Archiv der Kategorie ‘Ikonografie‘

Symbol der Christenheit: das Kreuz

Freitag, den 6. April 2007

404px-christian_crosssvg.pngDie älteste bekannte Darstellung eines Gekreuzigten stammt aus der Zeit zwischen 200 und 250. Sie wurde auf dem Palatin in Rom gefunden und zeigt einen Mann an einem Kreuz der von einem anderen Mann angebetet wird. Die Inschrift sagt: „Alamenos betet seinen Gott an“. Der Mann am Kreuz hat einen Eselskopf. Es ist ein ‚Spottkreuz’. Es wurde von einigen Römer angefertigt, die mit der Darstellung wahrscheinlich einen ihnen bekannten Christen verspotten wollten.

Die frühen Christen scheuten die Darstellung der Leiden Christi. Solange das Kreuz noch eine praktizierte demütigende Hinrichtungsmethode für Sklaven und Aufständische war (römische Bürger durften nicht am Kreuz hingerichtet werden), blieben der Fisch und der Anker die Symbole für Christus, wobei der Fisch für Christus und der Anker auch Symbol für die Hoffnung in Christus waren. Später kam das Ankerkreuz auf, wo die Enden des Kreuzes in Anker ausliefen. Das Ankerkreuz wurde insbesondere auch als Zeichen für das Grab eines Christen verwandt.

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Zwölf: die Apostel in der Ikonografie

Donnerstag, den 1. März 2007

Abendmahl, Pfingsten, Entschlafung Mariens bzw. Mariä Himmelfahrt und Jüngstes Gericht wurden in der christlichen Kunst häufig dargestellt, da es wichtige Ereignisse in der Heilsgeschichte sind. In keiner der besagten Szenen dürfen die zwölf Apostel fehlen. Die Zahl Zwölf ist nicht unwichtig und wie so oft ein Symbol, gab es doch die zwölf Stämme Israels. Jesus hat sich die zwölf Männer selber als Jünger erwählt und sie als Apostel eingesetzt. Darüber berichten übereinstimmend Lukas in Kapitel 6, Vers 13 und Markus in Kapitel 3, Vers 4. In den Evangelien des Matthäus (Kapitel 10, ab Vers 2) und des Markus (Kapitel 3, ab Vers 18) finden sich identische Apostellisten. Da Judas Ischariot sich nach seinem Verrat selbst gerichtet hatte, musste er ersetzt werden. Die Apostel wählten daraufhin Matthias hinzu.

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Kindheit und Jugend Christi in der Kunst

Mittwoch, den 21. Februar 2007

Jesus von Nazareth ist der Messias. Er ist gekommen, um das in den heiligen Schriften der Juden verkündete Königtum Israels wieder herzustellen. Dazu muss seine Abstammung auf David (und von dort auf Abraham) zurückführbar sein. Das Neue Testament kennt zwei Darstellungen in den Evangelien: bei Matthäus (Kapitel 1, Verse 1 – 17) und bei Lukas (Kapitel 3, Verse 23 – 28). Die beiden Reihenfolgen sind nicht ganz identisch, was in mittelalterlichen Auslegungen Probleme verursachte.

In der Ikonografie wird die Herkunft Jesu als ‚Wurzel Jesse’ dargestellt. Jesse (oder Isai) wird als der Vater des biblischen Königs David genannt. Zumeist liegt Jesse schlafend während der Stammbaum aus seinem Leib wächst. In den Schlingen der Äste oder auf den Ästen werden die Vorfahren Jesu abgebildet.

In den Evangelien ist die Geburt Jesu kaum ein Thema. Im Lukas-Evangelium wird nur erwähnt, dass Maria Jesus in eine Krippe legte, da in einer Herberge kein Platz war. (‚Weihnachtsgeschichte’ bei Lukas: Kapitel s, Verse 1 bis 20). Diese etwas knappe Beschreibung wurde im Laufe der Zeit von den Künstlern immer weiter ausgeschmückt. So kam zu Beginn des 10. Jahrhunderts der Stall ins Bild, zu Beginn nur klein, ab dem 13. Jahrhundert mit immer mehr Ausschmückungen bis der Abbildungstypus entstand, den wir auch heute noch kennen: komplett mit Esel und Kuh, die Legenden zufolge das Jesus-Kindlein mit ihrem Hauch wärmten.

Die Hirten tauchten zunächst nur klein und am Rande auf. Später entwickelte sich die Szene zusammen mit der Anbetung durch die Hirten zu einem Gegenbild zu der Anbetung durch die heiligen drei Könige. Volk und Herrsche in der Anbetung vereint.

Darbringung im TempelSelten kann man die Beschneidung in einem Zyklus zum Leben Christi sehen. Bekanntlich wurden und werden alle männlichen Juden als Kinder beschnitten, so auch Jesus. Häufiger findet sich die Darbringung im Tempel genannt Szene. Auch dieser Ritus war üblich. Entscheidender Moment ist dann, dass der Hohepriester das Kind sieht und darauf hin mit den Worten zitiert wird: „Herr, nun läßest du deinen Diener in Frieden fahren, denn meine Augen haben den Herren gesehen.“ (Lukas, Kapitel 2, Vers 29.) Ab dem 15. Jahrhundert wurde dieses Bild oft durch kerzentragenden Kinder ergänzt, die die Kerzenweihe und eine Lichterprozession symbolisieren. Daraus entstand das Fest Mariä Lichtmess, welches die Katholiken bald nach Weihnachten, nämlich genau 40 Tage später, feiern. 40 Tage war laut Überlieferung die Wöchnerin unrein und durfte nicht aus dem Haus. Der Gang in den Tempel diente dazu, ein Reinigungsopfer darzubringen. Mit Mariä Lichtmess endet übrigens – zumindest bei den Katholiken - offiziell die Weihnachtszeit.

Die heiligen drei Könige werden seit frühester Zeit dargestellt. Allerdings zu Beginn als die in im Evangelium des Matthäus erwähnten Weisen oder Magier und erst später als gekrönte Häupter. Auch wurden die Könige immer reicher und mit ihnen die Gaben, die sie zur Krippe mitbrachten: Gold und Myrrhe. Ab dem 12. Jahrhundert wurden die Namen – Caspar, Melchior und Balthasar – fester Bestandteil der Könige. Auch wurden in den Königen die drei Altersstufen symbolisiert: es finden sich ein alter, ein mittelalter und ein junger König. Der jüngste König, Balthasar, wird seit dem 13./14. Jahrhundert zumeist als ‚Mohr’ dargestellt. Damit gesellt sich zu den verschiedenen Menschenaltern auch noch Menschen aus verschiedenen Völkern, die in der Gestalt der heiligen drei Könige Jesus anbeten.

Eine häufig dargestellt Szene aus der Kindheit Jesu ist auch die Flucht nach Ägypten. Maria sitzt dem Jesuskind im Arm auf einem Esel, den der gehende Joseph führt. Als Teilbild zur Flucht findet sich auch gelegentlich die Szene Ruhe auf der Flucht.

Die häufige Darstellung als schön älteres Kind zeigt Jesus als 12jährigen im Tempel. Lukas berichtet darüber im Kapitel 2, in den Versen 41 – 52. Dabei ist Jesus von Gelehrten umgeben, mit denen er disputiert. Oft sitzt Jesus auf einem erhöhten Stuhl, die Gelehrten mit ihren aufgeschlagenen Büchern um ihn herum sind offensichtlich erschrocken. Manchmal sind auch die Eltern Jesu abgebildet, wie sie ihren Sohn suchen.

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