Ein Symbol der Passion Christi: Der Stieglitz

Von ihm geht die Sage, als der Gott den Vögeln ihre Farben gab, wartete der Distelfink bescheiden ab. Schließlich war er an der Reihe, doch dem Herrn waren die Farben ausgegangen. Da suchte Gott aus seinen Töpfen noch ein paar Farbkleckse zusammen und teilte sie dem kleinen Sänger zu. Eine andere Geschichte erzählt, dass Gott beim Bemalen der Vögel den Distelfink vergessen hatte und am Schluss alle Farbtöpfe und Pinsel an seinem Gefieder auswischte.

Welche der beiden Sagen zutreffen mag, spielt keine Rolle, denn beide erzählen von der Farbigkeit des kleinen Singvogels. Er ist mit seiner auffälligen roten Kopfgefieder, dem schwarz-weißen Kopfmusters kaum zu übersehen. Sein Rücken ist bräunlich und der Bauch fast weiß gefärbt. Die überwiegend schwarzen Flügel haben eine leuchtend gelbe Binde. Der Distelfink (Stieglitz) ist gerade 12,5 Zentimeter groß, aber für die Malerei von großer Bedeutung.

Die farbenfrohen Distelfinken waren in der Kunst des Mittelalters ein beliebtes Motiv. So tauchen die Vögel beispielsweise auf Bildnissen auf – als Symbol für Ausdauer und Beharrlichkeit.

In der christlichen Kunst verweist der kleine Fink einerseits wegen seiner Vorliebe für Disteln und seiner roter Kopfhaube in der Hand des Jesuskindes auf die Passion und den Opfertod Jesu Christi. Anderseits wird der Distelfink auch als Symbol der geretten Seele des Gläubigen gedeutet.

Der Stieglitz oder Distelfink kann übrigens auch bei uns häufig beobachtet werden.

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