Leib und Blut Christi: Das letzte Abendmahl
19. März 2010„Und als sie aßen, nahm Jesus das Brot, dankte und brach’s und gab’s ihnen und sprach: Nehmet; das ist mein Leib. Und er nahm den Kelch, dankte und gab ihnen den; und sie tranken alle daraus. Und er sprach zu ihnen: Das ist mein Blut des Bundes, das für viele vergossen wird.“ So finden sich die berühmten Einsetzungsworte im Evangelium des Markus im 14. Kapitel. Das letzte Abendmahl, dessen Einsetzung am Gründonnerstag gefeiert wird, findet sich als Erzählung in allen Evangelium, wobei bei Johannes jedoch nicht die Einsetzungsworte zu finden sind, sondern der vierte Evangelist die Szene für seine Abschiedsreden Jesu nutzt. Dritter Schwerpunkt der Szene ist die Verratsankündigung durch Jesus.
An seinem letzten Abend vor seiner Gefangennahme versammelt sich Jesus mit seinen Jüngern in einem Raum, welchen Markus als einen großen Saal mit Polstern beschreibt. Dort wollen die Versammelten das Passah-Lamm essen, was Juden für den Vorabend des Passah-Festes geboten ist. In den Darstellungen der Kunst sitzen die Jünger deshalb um einen großen Tisch, auf welchem die ungesäurerten Brote, Wein und das Passah-Lamm liegen und der sich oft in einem prächtigen Saal befindet.
In der christlichen Kunst wird zumeist der Moment gezeigt, in dem Jesus seinen Jüngern mitteilt, dass einer unter ihnen ihn verraten wird. Darauf hin ist die Aufregung unter den Jüngern groß und alle Jünger fragen, ob sie es sein werden. Bei Johannes findet sich im Anschluss dann der Hinweis Jesu, Verräter sei derjenige, dem er einen Bissen Brot reichen werden.
Wesentlich seltener oder nur als Teil des Verratsmoments zeigen die Darstellungen jedoch die für die für das Christentum wichtige Einsetzung des Sakraments der Eucharistie oder des Abendmahls.
Im Johannes-Evangelium wird berichtet, dass der Lieblingsjünger während der Szene an Jesu Brust schläft. Mit diesem Jünger wird zumeist Johannes identifiziert. Aus dem Johannes, der sich an die Brust Jesu lehnt, entstand im Spätmittelalter eine Andachtsgruppe, die aus dem übrigen Geschehen herausgelöst wurde.
In den Darstellungen des letzten Abendmahls sind außer Jesus und dem Lieblingsjünger zumeist nur noch Judas gut zu erkennen, also der Jünger, der das Brot gereicht bekommt. Oft trägt Judas ein gelbes Gewand, welches ihn als Juden kennzeichnen soll. Zwar waren alle beim Abendmahl Beteiligten Juden, aber mit Judas sollten die Juden in späteren Jahrhunderten und nicht nur im Mittelalter gleichfalls als Verräter und Jesusmörder diffamiert werden. Falls Judas keine gelbe Robe trägt, ist er gut daran zu erkennen, dass er den Beutel mit den dreißig Silberlingen in der Hand hält oder zu verbergen versucht. Nicht selten wird Judas auch gezeigt, wie er gesondert am Tisch sitzt oder dem Betrachter als einziger sogar den Rücken zuwendet.
Quelle: Markus 14,22-25; Matthäus 26,26-29; Lukas 22, 15-20; 1. Brief an die Korinther 11,23-25
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