Archiv der Kategorie ‘Neues Testament‘

Der Knecht ist nicht größer als sein Herr: Die Fußwaschung

Donnerstag, den 25. Februar 2010

Duccio di Buoninsegna: Die Fußwaschung; um 1300

Direkt im Anschluss an das letzte Mal (Abendmahl) berichtet nur der Evangelist Johannes von einer äußert bedeutsamen Geste Jesu: er steht vom Tisch auf, legt sein Gewand ab, umgürtet sich mit einem Leinentuch, füllt Wasser in eine Schüssel und wäscht und trocknet seinen Jüngern die Füße. Petrus kann diese Handlung gar nicht fassen. Dass sein Herr ihm, dem Knecht, die Füße waschen will, ist außerhalb seiner Vorstellung.

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Zerrissen: Der Verrat durch Judas

Freitag, den 19. Februar 2010

Nikoloj Nikolajitsch Ge: Das Gewissen, Judas, 1891

Auf Darstellungen der Jünger Jesu ist Judas Iskariot nicht selten einfacher zu erkennen als Petrus oder Paulus. Zumeist wird Judas hässlicher als die anderen Jünger, oft in einem gelben Gewand und nicht selten mit dem Beutel abgebildet, der die 30 Silberstücke enthält. Gelb ist dabei ein Symbol für den Neid und die Eifersucht. Es war aber auch die Farbe des Gewandes, den Juden im mitteleuropäischen Mittelalter gezwungen wurden zu tragen.

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Jesus ist wütend: die Tempelreinigung

Mittwoch, den 17. Februar 2010

El Greco: Die Tempelreinigung, um 1600/1605

Die Tempelreinigung ist ein schönes Beispiel dafür, wie den Evangelisten zwar die selben Geschichten zur Verfügung standen, sie diese aber völlig unterschiedlich einordneten. Während die drei ersten Evangelisten die Erzählung recht weit an den Anfang ihrer Passionsgeschichten stellten, findet sich das Ereignis bei Johannes schon am Anfang seines Evangeliums, gleich nach dem ersten Wunder während der Hochzeit zu Kana. Insgesamt bleibt das Erzählte gleich oder zumindest ähnlich, jedoch dient die Geschichte bei Markus, Matthäus und Lukas noch einem anderen dramatischen und theologischen Zweck.

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Der etwas andere Messias und König: Der Einzug in Jerusalem

Freitag, den 12. Februar 2010

Kathedrale Notre-Dame de Laon, Einzug nach Jerusalem, gegen 1215

„Siehe, dein König kommt zu dir, ein Gerechter und ein Helfer, arm und reitet auf einem Esel, auf einem Füllen der Eselin.“ So liest man beim Propheten Sacharja im Vers neun des 9. Kapitel. Im Neuen Testament erfüllt sich die Prophezeiung des alttestamentlichen Propheten, als Jesus zu Beginn der Passionsgeschichte in Jerusalem einreitet. Die Kirchen feiern dieses Ereignis am Palmsonntag, mit dem die Karwoche beginnt.

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Getröstet in Abrahams Schoß: Der arme Lazarus und der reiche Prasser

Mittwoch, den 14. Oktober 2009

Breu, Jörg d. J.: Der reiche Prasser und der arme Lazarus, 1535 Holzschnitt

Das Gleichnis besteht aus zwei Teilen. Im ersten Teil leben beide Nebenfiguren, im zweiten Teil der Erzählung sind beide tot. In der Kunst wurden beide Szenen dargestellt, häufiger jedoch die spätere. Im Gleichnis selbst geht es um einen Vergleich von irdischem und himmlischem Reichtum und um das Schicksal, welches jene erwartet, die ihren irdischen Reichtum etwas überbewerten.

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Trost und Mut für die Hörenden: Das Gleichnis vom Sämann

Donnerstag, den 8. Oktober 2009

Flusslandschaft mit Sämann (1597): Pieter Bruegel der Ältere

Gleichnisse sind meist kürzere Texte, die mit didaktischem Anspruch einen komplexen oft theoretischen Sachverhalt in Form einer bildhaften und konkreten Darstellung abbilden.“ So wird der Begriff Gleichnis in der Enzyklopädia Wikipedia definiert. Die Evangelien berichten, dass Jesus oft in Gleichnissen gesprochen hat. Eines der Wichtigsten dürfte das Gleichnis vom Sämann sein, auch wenn es in der Kunst nicht allzu häufig dargestellt wurde.

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Ein Vergleich: Das Gleichnis von den Blinden

Donnerstag, den 1. Oktober 2009

Das Gleichnis von den Blinden (1568): Pieter Bruegel d. Ä.

Könne ein Blinder einem Blinden den Weg zeigen? Würden nicht vielmehr beide Blinden dann in den Graben fallen? Eine nicht selten in der christlichen Kunst dargestellte Frage Christi entspricht im Neuen Testament keine eigene Geschichte. Es handelt sich eigentlich nur um einem einzigen Satz, den die beiden Evangelisten, die ihn aufführen, auch noch in zwei völlig unterschiedliche Geschichten eingebaut haben. (more…)

Nur die Liebe zählt: Der verlorene Sohn

Montag, den 3. August 2009

Die Heimkehr des verlorenen Sohnes, um 1770-74, Bartolomé Esteban Murillo

Ganze 22 Verse widmet der Evangelist Lukas dem Gleichnis vom verlorenen Sohn. In 22 Versen wird keine Kleinigkeit erzählt, sondern eine der dichtesten Erzählungen der Evangelien: von einem, der im Streit auszieht, um das Leben in vollen Zügen zu genießen. Der aber, nachdem er pleite ist, demütig nach Hause zurückkehrt und vom Vater mit offenen Armen empfangen und wieder aufgenommen wird. Und nicht nur im Neuen Testament wird die Geschichte breit angelegt. Auch in der Kunst sind bis zu 14 verschiedene Szenen dargestellt worden, einzeln oder zu mehreren.

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Der Nächste ist der, der am nächsten ist: Der barmherzige Samariter

Donnerstag, den 16. Juli 2009

Der barmherzige Samariter: 1640; Govert Fink nach einer Radierung Rembrandt van Rijns

Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.“ Kein Gebot scheint schwerer zu befolgen als dieses. Dabei betonen die Evangelisten Matthäus, Markus und Lukas übereinstimmend, das gerade das Gebot der Nächstenliebe das wichtigste sei. Schon der aufgeklärte Mensch der Gegenwart ist mit der Frage überfordert, wer den nun eigentlich der „Nächste“ ist. Der stinkende, alte Nachbar ist es hoffentlich nicht. Auch die Jünger sind mit der Frage überfordert und so antwortet Jesus im Evangelium des Lukas mit einem berühmten Beispiel.

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Jesus weinte: die Auferweckung des Lazarus

Samstag, den 11. Juli 2009

Die Auferweckung des Lazarus: Giotto, 1306 - Padua, Capella degli Scrovengni (Arena-Kapelle)

Viele Wunder wirkte Jesus. Das bekannteste ist zweifellos die Auferweckung des Lazarus, verweist sie doch nur allzu deutlich auf die Auferstehung der Toten zum Weltgericht am Jüngsten Tag und Jesu Wirkmacht über den Tod. Bemerkenswert ist aber auch, das gerade das Wunder, welches Lazarus geschah, nicht nur mit einem Namen verbunden kann, sondern darüber hinaus auch sprichwörtlich geworden ist. Dabei hat die Geschichte, die sich nur im Evangelium des Johannes findet, eine Ebene, die weder in der Überlieferung noch in der Kunst einen großen Widerhall fand.

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