Archiv der Kategorie ‘Stilkunde‘

Fast nicht zu finden: Architektur der deutschen Renaissance

Dienstag, den 11. September 2007

feinste italienische Renaissane, aber leider keine Kirche: Stadtresidenz in Landshut, 1536-43 (Foto: User 2000)

Auffällig ist, dass in der Zeit nach 1500 in Deutschland vorerst kaum noch Kirchen gebaut wurden. Oft wurden auch die begonnenen mittelalterlichen Großprojekte unfertig beendet und erst im 19. Jahrhundert fortgesetzt. Nach 1500 begonnene Kirchenbauten wurden zumeist noch im Stil der vorangegangenen Spätgotik gebaut, auch wenn, so zum Beispiel in Halle, schon Raumkonzepte der Renaissance zum tragen kamen.

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Heiligenbilder unbrauchbar: Die Entwicklung einer protestantische Ikonografie während der Renaissance

Montag, den 10. September 2007

Altargemälde in der Wolfgangskirche in Schneeberg, Lucas Cranach d.Ä., 1531/32 (Foto: André Karwath)

Mit dem Namen Lucas Cranach dem Älteren (1472-1553) verbindet sich vor allem die Entwicklung einer protestantischen Ikonografie. Die wurde notwendig, weil die bisherigen Altarbilder von Heiligenlegenden und Marienfrömmigkeit bestimmt waren. Lucas Cranach, ein Freund Martin Luthers, entwickelte gemeinsam mit dem Reformator in Wittenberg eine neue protestantische Bildsprache, die maßgeblich von den Bildformeln der Flugblätter beeinflusst war.

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“Dürer-Zeit”: Malerei der Renaissance in Deutschland

Montag, den 10. September 2007

Die vier apokalyptischen Reiter, Holzstich von Albrecht Dürer, 1497/98Der Ausnahme- künstler der Renaissance- Zeit in Deutschland war Albrecht Dürer (1471-1528). Eines seiner berühmtesten Werke, das Selbstbildnis von 1500, zeigt den Künstler nicht nur als Mittelpunkt des Werkes, ein im Mittelalter kaum mögliches Motiv, sondern den Künstler auch im Sinne des humanistischen Renaissance- Ideals als Schöpfer seines Werkes. Wie schon Leonardo da Vinci (1452-1519) war Dürer ein Universal-Künstler, der nicht nur als Maler, sondern auch als Kunst- und Architekturtheoretiker wirkte, sowie Entwürfe für Glasfenster, Skulpturen und Goldschmiedearbeiten anfertigte. Vor allem aber nutzte Dürer die neuen Möglichkeiten der Druckgrafiken und schuf Holzschnitte und Kupferstiche, für deren weite Verbreitung der Künstler selber sorgte. Albrecht Dürer schuf wohl eines der ersten Logos überhaupt, welches noch heute sehr bekannt ist. Seine größten Werke schuf der Künstler wohl als Porträtist.

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Es gab sie (vielleicht) doch: Renaissance in Deutschland

Sonntag, den 9. September 2007

Die Apostel Johannes und Petrus, Albrecht Dürer, 1526Die Wende vom 15. zum 16. Jahrhundert war in Deutschland eine Zeit der Umbrüche, die von folgenreichen Ereignissen begleitet war. 1492 hatte Christopher Columbus Amerika entdeckt. Im gleichen Jahr wurden in Granada als letzte Stadt in Spanien die Araber besiegt und zum Abzug aus Europa gezwungen. 1517 schlug der Reformator Martin Luther seine Thesen gegen den Ablasshandel an die Schlosstür von Wittenberg und 1525 zeigten die Bauernkriege, dass die alte Feudalordnung in Europa endgültig am Ende war. Protestanten und Bauern war dabei gleichermaßen eine Erfindung in der Mitte des 15. Jahrhunderts hilfreich. Da hatte Johannes Gutenberg den Buchdruck mit beweglichen Lettern erfunden. Dadurch war es möglich geworden nicht nur Bücher, sondern auch religiöse Schriften in großen Auflagen herzustellen und zu verteilen. Profiteure des Umbruchs waren die Reichsstädte und einzelne Familien in ihnen, wie die Fugger, aber auch die regionalen Könige und Fürsten.

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Einflüsse aus Böhmen, Italien und den Niederlanden: deutsche Malerei der Spätgotik

Freitag, den 24. August 2007

Stefan Lochner, Altar der Kölner Stadtpatrone (um 1440)

Erst spät in der Spätgotik entwickelte sich die Malerei. Waren in Deutschland durch die Wand auflösende Bauweise der Gotik die Wände für Wandmalereien weitestgehend weggefallen und wurden vor allem durch die Glasmalerei ersetzt, kam die Tafelmalerei hingegen erst spät auf. Trotzdem gelang in der Spätgotik endlich die Überwindung des Zackenstils, der so lange die stilistische Grenze zwischen Romanik und Gotik beherrscht hatte. Dabei ging auch die Malerei vom Initiationspunkt Prag und seiner höfischen Kultur aus. Der Zackenstil wurde hier vor allem durch die Übernahme italienischer, vor allem sienesischer Bildmotive, überwunden. Die Künstler begannen ihre Figuren in einem Bildraum anzuordnen, auch wenn der noch flach und ohne Perspektive war. Gemäß den Vorbildern aus Italien der Giotto-Zeit verwendeten die Künstler Farben die leuchtend waren.

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Bedeutende Holzschnitzerei: Bildhauerkunst der deutschen Spätgotik

Donnerstag, den 23. August 2007

Hochaltar in der Klosterkirche Blaubeuren (1493-94), Michael Erhart (Foto: Andreas Praefcke)

Durch die Liturgieveränderungen auf dem Tridentinischen Konzil im 13. Jahrhundert, war es nun möglich geworden, auf den hinteren Rand der Altäre größere Aufbauten zu stellen. Die Altarretabel war geboren. Der älteste in Deutschland erhaltene Altar stammt aus der Zeit um 1300 und steht in der Klosterkirche in Bad Doberan. Um 1350 entstand der Altar der Kirche in Marienstatt im Westerwald. Beide Altäre zeigen geschnitzte Figuren in Miniaturarchitekturen. Dieser grundsätzliche Aufbau eines Altarretabels sollte sich in allen spätgotischen Schnitzaltären kaum noch verändern.

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Drastisch, aber auch still: das Andachtsbild in der deutschen Spätgotik

Mittwoch, den 22. August 2007

Pieta, Rogier van der Weiden, 2. Drittel 15. Jahrhundert

Die Pest hatte die mittelalterliche Gesellschafte in ihren Grundfesten erschüttert. Jeder Mensch sah unzählige andere Menschen aus seinem engsten Umkreis an der Seuche sterben und musste sich oft gefragt haben, warum gerade er die Krankheit überlebt hatte. Doch auch schon vor der Pest hatte der Mystizismus eine wachsende Rolle gespielt. Große katholische Mystiker, wie Hildegard von Bingen (gest. 1179), Mechthild von Magdeburg (gest. 1280) und Meister Eckart (gest. 1327) bereiteten den Boden für eine im persönlich empfundene Frömmigkeit. Werke wie das Buch von der Nachfolge Christi von Thomas von Kempen (1380-1471) gehörten zu den meistgelesenen Schriften ihrer Zeit. Sie beförderten durch ihren Einfluss die Laienbewegung und die private Andacht.

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Hallen statt Basiliken: Architektur der Spätgotik

Dienstag, den 21. August 2007

Hallenkirche in Schwäbisch-Gmünd, Heinrich Parler, Netzgewölbe und Blick in den Chor (Foto: Beckstedt)Eine der folgenschwersten Entscheidungen für die Kunst war sicher Karls Entschluss, die Familie der Parler zu fördern und zu sich nach Prag zu holen. Die Parler brachten gleich mehrere bedeutende Architekten und Bildhauer hervor, deren Werke für die folgende Zeit stilprägend wurden. Am folgenreichsten war sich die Neuerfindung der Hallenkirche durch den ältesten bekannten Parler: Heinrich Parler (nachweisbar um 1330 bis 1371). Er erbaute ab 1351 den Chor des Heiligkreuzmünster in Schwäbisch Gmünd. Zwar gab es Hallenkirchen schon vor 1551, jedoch gelang es Heinrich Parler in Schwäbisch Gmünd, den Kapellenumgangschor der französischen Kathedralgotik so elegant auf das Prinzip Hallenkirche um zusetzten, dass er Vorbild für viele Nachfolgebauten bis um 1500 in Deutschland wurde. Elegant wirkt des Parlers Hallenchor vor allem, weil er die beiden östlichsten Säulen aus der Flucht der anderen Säulen herausgelöst und enger zusammengestellt hat. Dadurch wirkt die Kirche nach Osten schon durch die Säulen abgeschlossen und nicht erst an einer Wand.

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Ein kleiner Sonderweg: deutsche Spätgotik

Montag, den 20. August 2007

Kaiser Karl IV., Wandmalerei aus dem Rathaus zu Köln, um 1360/70Allgemein wird der Beginn der deutsche Spätgotik mit einem Trend und einem Ereignis in Verbindung gebracht. Der Trend zeichnete sich schon im ausgehenden 13. Jahrhundert allmählich ab und sollte sich im 14. Jahrhundert weiter verstärken. Die Städte wuchsen und gleichzeitig schrumpften die Feudalherren in ihrer Macht und mit ihnen das gesamte Feudalsystem.

Die norddeutschen Städte erstarkten zusammen mit der Hanse, einem Wirtschaftsverbund aufstrebender Städte rund um die Ostsee. In der Mitte und im Süden des Reiches gewannen die freien Reichsstädte an Einfluss. Gleichzeitig mit der Macht des Feudalsystems schwand auch die Macht des obersten Feudalherren, des römischen Kaisers. Während sich in Frankreich vor allem in Burgund und um Paris eine höfische Kultur und eine höfische Kunst entwickeln konnte, ging im „Herbst des Mittelalters“ in Deutschland ein Großteil der Entwicklung von den Städten aus.

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Keine Wände mehr: Malerei der Früh- und Hochgotik

Mittwoch, den 11. Juli 2007

Glasmalerei in der Kathedrale von Chartres, Thronende Marie mit dem Jesuskind, 1215 - 1240In der Romanik standen den Malern in den Kirchen große Mauerflächen für ihre Werke zu Verfügung. In der Gotik wurden die Wände allmählich aufgelöst. So stand die Malerei in der Gotik zunächst hinter der Skulptur zurück, auch wenn vereinzelt die verbleibenden Flächen, wie Gewölbe und Apsiden, ausgemalt wurden.

Eine Ausnahme bilden hier die Kirchen der Bettelorden. Die Franziskaner beispielsweise beließen auch in ihren gotischen Kirchen große Wandflächen, auf denen – wie zum Beispiel in San Francesco in Assisi - bedeutende Künstler wie Giotto oder Simone Martini ihre bedeutenden Werke hinterlassen konnten.

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