Ein bekanntes Christus-Symbol: Der Pelikan

Eines der bekanntesten Christus-Symbole innerhalb und außerhalb der christlichen Kunst ist sicher der Pelikan. Das ist zumal erstaunlich, da der Pelikan auch schon in der Kunst Mittelalters auch in Mitteleuropa auftaucht, obwohl in diesen kühleren Gegenden keine Pelikane lebten.

Wahrscheinlich war es aber gerade der Umstand, dass über das Leben der Pelikane nichts oder nur wenig aus der eigenen Anschauung bekannt war, welches die Legenden glaubwürdig werden lies. Seit der Spätantike erzählte nämlich eine damals sehr bekannte Sammlung von Naturbeschreibungen – der sogenannte Physiologus – dass die Pelikanmutter, wenn sie keine Nahrung mehr für ihre Küken fand, sich mit dem Schnabel die rechte (!) Brust öffnete und die Brut mit dem eigenen Blut fütterte. Andere Erzählungen meinten sogar, dass die Pelikanmutter ihre schon verendeten Jungen wieder zum Leben erweckte, indem sie die toten Küken mit dem eigenen Blut betropfte.

Beide Erzählungen führten dazu, dass die Pelikanmutter, die ihr Leben für das Leben ihrer Jungen hingibt, als eine Allegorie für den Kreuzestod Christi und das Sakrament der Eucharistie wurde.

Nicht ganz sicher ist, wie der Physiologus bzw. seine Autoren zu ihrer Beobachtungen kamen. Vielleicht wurde aus der Ferne das Futteraufnahmeverhalten der Jungen fehlgedeutet, die ihr Futter aus dem Kehlsack der Mutter entnehmen. Vielleicht wurde auch der sich während der Brutzeit rot färbende Kehlsack des Krauskopfpelikans – einer der in Südeuropa brütenden Arten – als Wunde gedeutet.

In den frühen Darstellungen erinnern die Pelikane eher an Gänse oder Möwen – der Schnabel wird zumeist sehr kurz gezeichnet. Ein weiterer Hinweis dafür, dass auch die mitteleuropäischen Künstler keine echten Pelikane kannten.

Das Pelikan-Motiv findet sich sehr häufig im sakralen Umfeld, wird aber auch in der Heraldik oft verwandt. Die hier abgebildete Flagge ist die des US-amerikanischen Bundesstaates Louisiana.

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