Archiv der Kategorie ‘Kirchen‘

Geschichtete Geschichte: San Clemente in Rom

Mittwoch, den 9. Dezember 2009

San Clemente: Barock-Fassade und Turm aus dem 18. Jht (Foto: Christiano Cani)

Vielen Rom-Besuchern fällt auf, dass gerade die Besichtigung der ältesten Kirchen der Stadt oft des Treppensteigens in die Tiefe bedarf. Das hat seine Ursache darin, dass sich zwar der Boden der Kirchen aus dem 5. oder sogar 4. Jahrhundert nach Christus nicht verändert hat, die umgebenden, jüngeren Bauten aber oft auf dem Schutt älterer Bauwerke errichtet wurden. So stieg in einige Gegenden Roms das Straßenniveau im Laufe der Jahrhunderte um mehrere Meter. Auch zur Kirche San Clemente, die vollständig „San Clemente in Laterano“ heißt, muss man ein paar Schritte hinabsteigen. Dabei stammt die heute sichtbare Kirche noch nicht mal aus der Spätantike, sondern erst aus dem 12. Jahrhundert. Doch unter San Clemente – die Kirche ist dem Papst Clemens IV. (um 50 bis 97 oder 101 nach Christus) geweiht - finden sich in mehreren Schichten die Spuren nicht nur einer älteren Kirche, sondern auch noch weitere unerwartete Bauwerke.

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Vom Umzug eines Gnadenbildes: die Wallfahrtskirche Birnau

Freitag, den 16. Oktober 2009

Wallfahrtskirche Birnau: Fassade (Foto: Gerhard Schauber)

Die Wallfahrtskirche Birnau überrascht bei genauerem Hinsehen durch einen eher schlichten und einfachen Grundbauplan. Das Kirchenschiff ist langgezogen und ohne Seitenkapellen. Zum See hin vorgelagert steht sich ein Querriegel, der die Wohngebäude des Priorats, aber auch die Wirtschaftsbereiche enthält. Heute findet sich dort auch ein Souvenirgeschäft. Der „weltliche“ Vorbau der Kirche bildet die eigentliche Fassade des Baus. Hier ist auch der Haupteingang. Die „Fassade“ der Wallfahrtskirche wirkt dabei alles andere als mönchisch bescheiden, sondern eher wie ein Schloss. Ursprünglich hatte Thomb zum See hin sogar eine große Freitreppe geplant, die die Mönche aber dann doch verhindert haben.

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Nur noch ein nationales Denkmal: die Paulskirche in Frankfurt am Main

Freitag, den 2. Oktober 2009

Paulskirche in Frankfurt a.M. (Foto: Christoph F. Siekermann)

Obwohl heute noch ein Kreuz auf der Spitze des Turms steht, ist das Gebäude schon seit 1949 nicht mehr das, nachdem es aussieht. Vielmehr ist das berühmte, rosane Gemäuer nun mehr oder weniger vollständig, was es auch schon 100 Jahre vor der Entwidmung zumindest teilweise war: ein nationales Denkmal. Dabei war nicht einmal der Neubau der Paulskirche in Frankfurt am Main, der 1833 mit einem Festgottesdienst eingeweiht wurde, als Denkmal gedacht, sondern wirklich als Kirche. Genau wie der Vorgängerbau der Paulskirche, der schon seit dem 13. Jahrhundert an der selben Stelle gestanden hatte.

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Arabo-normanno-klassizistisch: die Kathedrale von Palermo

Freitag, den 3. April 2009

Kathedrale von Palermo. Anblick von Norden (Foto: Giovanni dall'Orto)

In unseren Zeiten hatte Sizilien nicht immer den besten Ruf, auch wenn bezüglich der ehrenwerten Gesellschaft Kampagnien, die Region um Neapel, und Kalabrien der größten italienischen Insel längst den Rang abgelaufen haben.  Süditalien und auch Sizilien waren in früheren Jahrhunderten aber nicht der “arme Süden”, sondern Zentren von Kultur und Gelehrsamkeit. Nacheinander forschten und lehrten, schufen und bauten Griechen, Römer, Araber, Normannen und Staufer großartige Werke der Kunst und Architektur. Ein Zeugnis dieser Zeit ist auch die Kathedrale von Palermo.

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Ein klassischer Würfel: St. Nikolai in Potsdam

Mittwoch, den 14. Januar 2009

St. Nikolai in Potsam, Ansicht von Süden (Foto: Andreas Fränzel)

Die Stadt Potsdam vor den Toren Berlins ist eigentlich eher für seine Schlösser, Parkanlagen oder seine fernsehprominenten Bewohner bekannt. Mit der Garnisonskirche besaß die Stadt zwar eine bekannte Kirche, deren kriegszerstörte Ruine jedoch 1968 abgerissen wurde. Weithin weniger bekannt ist, dass Potsdam auch heute noch über eine kunsthistorische bedeutsame Kirche verfügt und zwar die nach Plänen Karl Friedrich Schinkels im Wesentlichen zwischen 1830 und 1837 errichtete Nikolaikirche am Alten Markt.

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Architekturikone: die Wallfahrtskapelle Notre-Dame-du-Haut de Ronchamp

Montag, den 22. September 2008

Notre-Dame-du-Haut de Ronchamp, Blick von Südosten (Foto: Wladyslaw)

Wahrscheinlich hat es hässliche Kirchen gegeben, seitdem Kirchen gebaut werden. Trotzdem sind die Bauten des 20. Jahrhunderts besonders ungeliebt, was vermutlich an der zeitlichen Nähe zur Gegenwart, der Vorstellung, das alt gleich wertvoll bedeutet, oder aber einfach an der tatsächlichen Scheußlichkeit vieler Kirchenbauten der letzten 100 Jahre liegt. Mehr als nur eine Ausnahme für alle diese Annahmen schmückt den 470 Meter hohen Berg Bourlémont in der Nähe des französischen Ortes Belfort. Hier im Départments Haute-Saôme steht eine wahre Architekturikone nicht nur des Kirchenbaus, sondern der gesamten Architekturgeschichte. Schon die französische Bezeichnung Chapelle Notre-Dame-du-Haut de Ronchamps (Unsere Liebe Frau von der Höhe in Ronchamps) spricht von Schönheit, auch wenn sie etwas in die Irre führt. Die Kapelle wurde erst im Jahre 1955 der Mutter Gottes geweiht und ist ein Werk des schweizerisch-französischen Architekten Le Corbusier.

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Prunk, Pracht, Protz: Berliner Dom

Samstag, den 20. September 2008

Berliner Dom, Ansicht vom Lustgarten (Foto: Holger Weinandt)

Dem Bau fehlt jede Bescheidenheit. Manche nennen ihn unbeschreiblich, viele nennen ihn unbeschreiblich klotzig. Die Kirche strahlt reine Repräsentation aus und ihre Erbauer wollten am Ende des 19. Jahrhunderts auch nicht viel weniger, als eine, wenn nicht die Hauptkirche des Protestantismus schaffen. Dabei stand der Dom nicht nur für den Protestantismus sondern auch für einige seiner größten Beschützer, die Fürsten, Könige und Kaiser aus den Hause Hohenzollern, die seit dem Mittelalter über Brandenburg, Preußen und schließlich das deutsche Kaiserreich herrschten. Die Hohenzollern wählten das direkt neben dem 1950 abgerissene Berliner Stadtschloss gelegene Gotteshaus auch als ihre Grablege.

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Ein Palast für die Gegenreformation: El Escorial bei Madrid

Montag, den 15. September 2008

El Escorial (Foto: Foto aérea)

In der Mitte des 16. Jahrhunderts war Spanien auf dem Höhepunkt seiner Macht. 1556 war der 1527 geborene Philipp II. König von Spanien geworden. Sein Vater Kaiser Karl V. hatte ihm ein Weltreich hinterlassenen, indem die Sonne tatsächlich nicht unter ging. Zur gleichen Zeit wurde die katholische Kirche von den Folgen der Reformation erschüttert. Nachdem man lange den Protestanten die Initiative überlassen hatte, begannen nun Kirche und katholische Herrscher zu reagieren. Ergebnis war die Gegenreformation, die von Philipp II., der einerseits sehr fromm und bescheiden, andererseits aber sehr streng und repressiv regierte, massiv unterstützt wurde. 56 Kilometer nordwestlich von Madrid entstand in über 1000 Meter Höhe ein gewaltiger Gebäudekomplex als eindruckvoller Ausdruck spanischer Weltmacht und dem Willen, sich der Reformation entgegenzustellen.

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Schneewunder: Santa Maria Maggiore in Rom

Montag, den 15. September 2008

Santa Maria Maggiore in Rom: Hauptfassade (Foto: Matthias Kabel)

Der mittelalterliche Turm mit der spitzen Haube irritiert ein wenig. Ansonsten sieht das Gebäude wie ein nicht allzu kleiner barocker Palast aus. Dabei handelt es sich bei Santa Maria Maggiore nicht nur um eine der vier Patriochalkirchen Roms, sondern die einzige spätantike Basilika der Ewigen Stadt, die sich zumindest im Kern bis in die Gegenwart erhalten hat. Der Vorgängerbau wurde im Jahre 360 von Papst Liberius in Auftrag gegeben. Von dem ursprünglichen Bau ist heute nichts mehr zu entdecken. Die heutige Basilika entstand während des Pontifikats Sixtus III. zwischen 432 und 440. Dem Neubau war das Konzil von Ephesos (431) vorangegangen, dessen Beschluss, Maria offiziell zur Theotokos, zur Gottesmutter, zu erklären, maßgebliche Auswirkungen auf die Entwicklung der Marienverehrung in der katholischen Kirche hatte. Bedeutendste Kunstwerke der Kirche sind ihre Mosaiken aus der Entstehungszeit.

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Rokoko satt: die Klosterkirche in Ottobeuren

Montag, den 8. September 2008

Klosterkirche Ottobeuren: Blick auf in den Chorraum mit Hauptaltar (Foto: Greudin)

In Süddeutschland gibt es für norddeutsche Besucher immer wieder überraschend eine ganze Reihe prachtvoller und bedeutender Barock- und vor allem Rokokokirchen, die oft als Klosterkirchen die Zentren reicher Klosteranlagen bilden. Nicht selten sind diese Klöster sogar noch wesentlich älter, als der geschlossen wirkende Baubestand des 18. Jahrhunderts vermuten lässt. Als Beispiel mag das Benediktinerkloster in Ottobeuren stehen, welches im bayerischen Schwaben am Nordrand des Allgäus gelegen ist. Gegründet bereits 764 vom alemannischen Adligen Silach erhebt sich hier heute eine im Wesentlichen von Johann Michael Fischer (1692-1766) in den Jahren 1737 bis 1766 errichtete Kirche, deren Patrone die Heiligen Alexander von Rom und Theodor von Sitten sind.

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