ein Helfer, arm und reitet auf einem Esel, auf einem Füllen der Eselin.“ So liest man beim Propheten Sacharja im Vers neun des 9. Kapitel. Im Neuen Testament erfüllt sich die Prophezeiung des alttestamentlichen Propheten, als Jesus zu Beginn der Passionsgeschichte in Jerusalem einreitet. Die Kirchen feiern dieses Ereignis am Palmsonntag, mit dem die Karwoche beginnt.
Jesus reitet in Jerusalem nicht unbemerkt ein. Das Volk empfängt ihn am Abhang des Ölbergs. Die Menschen bereiten Jesus ihre Kleider als Teppich auf den Weg und schneiden Zweige von Bäumen, die sie gleichfalls auf den Weg streuen. Dazu ruft das Volk: „Hosanna dem Sohn Davids! Gesegnet sei der da kommt im Namen des Herren! Hosanna in der Höhe!“ Der Einzug ist also triumphal. Jesus wird als neuer König und Messias empfangen, wie es die Schrift geweissagt hat.
Fünf Tage später jedoch soll der Auszug Jesu aus Jerusalem ganz andere Züge tragen: Jesus ist auf dem Weg nach Golgatha, trägt sein Kreuz und erwartetet seine Kreuzigung. Eben noch als König begrüsst, wird er nun als vermeintlicher geschmäht. Die Passionsgeschichte bestätigt also die messianischen Prophezeiung, doch Jesus ist gleichzeitig die Absage an die bestimmten messianischen Erwartungen der Menschen. Auf ihre Enttäuschung reagieren das Volk mit Hass.
In der Kunst wird Jesus auf dem Füllen gezeigt. Zu sehen sind sehr oft auch das Tor Jerusalems und fast immer das Volk, wie es seine Kleider ausbreitet und hin und wieder auch Olivenzweige schneidet.
Quellen: Markus 11,1-10; Matthäus 21,1-9; Lukas 19,28-40; Johannes 12,12-19
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