Archiv der Kategorie ‘Heilige‘

Mit Rad und Schwert: Katharina von Alexandrien

Freitag, den 20. Juli 2007

Katharina von Alexandrien, Caravaggio, 1595-1596Die älteste bekannte Erwähnung der Heiligen stammt erst aus dem 9. Jahrhundert. Ab dem 11. Jahrhundert entstanden dann die Geschichten, die sich um das Martyrium der Katharina ranken. Wohl erst danach bildeten sich auch die Legenden, die von der Herkunft und dem Leben der Jungfrau handeln.

Katharina soll um das Jahr 300 nach Christi als Tochter des Königs Costa von Zypern geboren worden sein. Schon als junge Frau galt sie als sehr schön und sehr klug. Als ihr der Sohn des damaligen römischen Kaisers einen Heiratsantrag machte, lehnte sie diesen ab, da ihr der Bewerber nicht ebenbürtig war. Einem Einsiedler gegenüber soll Katharina Jesus Christus als geeigneten Gemahl bezeichnet haben. Daraufhin ließ sich die junge Frau taufen und erlebte in einer Vision, wie ihr das Jesuskind den Verlobungsring auf den Finger steckt.

(more…)

Ein Engländer für die Deutschen: Bonifatius

Montag, den 25. Juni 2007

Bonifatius lässt die Donar-Eiche fällen, Bild von 1737 befindet sich in der St.Martinskirche von Westenhofen bei Schliersee

Eigentlich hieß der Mann Wynfreth. Obwohl er später der ‚Apostel der Deutschen’ geheißen werden sollte, stammte Wynfreth, wie der Name schon nahe legt, nicht aus Deutschland, sondern aus England. Wynfreth wurde um 673 in dem Weiler Credition im heutigen Wessex in eine vornehme Familie geboren. Seine Erziehung genoss der Knabe in den Benediktinerklöstern in Exeter und in Nursling, welches damals noch Nhutscelle hieß. Im Alter von 30 Jahren lehrte Wynfreth Grammatik und Dichtung und erhielt die Priesterweihe. Kurz darauf nahm der junge Priester seine Missionstätigkeit auf, wobei es ihn ins ostfränkische Reich und dessen Randgebiete zog.

(more…)

Gekreuzte Kerzen gegen Halsweh: Blasius

Sonntag, den 3. Juni 2007

Hl. Blasius, Altartryptichon, Hans Memling, 1491 Während der ersten Jahrhunderte nach Christus hat es mehrer größere Christenverfolgungen gegeben. Auch unter den römischen Kaisern Diokletion und Licinius wurden Christen verfolgt. Zu der Zeit, also der zweiten Hälfte des dritten Jahrhunderts, lebte – so die Legenden – auch ein Arzt namens Blasius in Sebaste, dem heutigen Sivas in der Türkei. Über Blasius ist nur wenige Sicheres überliefert. In der Legenda aurea wurden viele Geschichten um den Heiligen gesammelt und bestimmten später die Darstellung des frühen Märtyrers. Blasius soll 316 unter Licinius das Martyrium erlitten haben.

Zuvor soll Blasius, der auch Bischof von Sebaste war, vor den Christenverfolgungen in eine Höhle geflüchtet sein. Dort bewachten und ernährten ihn wilde Tiere. Aus seinem Versteck heraus soll Blasius auch sein Bischofsamt weiter ausgeübt haben. Eines Tages war eine Frau zu ihm gekommen und hatte geklagt, dass ein Wolf ihr Schwein geraubt hätte. Blasius’ Gebet brachte den Wolf dazu, das Schwein zurück zugeben. Die Frau schlachtete das Schwein und gab es Blasius. Er forderte die Frau auf, zum Gedenken an das Ereignis jedes Jahr eine Kerze anzuzünden.

(more…)

Die Drachenbändigerin: Margarete von Antiochia

Donnerstag, den 24. Mai 2007

Heilige Margarete und andere Heilige, Altargemälde von Bartholomäus Zeitblom im Ulmer Münster, 1489-1497 (Foto: Joachim Köhler)Viele Heilige, besonders die der frühen Jahrhunderte nach Christi, bleiben in ihrem Leben und Wirken kaum fassbar. Beinahe alles ist Legende. Um die heilige Margarete von Antiochia winden sich gleich zwei Überlieferungs- stränge. Geboren sein soll sie in Psidien, einer unwirtlichen Gegend in der heutigen Türkei, die sich bei Antalya befand. Der Name der Heiligen verrät die Stadt Antiochia als möglichen Geburtsort. Beide alternativen Legenden benennen als Todesjahr der Heiligen das Jahr 305.

Nach der ersten Legende war Margarete die Tochter eines heidnischen Priesters, die von einer christlichen Amme erzogen wurde. Der Vater soll seine eigene Tochter später als Christin denunziert haben. Der Stadtpräfekt ließ sie foltern. Margarete soll sogar in Öl gebraten worden sein. Alle Folter konnte der jungen Frau aber nichts anhaben und sie blieb unverletzt. Daraufhin wird von Massentaufen in ihrer Umgebung berichtet. Schließlich soll sie enthauptet worden sein.

(more…)

Musik, Musik, Musik: Cäcilia

Mittwoch, den 9. Mai 2007

Cäcilia, Stephano Maderno, 1599 (Fotograf: tieseb)

Auch die hl. Cäcilia war eine junge, schöne Frau. Sie soll um 200 n.Chr. in Rom in die altehrwürdige römische Familie der Cäcilier hineingeboren worden sein. Schon früh soll sich die junge Frau zum Christentum hingezogen gefühlt haben. Als ihre Eltern sie mit dem Jüngling Valerianus verheirateten, verlangte sie von ihm, er möge ihr ihre Jungfräulichkeit bewahren. Zu ihren Schutz sei ein Engel um sie. Valerianus verlangte den Engel zu sehen. Nur unter dieser Bedingung würde er die Reinheit Cäcilias bewahren. Cäcilia sagte ihrem Gatten, er könne den Engel sehen. Er müsse sich nur zum Christentum bekehren. Nach einigen Wundern bekehrte sich auch Valerianus und bekam den Engel zu sehen. Auch dessen Bruder Tiberius wurde bekehrt. Beide starben als Märtyrer im Zirkus Maximus.

(more…)

Patron der Armen: Antonius von Padua

Freitag, den 4. Mai 2007

Hl. Antonius von Padua, Francisco de Zurbarán, um 1640 Kaum eine katholische Kirche auf dieser Welt kommt ohne den heiligen Antonius aus. Irgendwo in den Gotteshäusern findet sich immer ein Gemälde oder eine kleine Statue, auf der der Heilige mit seinen beiden häufigsten Attributen abgebildet ist: dem Jesuskind auf dem Arm oder einer Lilie in der Hand. Antonius ist sicher einer der bekanntesten und beliebtesten Heiligen überhaupt.

Geboren wurde Antonius 1195 als Sohn einer Adelsfamilie in Lissabon. Sein Namenspatron ist der antike Wüstenheilige Antonius der Große. Schon mit 16 Jahren trat Antonius den Augustiner-Chorherren bei, studierte und empfing die Priesterweihe.

(more…)

Die Mutter der Mutter: Anna

Dienstag, den 1. Mai 2007

Hl. Anna, Detail aus einem Fresco aus dem 8. JahrhundertDie Bibel kennt Anna nicht. Erst in den apokryphen Evangelien des zweiten bis sechsten Jahrhunderts nach Christus wird sie als die Mutter der Maria erwähnt. Ihre Lebensgeschichte wurde nach dem Vorbild der Hanna und deren Sohn Samuel aus dem Alten Testament gestaltet und schließlich überliefert. Erst nach zwanzigjähriger Ehe mit ihrem Mann Joachim bekommt Anna ein Kind: Maria, die Mutter Jesu Christi.

Nach dem Tod des betagten Joachim soll Anna der Legenda aurea zufolge noch zweimal verheiratet gewesen sein. Als Ehemänner werden Kleophas und Salomas genannt.

(more…)

Der berühmteste Thebäer: Mauritius oder Moritz

Donnerstag, den 19. April 2007

Empfang des Hl. Erasmus durch Hl. Mauritius, Matthias Grünewald, um 1517-1523Sein Geburtsort soll Theben in Ägypten gewesen sein. Dort wurde er Anführer der römischen 22. Legion, die im dritten nach- christlichen Jahrhundert in und um Theben herum ausgehoben worden sein soll. Nach ihrer Herkunft wird die Legion auch Thebäische Legion genannt und soll ausschließlich aus Christen bestanden haben.

Die Thebäische Legion soll aus rund 6600 Mann bestanden und gerade die Alpen überquert haben, als Kaiser Maximian, Mitregent des berüchtigten Diokletian, die Legion zur Christenverfolgung befahl. Die Angehörigen der Thebäischen Legion weigerten sich jedoch, ihre Glaubensbrüder und –schwestern zu töten und weigerten sich auch, den heidnischen Göttern zu opfern. Daraufhin ließ laut Legende Maximian jeden zehnten Mann der Legion zur Abschreckung hinrichten. Die Männer aber blieben standhaft. Maximian wiederholte die Maßnahme dann angeblich so oft, bis kein Thebäer mehr am Leben war.

(more…)

Frühe Berufung als Arzt: Pantaleon

Mittwoch, den 18. April 2007

Buchmalerei, 1493, Hartmann Schedels Nürnberger WeltChronikSchon als Kind soll Pantaleon gespürt haben, dass er über eine besondere Fähigkeit verfügt: er konnte Kranke heilen. Der auch Pantaleimon genannte spätere Heilige, der in der Mitte des 3. Jahrhunderts – wie die hl. Barbara - in Nikomedia, dem heutig Izmit in der Türkei, zur Welt gekommen sein soll, vervollkommnte seine Kunst so weit, dass ihn der römische Kaiser Maximian zu seinem Leibarzt ernannt. Doch Pantaleon, der schon eine christliche Mutter hatte und dem es früh gelungen war, seinen Vater zu bekehren, heilte eines Tages die Kaiserin und versuchte auch sie zu bekehren. Dabei wurde Pantaleon belauscht und an den Kaiser verraten. Der dankte daraufhin ab und ging freiwillig in die Verbannung.

(more…)

Schön, jung und verehrt: Barbara

Samstag, den 14. April 2007

Sigmaringer Hausaltärchen, Bild um 1531 - hl. Barbara mit Hostie und KelchDie hl. Barbara und der hl. Christopherus teilen das gleiche Schicksal: wahrscheinlich hat es die beiden berühmten Heiligen nie gegeben; wahrscheinlich sind ihre Lebenswege nur schöne Legenden. Um den Lebenweg der hl. Barbara haben sich besonders viele Legenden gesponnen. Zahlreiche Brauchtümer gehen auf die Heilige zurück. Seit 1969 ist ihr Gedenktag, der 4. Dezember, jedoch aus dem offiziellen Festkalender gestrichen.

Gelebt haben soll Barbara am Ende des 3. nachchristlichen Jahrhunderts in Nikomedia, dem heutigen İzmit in der Türkei. Dort soll ihr Vater ein König, ein Angehöriger der kaiserlichen Leibgarde, oder doch zumindest ein reicher Kaufmann gewesen sein. Zum Christentum soll sie durch den bekannten Theologen Origenis aus Alexandria gekommen sein.

(more…)