Archiv der Kategorie ‘Schöne Grundrisse‘

St. Lazare in Autun

Freitag, den 18. Mai 2007

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Am Grundriss fällt als erstes auf, dass offensichtlich im Westen eine große Pforte mit Treppentürmen im Norden und im Süden mitten im Gebäude zu stehen scheint. Tatsächlich verfügt die Kirche aber über eine nach allen Seiten offene Vorhalle, die genau die zwei Joche ausmacht, die bis zum Portal reichen.

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Kathedrale Maria de la Sede in Sevilla

Montag, den 14. Mai 2007

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Die größte gotische Kathedrale der Christenheit entspricht eindeutig nicht dem französischen Kathedralschema. Vielmehr dürfte der interessante Grundriss auf die Tatsache zurückzuführen sein, dass sich die Kathedrale von Sevilla über den Grundmauern der alten Moschee (Mezquita mayor) erhebt, deren Bau sich sicher nicht an der Gotik oder an den Franzosen orientierte.

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St. Nikolai in Wismar

Sonntag, den 13. Mai 2007

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Die Kirche St. Nikolai in Wismar hat eindeutig nur einen Turm, der aber sehr hoch war, womit er anderen Küstenstädten folgte. Die schweren Grundmauern sind gut zu erkennen. Im 18. Jahrhundert ist die Turmhaube bei einem Sturm jedoch eingestürzt. Ansonsten folgt auch dieser Bau dem französischen Kathedralschema. Doch wie St. Marien in Lübeck fehlt St. Nikolai ein “echte” Querschiff mit dem Unterschied, dass im Innenraum zumindest der Eindruck entstehen könnte, als sei eines vorhanden.

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Marienkirche in Lübeck

Sonntag, den 13. Mai 2007

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Auffällig sind vor allem die mächtigen Grundmauer der beiden Westtürme und das merkwürdige “Querschiff”. Wie die Backsteinkirchen in so vielen Küstenstädten hat auch St. Marien zu Lübeck hohe Türme mit noch höheren Turmhelmen. Solche Türme waren immer auch gut und gedacht als wichtige Orientierungspunkte für die christliche Seefahrt.

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Il Gesù

Dienstag, den 17. April 2007

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Das sieht ja aus wie eine Barockkirche, könnte der Betrachter ausrufen. Gebaut wurde Il Gesù aber schon zwischen 1568 und 1575 und steht noch am Übergang zwischen Renaissance und Barock. Architekt war Giacoma Barozzi da Vignola, der ein Werk schuf, welches Vorbild für unzählige Kirche vor allem der Jesuiten wurde.

Vom Typ her ist Il Gesù eine Wandpfeilerkirche. Im Grundriss sieht es aus wie eine dreischiffige Kirche, aber es ist nicht möglich (höchstens durch kleine Türchen) die “Seitenschiffe” längs zu laufen. Statt dessen befinden sich dort einzelne Kapellen, die jeweils durch das Mittelschiff zu erreichen sind.

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Wieskirche

Montag, den 16. April 2007

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Die Architekten von Barockkirchen arbeiteten gerne mit Ovalen. Manchmal, wie im Fall der Wieskirche, genügte eins (oder zwei), manchmal wurden gleich mehrere verwandt, die sich überschneiden.

Der Grundriss der Wieskirche zeigt im Westen eine Eingangshalle hinter der Westfassade mit ihren drei Durchlässen, die sicherlich für die hl. Dreieinigkeit stehen. Der zentrale ovale Raum wird durch Säulenpaare in zwei ineinander liegende Ovale unterteilt, was im Raum selbst kaum auffällt. Hinter den Säulen kann das innere Oval aber umlaufen werden und über dem Gang befindet sich eine eigene Reihe von Deckenfresken.

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Liebfrauenkirche in Trier

Sonntag, den 15. April 2007

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Der Grundriss der Liebfrauenkirche erinnert so gar nicht an eine gotische Kirche. Vielmehr sieht der Bau aus wie ein Zentralbau. Und tatsächlich strebt nur der Chor aus dem Grundriss heraus und gibt ihm so etwas wie eine Richtung (nach Osten). Interessanter Weise ist der ganze Bau sogar eine Basilika. Dass heißt, der höchste Punkt ist die “Vierung” in der Mitte. Das Mittelschiff (von Osten nach Westen) und das Querschiff (von Norden nach Süden) sind etwas niedriger und verfügen auch über einen Obergaden, der aber sehr kleine Fenster hat. Die Seitenschiffe sind wiederum nicht ganz so hoch wie Mittel- und Langschiff.

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Dom Santa Maria del Fiore in Florenz

Montag, den 9. April 2007

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Die italienische Kirche verrät sich sofort: der Glockenturm oder Campanile steht neben der eigentlichen Kirche. Der Grundriss des Florentiner Doms zeigt, dass die ganze Kirche für den Zweck konstruiert wurde, die berühmte Kuppel des Brunelleschi zu tragen. Nicht nur die Mauern direkt unter der Kuppel sind sehr dick. Auch die Mauern der drei Kapellen, die an die Kuppel angrenzen, zeigen, dass auch sie noch einen gehörigen Teil des Kuppelgewichtes zu tragen haben. Gegen den “Zentralbau” mit Kuppel im Osten wirkt der Langbau der im Stil der italienischen Gotik errichteten Kirche beinahe verletztlich. Mittel- und Seitenschiffe der Basilika sind mit Kreuzgratgewölbe versehen. Die Seitenschiffe sind aber fast so hoch wie das Mittelschiff.

Elisabethkirche in Marburg

Donnerstag, den 5. April 2007

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Bei der Elisabethkirche scheint, obwohl die Kirche frühgotisch ist, das gebundene System der Romanik noch wirksam zu sein. Zwei Mittelschiffsjoche entsprechen der Vierung. Auch der Dreikonchenchor, wie er von den romanischen (und ottonischen) Kirchen Kölns her bekannt ist, spricht beinahe für Romanik. Alle drei Konchen enden in 5/10-Polygonen.

Mittelschiff, Seitenschiffe und Langschiff sind mit Kreuzrippengewölben versehen. Die Elisabethkirche ist bekanntlich eine Hallenkirche, was bedeutet, dass die Gewölbe in Mittel- und Seitenschiffe gleich hoch sind (ca. 20m).

Im Westen sind deutlich die Mauern der Türme und die senkrecht dazu stehenden Stützpfeiler zu erkennen.

Kathedrale von Santiago de Compostella

Mittwoch, den 4. April 2007

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Trotz aller Umbauten aus dem Barock ist der im Wesentliche romanische Kern der Kirche im Grundriss noch zweifelsfrei zu erkennen. Insbesondere die Anordnung der Chornebenkapellen an den östlichen Wänden der Querhausarme sind ein untrügerisches Zeichen. In Santiago sind sowohl das Langhaus als auch das Querhaus dreischiffig. Die Vierung scheint das Maß der ganzen Kirche zu sein. Die Seitenschiffe sind wohl halb so breit, wie das Mittelschiff.

Auf dem Grundriss sind die Seitenschiffe als überwölbt eingezeichnet (romanisches Kreuzgratgewölbe). Das Mittelschiff zeigt kein Kreuzgewölbe. Die eingezeichneten Gurtbögen deuten aber an, dass das Mittelschiff sehr wohl gewölbt ist, nämlich mit einem Tonnengewölbe. Im Westen sind deutlich die dicken Mauern der beiden Türme zu erkennen. Im Osten sieht man einen Chorumgang mit Kapellen. Das Grab des hl. Jokobus befindet sich im Chorquadrat, bzw. darunter. Die Gläubigen konnten und können im Chorumgang das Grab des Heiligen umlaufen.

In den Winkeln zwischen Langhaus und Querhaus sind die Mauern der Seitentürmchen eingezeichnet.