Archiv der Kategorie ‘Heilige‘

Ein Witz im Angesicht des Todes: der hl. Laurentius

Mittwoch, den 11. April 2007

Es kommt nicht allzu oft vor, dass von einem Heiligen Witze überliefert sind, zumal wenn der Witz während des Martyriums entstanden sein soll. Doch der hl. Laurentius kann mit Der hl. Laurentius, Wandmalerei in der Kirche von Överselö, Schweden aus der Mitte des 14. Jahrhundertseinem solchen Witz dienen. Während er auf einem Rost über glühenden Kohlen langsam zu Tode geröstet wurde, soll der Heilige gesagt haben, es sei nun Zeit ihn zu wenden, da er von der einen Seite schon gar sein.

Wahrscheinlich sollen solche Witze, die sich in Legenden überliefert haben, nur zeigen, wie stark und unbeirrt die frühen christlichen Märtyrer für ihren Glauben in den Tod gegangen sind. Bei Laurentius kommt noch hinzu, dass er schon wenige Tage vor seinem schmerzhaften Ende bedauert haben soll, eines solchen Todes nicht würdig zu sein. Da wurde nämlich Papst Sixtus II. hingerichtet und Laurentius durfte nicht dabei sein. Doch der Papst tröstete den Heiligen, prophezeite ihm, dass auch er in drei Tagen das Martyrium erleiden würde, aber vorher noch den Schatz der Kirche unter den Armen verteilen sollte.

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Tod mit 24: Elisabeth von Thüringen

Dienstag, den 3. April 2007

Meister der Gewandstudien: Elisabeth-Triptychon (Ausschnitt), um 1480, in der Staatlichen Kunsthalle in KarlsruheIm Großen und Ganzen können die Heiligen in zwei große Gruppen eingeteilt werden. Die eine Gruppe umfasst die frühchristlichen Märtyrer, der Leben im Dunkeln liegt, welches nur durch Legenden wenigstens teilweise erhellt wird. Die andere Gruppe wird durch die mittelalterlichen Heiligen gebildet, deren Wirken historisch gesicherter ist. Dabei sind in dieser Gruppe zum einen Ordensgründer oder Ordensheilige oft zu finden, aber häufig auch Prinzessinnen, Königinen oder sonstige Töchter aus gutem Hause.

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Auch mit Hundekopf: Christophorus

Samstag, den 31. März 2007

Christophorus mit Hundkopf auf einer griechischen IkoneObwohl Christopheros einer der populärsten Heiligen ist und zu den vierzehn Nothelfern gezählt wird. Obwohl unzählige Kirchen zum Teil riesige Darstellungen des Christusträgers an Innen- und Außenwänden zeigen und Menschen auf der ganzen Welt Bildnisse des Christopheros auf Reisen mit sich tragen oder im Auto an den Rückspiegel hängen, hat ihn die katholische Kirche offiziell als Heiligen aus ihren Listen gestrichen – weil nicht bewiesen ist, dass er je gelebt hat.

Umso lebendiger sind die Legenden, die sich im Laufe der letzten 1700 Jahre um den inoffiziellen Heiligen gebildet haben. So soll er im 3. Jahrhundert in Kleinasien gewirkt haben. Östliche Legenden bezeichnen Christophorus sogar als Ungeheuer mit Hundekopf, welches nach einer wunderbaren Taufe erst Lesen lernte und nach tausendfachen Bekehrungen als Märtyrer starb. Wahrscheinlich ist ein Übersetzungsfehler ursächlich für diese schöne Geschichte. Es soll nach einer Handschrift ein Kanaaniter gewesen sein, woraus schnell canis, der Hund werden konnte. So, oder so ungefähr.

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Der Beliebte: Jakobus der Ältere

Sonntag, den 18. März 2007

Jakobus der ÄltereSantiago de Compostela und der Jakobsweg: die Namen kennt fast jeder, doch nur die wenigsten können etwas mit dem dahinter stehenden Apostel verbinden. Dabei war Jakobus der Ältere nicht nur einer von Jesus Lieblingsjüngern – neben Petrus und Johannes – sondern auch der erste Apostel, der den Märtyrertod fand.

Jakobus war ein Sohn des Zebedäus und somit auch ein Bruder des Apostel Johannes. Berufen wurde Jakobus beim gemeinsamen Fischen mit Simon Petrus und Andreas. Jakobus war wie Petrus und Johannes im Garten Gethsemane und bei der Verklärung anwesend und findet sich auch auf Darstellungen der Ereignisse. (more…)

Der Nachfolger: Simon Petrus

Mittwoch, den 14. März 2007

Simon Petrus als Papst (Peter Paul Rubens) Zusammen mit seinem Bruder Andreas ging Simon Petrus dem Beruf des Fischers nach. Beim Fischen wurden beide auch von Jesus zu Jüngern berufen (Markusevangelium Kapitel 1, Verse 16 bis 18). Eines der ersten Wunder Christi galt der Schwiegermutter des Petrus: Jesus heilte die Dame. Petrus war dabei, als Jesus auf dem See Genezerath wandelte, bei der Verklärung Jesu und der Fußwaschung, wo er sich als unwürdig bezeichnete, von Jesus die Füße gewaschen zu bekommen.

Bekannt ist die Szene, in der Petrus bei der Gefangennahme Jesu vor Zorn dem Diener Malchus das Ohr abschlug. Danach verleugnete Petrus Jesus drei Mal, noch ehe der Hahn krähte.

Petrus nimmt innerhalb der Apostel eine Sonderstellung ein. Im Matthäusevangelium (Kapitel 16, Verse 16 bis 19) bezeichnet Jesus ihn als „Fels“ (griechisch: pétros), auf dem er seine Kirche bauen will. Auch erhält Petrus von Jesus die „Schlüssel zum Himmelreich“. Darum steht Petrus nach dem Volksglauben an der Himmelstür und überwacht, wer hinein darf. Die besondere Bedeutung des Petrus führte dann auch dazu, dass in Rom den „Nachfolgern Petri“ eine besondere Stellung in der (katholischen) Kirche zukam.

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Der Zöllner: Matthäus

Mittwoch, den 14. März 2007

Berufung des Matthäus (Caravaggio)Drei Evangelien bezeichnen ihn als Zöllner. Als solcher soll er von Jesus auch von der Arbeit weg zu seinem Jünger berufen worden sein. Das Pikante daran war, dass Zöllner im Dienste stehende Büttel der Römer waren und darum von der Bevölkerung verachtet wurden.

Ursprünglich hieß Matthäus wohl Levi. Den neuen Namen erhielt er von Jesus persönlich; er bedeutet „Geschenk Gottes“.

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Der Nachgeloste: Matthias

Mittwoch, den 14. März 2007

Er kandidierte gegen Joseph Barsabbas – und gewann. Nach Christi Himmelfahrt wollten oder mussten die Jünger Judas Ischariot ersetzten (Apostelgeschichte Kapitel 1, Vers 28). So taucht der Apostel auch erst auf Darstellungen zu Pfingsten oder der Entschlafung Mariens auf.

Die Legenden sind sich uneinig über das Wirken des Heiligen. Einige Überlieferungen zufolge predigte er in Galliläa, andere behaupten, er wäre bis in den Kaukasus oder sogar nach Äthiopien gelangt.

Gemein ist den meisten Legenden, dass Matthias wegen seiner Predigten zum Tode verurteilt und letztendlich mit einem Beil hingerichtet wurde. Seine Hinrichtung soll um das Jahr 63 erfolgt sein.

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Ein ‘Herrenbruder’: Jakobus der Jüngere

Freitag, den 9. März 2007

Auch Jakobus der Jüngere – wie Simon der Zelot – ein Bruder Christi gewesen sein. Davon geht zumindest die Katholische Kirche aus, da das Markusevangelium (Kapitel 3, Vers 18) ihn als Sohn des Alphäus bezeichnet. Sonst wird Jakobus der Jüngere (auch Jakobus minor genannt zur Unterscheidung von Jakobus major) im Neuen Testament nur in den Apostellisten genannt und dort auch noch ziemlich weit hinten.

Die Überlieferung bezeichnet den Apostel als einen Bischof von Jerusalem. Zumindest soll der „Herrenbruder“ – gemeinsam mit Petrus - einer der ersten Führer der Jerusalemer Gemeinde gewesen sein. Als solcher soll er eine goldene Platte auf dem Haupt getragen haben.

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Der Spätberufene: Paulus / Saulus

Freitag, den 9. März 2007

Paulus von TarsusPaulus war kein Jünger und auch kein Apostel im engeren Sinne. Er begegnete Christus erst nach Pfingsten („Damaskuserlebnis“). Durch die Briefe des Paulus im Neuen Testament ist sehr viel vom Wirken und Denken des Apostel überliefert worden.

Geboren wurde Paulus in Tarsus in einer strengjüdischen Familie. Vom Vater erbte Paulus das römische Bürgerrecht. Ursprünglich hieß Paulus auch Saulus. Beide Namen trug er wohl von Geburt an und brauchte sie nicht, wie das Sprichwort sagt, anlässlich seiner Bekehrung zu wechseln.

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Der Vermittler: Philippus

Samstag, den 3. März 2007

Apostel Philippus (Isaak-Kathedrale, St. Petersburg)Philippus wurde von Jesus direkt zum Jünger berufen (Johannesevangelium, Kapitel 1, Vers 43). Im Johannesevangelium tritt der Jünger bei der Brotvermehrung der 5000 als Vermittler zwischen Jesus und den sich an ihn wendenden Griechen auf.

Nach der Legenda Aurea predigte Phillippus in Skythien. Dieses Gebiet liegt heute in der Ukraine. Dort sollte Philippus einer Mars-Statue opfern. Doch in diesem Moment kroch ein Drache unter der Statue hervor und tötete den Sohn des Königs mit seinem Gifthauch. Der Apostel vertrieb den Drachen und erweckte den Prinzen wieder zum Leben. Trotzdem soll er kurz darauf gekreuzigt und gesteinigt worden sein.

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