Archiv der Kategorie ‘Heilige‘

Rosen und Äpfel: Dorothea

Sonntag, den 10. Januar 2010

Hans Baldung Grien: Die Enthauptung der Heiligen Dorothea (1516)

Es ist oft erstaunlich, mit wie viel Phantasie und Erzählkraft vor allem in den Heiligenlegenden frühchristlicher Märtyrer von Folter und Tod geschrieben wird. Auch die hl. Dorothea wurde nicht nur einmal und einfach gemartert und hingerichtet, sondern gleich mehrfach und sehr einfallsreich. Dabei zählt auch die hl. Dorothea zu den vielen Jungfrauen, die sich schon in jungen Jahren zur Ehelosigkeit um des Himmels willen entschlossen hatten. Leider führten auch im Fall der Dorothea Schönheit und Liebreiz dazu, dass sich ein Statthalter in sie verliebte und furchtbar an ihr Rache übte, als er in zurückgewiesen wurde.

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Patronin des Fernsehens: Klara von Assisi

Montag, den 19. Oktober 2009

Simone Martini: Klara von Assisi, Fresko in der Unterkirche San Francesco di Assisi, 1323-26

Nicht selten regte das heilige Leben zukünftiger Heiliger Menschen an, es ihnen gleich zu tun, selbst wenn damit Entbehrungen verbunden waren oder die Familie nicht mit diesem Weg einverstanden war. Besonders hart fühlte sich die Familie des Adligen Favarone di Offreduccio di Bernadino getroffen, als nicht nur die eine Tochter – Klara – Franziskus folgen wollte, sondern auch deren Schwester Agnes. Sogar vor Gewalt soll Favarone nicht zurück geschreckt haben. Doch davon ließ sich zumindest die 1193 oder 1194 geborene Klara (ital. Chiara) nicht von ihrem Weg abbringen, die wie Franziskus aus Assisi stammte.

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Armut als Reichtum: Franziskus von Assisi

Montag, den 5. Oktober 2009

Giovanni Cimabue (um 1240 - 1302): Fresko in der Unterkirche der Basilika S. Francesco in Assisi

Dass viele Arme reich sein wollen, ist nachvollziehbar. Wollen jedoch Reiche plötzlich arm sein, so werden sie nicht selten für verrückt erklärt. Das ist heute nicht anders, als vor 800 Jahren. So musste auch Giovanni Bernadone, der als Sohn wohlhabender Tuchhändler 1181 oder 1182 im mittelitalienischen Städtchen Assisi in der Region Umbrien geboren wurde. Dabei begann das Leben des kleinen Giovanni, der nach der provencalischen Herkunft seiner Mutter „Franziskus“ gerufen wurde, eher typisch. Franz wurde reich erzogen und lebte eine Jugend als Ritter und Höfling.

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Begründer des abendländischen Mönchtums: Benedikt von Nursia

Montag, den 22. September 2008

Retabel aus der Abteikirche Saint-Denis, um 1250-60, Szene aus dem Leben des hl. Benedikt (Foto: Marsyas)

Das meiste, was die Nachwelt vom Leben des Heiligen weiß, stammt aus den Heiligen Viten, die Papst Gregor der Großen (540-604) um 600 schrieb. Da diesen Viten jedoch viele Fehler nachgewiesen werden konnten, gibt es sogar einige Forscher, die bezweifeln, dass es Benedikt je gegeben hat. Dabei gilt der Mann, der zwischen 480 und 547 in Italien gelebt haben soll, als Begründer des christlichen Mönchtums.

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Blutige Kunst: Bartholomäus

Samstag, den 20. September 2008

Michelangelo Buonarotti: Das Jüngste Gericht (Ausschnitt; die abgezogene Haut trägt ein Selbstporträt des Michelangelo), 1535-1541Heiligen- darstellungen sind in der christlichen Kunst sehr oft ziemlich grausam, da viele Heilige den Märtyrertod erlitten haben und das Martyrium oft das wichtigste Ereignis in einer Heiligenvita ist. Ein besonders grausames Martyrium erlitt der heilige Bartholomäus, weshalb Darstellungen aus seiner Geschichte oft besonders grausam sind. Dem späteren Heiligen wurde bei lebendigem Leib die Haut abgezogen, so dass er hin und wieder als Muskelmann gezeigt wird, der seine leere Leibeshülle über dem Arm trägt. In Apostelfolgen wird Bartholomäus jedoch zumeist nur mit dem Instrument seines Martyriums gezeigt: dem Messer.

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Alles Böse ist ein Mangel an Gutem: Augustinus von Hippo

Donnerstag, den 18. September 2008

Michael Pacher: Altar der vier lateinischen Kirchenväter - Detail mit Augustinus (links) und Gregor dem Großen, um 1483

Es wird gerne vergessen, dass auch Martin Luther einmal ein Mönch gewesen ist. Der spätere Reformator war ein Augustiner. Dieser Orden geht auf den Heiligen und Kirchenlehrer Augustinus von Hippo zurück, der im 4. Jahrhundert vor allem in Nordafrika lebte und wirkte. Von Augustinus sind fast 1.000 Predigten, 113 Bücher und 128 Briefe überliefert. Er hatte mit seinen Lehren zur Erbsünde, der göttlichen Gnade, der göttlichen Souveränität und auch zur Prädestination große Wirkung bis hin zu Luther. Sein bedeutendstes Werk sind die Confessiones. Dabei hatte Augustinus einen großen Teil seines Lebens eher unheilig verbracht und schon gar nicht als Christ.

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Elisabeths Tante: Hedwig von Andechs

Montag, den 15. September 2008

Hedwig von Andechs, Miniatur, 1353, Schlackenwerther CodexHedwig wurde um 1174 auf Schloss Andechs geboren. Sie war eine Tochter Herzog Berthold V. von Andechs-Meran. Sie hatte ein Schwester Gertrud, die Gattin des ungarischen Königs und Mutter der heiligen Elisabeth von Thüringen war. Wie ihre Nichte musste Hedwig als junges Mädchen, nämlich als 12jährige, heiraten. Der Bräutigam war Herzog Heinrich I. von Schlesien. Hedwig gebar ihrem Gemahl sieben Kinder. Während Heinrich sich um den Aufbau seines Landes kümmert, unter anderem, indem er gezielt die Ansiedlung deutsche Siedler fördertet, gründete seine Gattin Klöster, diente den Armen und förderte allgemein die Verbreitung des Christentums in Schlesien.

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Rein und keusch: Agnes von Rom

Montag, den 15. September 2008

Agnes von Rom, Mosaik, Ravenna, 6. JahrhundertIn ihrer Vita taucht das Lamm gar nicht auf. Trotzdem wurde das wollige Tier zum Attribut der heiligen Agnes, vermutlich aufgrund des ähnlichen Klangs der beiden Begriffe. Lamm heißt auf Lateinisch agnus. Agnes war nichtsdestotrotz die erste Heilige, der überhaupt ein verlässliches Attribut zugeordnet wurde. Ihr Leben ist legendär und die Überlieferungen speisen sich wohl aus den Martyrien zweier Menschen. Im Griechischen bedeutet der Name Agnes übrigens rein oder keusch.

Eine lateinische Überlieferung berichtet von einer Zwölfjährigen, die um 305 unter Diokletian hingerichtet wurde. Eine griechische Legende erwähnt eine erwachsene Jungfrau, welche sich weigerte der Göttin Vesta zu opfern. Daraufhin führte man die Heilige in ein Bordell und entblößte sie dort. Gott jedoch ließ ihr lange Haare wachsen und entsandte einen Engel, der sie in ein weißes Gewand kleidete. Trotzdem versuchte ein Jüngling Agnes zu vergewaltigen, aber es blieb beim Versuch, denn der Junge starb. Agnes erklärte dem Richter, ein Engel Gottes hätte sie als Leibwächter beschützt. Sie sprach zu Gott und der Jüngling wurde wieder zum Leben erweckt.

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Als Pflegevater aufopferungsvoll: hl. Josef

Samstag, den 19. April 2008

George de la Tour: Josef, der Zimmermann, um 1640Wie die meisten Geschichten um Maria, so wird in den Evangelien wenig über Josef, den Pflegevater Jesu, erzählt. Die Apokryphen jedoch und die Legenden schmücken Erzählungen aus.

Allerdings wird Josef in den Evangelien des Matthäus und des Lukas als Ehemann Mariens bezeichnet und somit als gesetzlicher Vater Jesu. Auch die Abstammung des Josef wird über David und Abraham zu Adam zurückgeführt. Josef wird später dabei sein, wenn Jesus beschnitten, im Tempel dargebracht und ebendort als zwölfjähriger Gesucht werden muss. Josef ist auch von Bedeutung, da er wichtige Träume hat. Nur bei Matthäus finden sich Flucht nach und die Rückkehr aus Ägypten. Nach der Kindheit, während des öffentlichen Wirkens Jesu, wird Josef nicht mehr erwähnt.

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Nothelfer für Alle: die vierzehn Heiligen

Dienstag, den 2. Oktober 2007

300px-14nothelfer_eitensheim_landkreis_eichstatt.jpgGanz sicher ist es bis heute nicht, welche 14 Heiligen dazugehören und welche nicht, da die Gruppe in ihrer Zusammen- setzung öfter wechselte. Die in der Kirche Vierzehn- heiligen befindliche Gruppe, die sich auch in den meisten spät- und nachmittel- alterlichen Darstellungen findet, wurde wohl im 14. Jahrhundert in Regensburg zusammen- gestellt. Dabei wurde wohl darauf geachtet, dass für alle Stände, möglichst viele Berufsgruppen und die wichtigsten Gefährdungen von Leib und Seele etwas dabei ist.

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