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		<title>Etwas Grünes: Der hl. Patrick</title>
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		<pubDate>Thu, 05 Apr 2012 11:16:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[KunstwerkKirche]]></category>
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		<description><![CDATA[Obwohl sein Feier- bzw. Gedenktag nicht kirchenoffiziell bzw. -ist, wird der 17. März vor allem in Ländern mit vielen irischstämmigen Einwohnern recht groß gefeiert. Dabei liegt wahrscheinlich auch in New York der Schwerpunkt vermutlich mehr auf dem Feiern als auf &#8230; <a href="http://www.kirchengucker.de/2012/04/05/etwas-grunes-der-hl-patrick/">weiter lesen</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="wp-image-5132 alignleft" title="Church of the Assumption, Our Lady's Island, County Wexford, Ireland © CC-BY-SA Andreas F. Borchert " src="http://www.kirchengucker.de/wp-content/uploads/2012/04/patrickartikel.jpg" alt="Church of the Assumption, Our Lady's Island, County Wexford, Ireland © CC-BY-SA Andreas F. Borchert " width="260" height="560" />Obwohl sein Feier- bzw. Gedenktag nicht kirchenoffiziell bzw. -ist, wird der 17. März vor allem in Ländern mit vielen irischstämmigen Einwohnern recht groß gefeiert. Dabei liegt wahrscheinlich auch in New York der Schwerpunkt vermutlich mehr auf dem Feiern als auf dem Gedenken, wenn pünktlich zum St. Patrick&#8217;s Day der Hudson River grün gefärbt wird.</p>
<p>Über den Heiligen selbst ist relativ wenig bekannt. In der dem Heiligen zugeschriebenen <em>Confessio</em> (Bekenntnis) liest sich wahrscheinlichere Geschichte. Patrick wurde (Ende des 4. oder Anfang des 5. nachchristlichen Jahrhunderts) als Sohn eines römischen Offiziers in Wales oder Schottland geboren. Patricius war ein gebräuchlicher römischer Vorname. Bereits der Vater von Patrick war als Diakon in einer christlichen Gemeinde tätig, sodass der Junge auf eine christliche Erziehung und Bildung bauen konnte. Allerdings wurde Patrick wohl von Sklavenjägern entführt und nach Nord-Irland verschleppt (heutige Provinz Ulster).</p>
<p>Eine irisch-walisische Legende erzählt allerdings, dass Patrick als Heide in Wales geboren und als 16jähriger von plündernden Iren nach Irland verschleppt wurde. Die Legende berichtet weiter, das Patrick schwere Fron erleiden musste (als Schafhirte) und schließlich Trost im christlichen Glauben fand. Ein Engel riet ihm zur Flucht und Patrick verbrachte zwölf Jahre in einem Kloster in Auxerre. Dann soll er (nachdem Stimmen ihn im Traum zurück nach Irland gerufen haben) von Papst Coelestin I. als Bischof nach Irland gesandt worden sein und dort giftige Schlangen vertrieben haben, wobei mit „giftige Schlangen“ wohl am ehesten Unglaube und Heidentum gemeint sein dürfte.</p>
<p>Die nächsten Jahre missionierte Patrick eifrig, baute Schulen und gründete Klöster. Am 17. März 461 soll Patrick gestorben sein. Obwohl nach ihm die Geschichten des Volkes nicht mehr nur mündlich weitergegeben, sondern auch aufgeschrieben wurden, dauerte es noch bis ins späte 8. Jahrhundert bis auch Patricks Geschichte – inzwischen von Legenden überwuchert – zu Pergament gebracht wurde. Sein Grab wird heute in Downpatrick im County Down in Nordirland verehrt. Der 17. März ist Nationalfeiertag der Iren.</p>
<p>Als Heiliger wird St. Patrick zumeist als Bischof dargestellt. Manchmal ist ihm eine Schlange oder ein Kleeblatt als Attribut beigegeben. Die Farbe des Heiligen ist Grün. Grün ist am St. Patrick&#8217;s Day deshalb das Wasser des Hudson und auch das Bier. In den Weltgegenden, in denen der Tag – oft mit festlichen Paraden – gefeiert wird, sind die vielen Menschen bemüht am 17. März ein grünes Kleidungsstück zu tragen.</p>
<p>Gedenktag: 17. März<br />
Attribute: Hirte, Schlangen, Kleeblatt<br />
Patron von Irland, der Bergleute, Schmiede, Friseure und Böttcher; des Viehs; gegen Ungeziefer, Viehkrankheiten, Anfeindungen des Bösen; für die armen Seelen</p>
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		<title>Jesus hat Angst: Gebet im Garten Gethsemane oder die Ölberg-Gruppe</title>
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		<pubDate>Tue, 03 Apr 2012 15:53:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[KunstwerkKirche]]></category>
		<category><![CDATA[Neues Testament]]></category>
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		<description><![CDATA[Wenige Szenen in der Bibel zeigen die menschliche Natur Jesu eindrücklicher als das Gebet am Ölberg. Jesus geht mit seinen Jüngern Petrus, Jakobus und Johannes nach dem letzten Abendmahl hinaus und gelangt in den Garten Gethsemane. Jesus weiß, dass ihn &#8230; <a href="http://www.kirchengucker.de/2012/04/03/jesus-hat-angst-jesus-im-garten-getsemani-oder-die-olberg-gruppe/">weiter lesen</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wenige Szenen in der Bibel zeigen die menschliche Natur Jesu eindrücklicher als das Gebet am Ölberg. Jesus geht mit seinen Jüngern Petrus, Jakobus und Johannes nach dem letzten Abendmahl hinaus und gelangt in den Garten Gethsemane. Jesus weiß, dass ihn ein schmerzhafter Tod erwartet und er hat Angst: „Meine Seele ist zu Tode betrübt, bleibt hier und wacht mit mir“, bittet Jesus seine Jünger – so erzählen es die Evangelien – und entfernt sich, um zu beten. „Mein Vater, wenn es möglich ist, so gehe dieser Kelch an mir vorüber. Doch dein Wille geschehe.“ Die Evangelisten Markus und Matthäus erzählen, dass Jesus drei Mal zu seinen Jüngern zurück kehrt und sie schlafend findet. Im Angesicht des Todes und in seiner größten Not, gelingt es seinen Jüngern nicht, ihm bei zu stehen. „Das Fleisch ist willig, doch der Geist ist schwach.“ Lukas erzählt hingegen von einem Engel, der zu Jesus kommt und ihn bestärkt. Eine nicht in alle Bibelausgaben übernommene Stelle bei Lukas erzählt, dass Jesus vor Angst Blut geschwitzt hat: „Sein Schweiß war wie Blut und tropfte zur Erde.“ Jesus, in dem Gott Mensch geworden war, hatte vor dem Tod Angst wie jeder andere Mensch. Noch während Jesus im Garten ist, kommt die von Judas geführte Schar des Hohen Priesters, um den „Menschensohn“ gefangen zu nehmen.</p>
<p>Die Geschichte vom Gebet am Ölberg findet sich nur bei Markus, Matthäus und Lukas. Der Evangelist Johannes erwähnt die Erzählung nicht. In der christlichen Kunst wurde zumeist eine „Evangelienharmonie“ hergestellt, dass heißt, dass das Motiv der schlafenden Jünger von Matthäus und Markus mit dem Engel von Lukas verbunden wurde.</p>
<p>Im 15. Jahrhundert begannen sogenannte Ölberg-Gruppen aufzukommen. In lebensgroßen oder fast lebensgroßen Skulpturengruppen wurde die Szene oft an der Außenseite von Kirchen angebracht oder gar völlig unabhängig aufgestellt. Ölberg-Gruppen spielten wohl ein Rolle in Prozessionsliturgien. Ab 1750 wurden die Ölberg-Gruppen schließlich von Kreuzwegen abgelöst.</p>
<p>Der Ölberg in Jerusalem bezieht heutzutage seine herausragende touristische Funktion vor allem als Aussichtspunkt. Fast alle Panoramafotografien vom Tempelberg oder der Jerusalemer Altstadt wurden vom Ölberg aus aufgenommen.</p>
<p>Quellen:<br />
<a href="http://www.die-bibel.de/nc/online-bibeln/luther-bibel-1984/lesen-im-bibeltext/bibelstelle/mk14,32-42" target="_blank">Markus 14,32-42<br />
</a><a href="http://www.die-bibel.de/nc/online-bibeln/luther-bibel-1984/lesen-im-bibeltext/bibelstelle/mt26,36-46" target="_blank">Matthäus 26,36-46<br />
</a><a href="http://www.die-bibel.de/nc/online-bibeln/luther-bibel-1984/lesen-im-bibeltext/bibelstelle/lk22,40-46" target="_blank">Lukas 22,40-46</a></p>
<p><a href="http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Baden-Baden_Ölberggruppe.JPG&amp;filetimestamp=20090329163416">Bild</a></p>
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		<title>Ein gotischer Zentralbau aus Backsteinen: Der schöne Grundriss der Marienkirche in Rostock</title>
		<link>http://www.kirchengucker.de/2012/03/22/ein-gotischer-zentralbau-aus-backsteinen-der-schone-grundriss-der-marienkirche-in-rostock/</link>
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		<pubDate>Thu, 22 Mar 2012 16:28:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Neuigkeiten]]></category>
		<category><![CDATA[Schöne Grundrisse]]></category>

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		<description><![CDATA[Wenn man den Grundriss der Marienkirche in Rostock so betrachtet, fällt zunächst die grundsätzliche Entscheidung schwer, ob es sich um einen Zentralbau handelt oder nicht. Tatsächlich ist die Kirche in der Breite (73 Meter) nur unwesentlich kürzer als in der &#8230; <a href="http://www.kirchengucker.de/2012/03/22/ein-gotischer-zentralbau-aus-backsteinen-der-schone-grundriss-der-marienkirche-in-rostock/">weiter lesen</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn man den Grundriss der Marienkirche in Rostock so betrachtet, fällt zunächst die grundsätzliche Entscheidung schwer, ob es sich um einen Zentralbau handelt oder nicht. Tatsächlich ist die Kirche in der Breite (73 Meter) nur unwesentlich kürzer als in der Länge (79 Meter). Also einigen wir uns auf einen Zentralbau.</p>
<p>Tatsächlich ist aber das Langschiff – also der Bauteil, der von Westen nach Osten reicht – sogar etwas kürzer als das Querschiff, da in der Längsausdehnung auch das Westwerk eingerechnet ist. Und was ist das für ein Westwerk! Zwar sind die Mauern in der übrigen Kirche nicht so schwarz gezeichnet, wie die im Westwerk, aber trotzdem fällt auf, dass auf dein Westwerk-Mauern eine Menge Stein stehen muss. Und in der Tat: Das Westwerk ist zwar nicht viel höher als das Schiff, wirkt dafür aber sehr mächtig. Im Westwerk finden sich übrigens auch die ältesten Teil der Marienkirche in Rostock, und zwar die Grundmauern eines frühgotischen Baus – einer Hallenkirche –, der 1279 abgeschlossen war. Material war der für die Ostseegegend so typische Backstein. Stein aus Steinbrüchen gibt es dort nicht, dafür aber jede Menge Lehm.</p>
<p>Schon 1290 war die nagelneue Kirche nicht mehr gut genug und man begann mit dem Bau der heutigen Kirche. Wie üblich begann mit der neuen Kirche im Chor und baute dann etwas später die neuen Außenmauern um die alter Kirche herum. Am Ende des 14. Jahrhunderts konnte man dann die alte Kirche aus der neuen herausreißen. Zu dieser Zeit entstanden auch die Vierungspfeiler, die etwas dicker als die anderen Pfeiler sind, wie auch im Grundriss schön ist zu erkennen ist.</p>
<p>Der Grundriss lässt also drei Bauphasen erkennen: Schwarz sind die Grundmauern des Westwerks, errichtet bis 1279. Hellgrau ist die Ostchorpartie, die zu Beginn des 14. Jahrhunderts entstand. Dunkelgrau wiederum ist der Rest, der um 1400 abgeschlossen wurde.</p>
<p>Die Gewölbe über dem Mittelschiff und dem Querhaus zeigen dem geübten Auge übrigens einen schon spätgotischen Einfluss, denn es handelt sich um Sterngewölbe. Tatsächlich wurden diese Teile der Marienkirche erst 1454 vollendet.</p>
<p>Der Grundriss der Chorpartie zeigt übrigens, dass die Marienkirche in Lübeck das Vorbild war. Die äußersten beiden Chorkapellen sind quasi aus der Flucht der Seitenkapellen herausgeknickt. Die Rostocker nahmen sich das Lübecker Vorbild natürlich, weil sie als Hansestadt auch mit Lübeck wetteiferten.</p>
<p>Entlang der Seitenschiffe zeigt der Grundriss übrigens Seitenkapellen; an jedem Langhaus- und Chorjoch im Norden und Süden je eine.</p>
<p>Eine merkwürdige Eigenschaft zeigt der Grundriss der Marienkirche nun noch. Das Süd- und das Nordquerhaus sehen sehr unterschiedlich aus. Das kommt daher, dass das Südquerhaus den Haupteingang der Kirche enthält und damit auch einen großen Schaugiebel zur Stadt hin. Diese für die engen Bürgerstädte des Mittelalters nicht zu seltene Lösung lies die Bauherren bzw. die Architekten im Nordquerhaus eine kleine Nebenchorapsis errichten.</p>
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		<title>Viele Maler und eine Malerin: Artemisia Gentileschi</title>
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		<pubDate>Mon, 05 Mar 2012 15:44:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Neuigkeiten]]></category>
		<category><![CDATA[Persönlichkeiten]]></category>

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		<description><![CDATA[Giotto, Michelangelo, Raffael, Caravaggio – große Namen, große Künstler. Alles Männer. Auch die etwas unbekannteren Maler waren fast alles Männer. Fast. Es gab sie, die Frauen, die malten, sogar schon in der Barockzeit. Die vielleicht bekannteste von ihnen war sicher &#8230; <a href="http://www.kirchengucker.de/2012/03/05/viele-maler-und-eine-malerin-artemisia-gentileschi/">weiter lesen</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Giotto, Michelangelo, Raffael, Caravaggio – große Namen, große Künstler. Alles Männer. Auch die etwas unbekannteren Maler waren fast alles Männer. Fast. Es gab sie, die Frauen, die malten, sogar schon in der Barockzeit. Die vielleicht bekannteste von ihnen war sicher Artemisia Gentileschi.</p>
<p>Geboren wurde die Gentileschi am 8. Juli 1593 in Rom. Ihr Vater war der Maler Oratio Gentileschi, der als einer der ersten Vertreter des von Caravaggio begründeten Malstils des Hell-Dunkels war. Die Mutter der kleinen Artemisia, Prutenzia Montone, starb bereits 1605.</p>
<p>Artemisia Gentileschi hat mehrere jüngere Brüder. Der Vater lehrte allen seinen Kindern zuerst das Zeichnen, dann die Verarbeitung der Farben. Schon bald erwies sich Artemisia als das begabteste Kind, welches auch die besondere Förderung durch den Vater erhielt. Vielleicht finden sich frühe Spuren der jungen Malerin im römischen Quirinalspalast. Hier dürfte sie ihrem Vater bei der Zeichnung der Kartons für Deckenfresken geholfen haben. Ende des 16. Jahrhunderts dürfte Artemisia auch die Malweisen von Künstlern wie Caravaggio, Reni und Domenichini gesehen haben, die zu der Zeit in Rom wirkten.</p>
<p>Das früheste Werk, welches Artemisia Gentileschi zugeschrieben wird, ist ein Gemälde mit dem Thema Susanna und die Alten und entstand 1610. Die Nachwelt mochte und möchte einen der beiden alten Männer – den älteren, grauhaarigen – auf dem Gemälde gerne mit Orazio Gentileschi, dem Vater der Künstlerin identifizieren. Auch für den jüngeren Herren mit den dunklen Haaren gibt es eine Vermutung. Es soll sich um Agostino Tassi (1578-1644) handeln. Vermutlich hatte Orazio seine Tochter zu seinem Malerkollegen Tassi geschickt, damit sie bei ihm die Perspektive lernte.</p>
<p>Agostino Tassi war im Mai 1611 auch für eines der vermutlich einschneidendsten Erlebnisse Artemisia Gentileschis verantwortlich: Er vergewaltigte die 18jährige Frau. Neben der körperlichen Gewalt wog zu Beginn des 17. Jahrhunderts eine andere Gewalt beinahe ebenso schwer und für die junge Frau und ihre Zukunft wohl noch schwerer: Der Verlust der Ehrbarkeit. In der Regel konnte sich der Vergewaltiger auch aus der Affäre ziehen, indem er sein Opfer heiratete. Agostino Tassi war das jedoch nicht möglich. Er war bereits verheiratet.</p>
<p>So klagte Orazio Genileschi den Tassi wegen Vergewaltigung an. Wir sind heute so gut über diese Ereignisse informiert, da ein Großteil der Prozessakten mit allen Verhören erhalten geblieben sind. Aus diesen Akten wissen wir auch, welche Ausbildung als Malerin Artemisia durch ihren Vater erhielt. Auf jeden Fall versuchte Agostino Tassi sich zu retten, indem er Artemisia der Prostitution beschuldigte. Und das war ein Fall für die Inquisition. So wurde Artemisia nicht nur einer höchstpeinlichen gynäkologischen Untersuchung unterzogen, sondern – ausweislich der Gerichtsakten – auch mit Daumenschrauben gefoltert.</p>
<p>Nichtsdestotrotz wurde Tassi schuldig gesprochen und musste – letztlich auch wegen des Diebstahls von acht Bildern – für acht Monate ins Gefängnis. Doch die „Ehrbarkeit“ der Gentileschi war dadurch nicht wieder voll hergestellt. So verheiratete der Vater seine Tochter mit dem Florentiner Maler Pietro Antonio di Vicenzo Stiattesi, mit dem sie nach Florenz ging.</p>
<p>1611 bis 1612 entstand noch in Rom das wohl berühmteste Gemälde von Artemisia Gentileschi: Judith enthauptet Holofernes. Er erscheint schwer, in diesem Gemälde keine Reaktion auf die Vergewaltigung zu sehen.<br />
In Florenz machte sich die Malerin jedenfalls schnell einen Namen. 1616 wurde die Gentileschi als erste Frau in die Accademia dell&#8217;Arte del Disegno aufgenommen. Bereits ein Jahr früher hatte sie einen Auftrag von Michelangelo Buonarotti dem Jüngeren, einem Großneffen des gleichnamigen Renaissance-Malers, für die Casa Buonarotti erhalten. In den nächsten Jahren wurde die Malerin immer berühmter, erhielt viele Aufträge von den Medici, vor allem Cosimo II. Großherzog der Toskana und unterhielt Korrespondenzen und Freundschaften mit großen Geistern ihrer Zeit, wie zum Beispiel Galileo Galilei.</p>
<p>1623 reichte Gentileschis Ruhm schließlich, um wieder nach Rom zurück zu kehren. Von ihren vier Kindern hatte nur eines solange überlebt, dass es sie begleiten konnte. Auch in Rom hatte Artemisia viele bedeutende Aufträge, unter anderem von Francesco Barberini, dem Neffen Papst Urban VIII. 1630 ging die Künstlerin schließlich nach Neapel, das als Stadt zu der Zeit drei Mal so viele Einwohner hatte wie Rom. 1637 folgte Artemisia Gentileschi ihren Vater für kurze Zeit nach London, um ihrem Vater vermutlich bei der Ausführung eines Deckengemäldes im Queenshouse in Greenwich zu helfen. Orazio Gentileschi starb 1639 in London.</p>
<p>Ihre letzten Lebensjahre verbrachte Artemisia Gentileschi wieder in Neapel. Besonders gefördert wurde sie dort von Don Antonio Ruffo. Trotzdem waren diese Jahre von finanziellen Schwierigkeiten aber auch gesundheitlichen Problemen geprägt. 1653 – den genauen Tag kennt man nicht und auch das Jahr ist nicht ganz sicher – starb Artemisia Gentileschi in Neapel.</p>
<p>Zu ihren Lebzeiten war Artemisia Gentileschi sehr berühmt, danach geriet die Malerin in Vergessenheit. Erst im 20sten Jahrhundert wurde das Werk – nicht zuletzt durch die Aufmerksamkeit der Frauenbewegung – wieder entdeckt.<br />
Für ihre Zeit war nicht nur ungewöhnlich, dass Artemisia Gentileschi als Malerin berühmt war, eine Werkstatt unterhielt und auch Männer in Anstellung hatte. Ungewöhnlich war vor allem, dass sie Historienbilder und Szenen aus der Mythologie und der Bibel malte. Themen, die zu ihrer Zeit den Männern vorbehalten waren.</p>
<p><img title="Artemisia_Gentileschi_Selfportrait_Martyr_web" src="http://www.kirchengucker.de/wp-content/uploads/2012/03/Artemisia_Gentileschi_Selfportrait_Martyr_web.jpg" alt="Artemisia Gentilieschi: Selbstporträt als Märtyrerin, 1615" width="300" height="403" /></p>
<p>An dieser Stelle möchten wir noch auf eine andere Malerin hinweisen. Eigentlich ist Sofonisba Anguissola kein Thema für den Kirchengucker, da die Malerin keine sakralen Themen aufgriff, sondern eine Meisterin des Porträts war. Doch Sofonisba Anguissola, die 1531/32 im italienischen Cremona geboren worden war, war die sicher berühmteste Malerin der Renaissance. Sie bekam Besuch von Peter Paul Rubens und wurde von Anthonis van Dyck gemalt. Die Päpste Julius III. und Pius IV. besaßen Bilder der Künstlerin. Giorgio Vasari erwähnte sie lobend. Sofonisba Anguissola starb am 16. November 1625 in Palermo. Mehr Informationen über sie gibt es <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Sofonisba_Anguissola">hier</a>.</p>
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		<title>Der Vatikan öffnet sein Geheimarchiv: Ausstellung &#8220;Lux in Arcana&#8221; in Rom</title>
		<link>http://www.kirchengucker.de/2012/03/01/lux-in-arcana/</link>
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		<pubDate>Thu, 01 Mar 2012 20:36:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Ausstellungen]]></category>
		<category><![CDATA[KirchenKultur]]></category>
		<category><![CDATA[Neuigkeiten]]></category>

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		<description><![CDATA[Jede kirchliche Einrichtung, jede Kirchengemeinde, jedes Museum und jede Bibliothek hat ein Archiv. In einigen von ihnen werden Kostbarkeiten gehütet und in anderen wird die Geschichte für die nächsten Generationen verwahrt. Hier ruhen gute und dunkle Zeiten unserer europäischen Kirchen- &#8230; <a href="http://www.kirchengucker.de/2012/03/01/lux-in-arcana/">weiter lesen</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Jede kirchliche Einrichtung, jede Kirchengemeinde, jedes Museum und jede Bibliothek hat ein Archiv. In einigen von ihnen werden Kostbarkeiten gehütet und in anderen wird die Geschichte für die nächsten Generationen verwahrt. Hier ruhen gute und dunkle Zeiten unserer europäischen Kirchen- und Kulturgeschichte.</p>
<p>Eins der wohl am besten gehüteten Archive ist das päpstliche Privatarchiv, das von Paul V., der von 1605 bis 1621 Papst war, gegründet wurde. Nur wenigen Personen wird der Zugang zum Geheimarchiv gewährt, daher ist die Ausstellung <em>&#8220;Lux in Arcana</em>&#8221; (Licht im Geheimnis) in den Kapitolinischen Museen Roms eine Besonderheit.</p>
<p>Erstmals öffnet der Vatikan sein Geheimarchiv und zeigt alte Schriften und Pergamentblätter, Akten, Manuskripte und vatikanische Register. 100 Originaldokumente werden in der gemeinsamen Sonderausstellung der Kapitolinischen Museen und des Vatikans in den kommenden Monaten für Besucher öffentlich gemacht.</p>
<p>Zu sehen sind unter anderem die Bannbulle, mit der Martin Luther exkommuniziert wurde, Dokumente über die Verfahren gegen Giordano Bruno und Galileo Galilei und andere bedeutende Zeugen der Kirchengeschichte. Der päpstliche Erlass gegen Luther, ein wesentlicher Schritt zur Kirchenspaltung, wurde übrigens nie aufgehoben.</p>
<p>Vorgestellt werden außerdem Dokumente, in denen es um den von Rom 1312 als «entartet» aufgehobenen Ritterorden der Templer geht und die Bittschrift des englischen Parlaments, in der es um die Auflösung der ehelichen Bande von König Heinrich VIII. mit Katharina von Aragón ging.</p>
<p>Die Ausstellung <em>&#8220;Lux in Arcana&#8221;</em> ist bis zum 9. September in den Kapitolinischen Museen Roms zu sehen. Weitere Hinweise und Bilder zur Sonderausstellung lassen sich unter <em><a href="http://www.luxinarcana.org/en/la-mostra/">&#8220;Lux in Arcana&#8221;</a></em> im Internet finden.</p>
<p><iframe width="520" height="292" src="http://www.youtube.com/embed/aAao-fNIXDc" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
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		<title>Denkmal eines überzeugten &#8220;Ikonoklasten&#8221;: Mosaik der Bundeslade in Germigny-des-Prés</title>
		<link>http://www.kirchengucker.de/2012/02/29/mosaik-der-bundeslade-in-germigny-des-pres/</link>
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		<pubDate>Wed, 29 Feb 2012 19:28:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bildbesprechungen]]></category>
		<category><![CDATA[KunstwerkKirche]]></category>
		<category><![CDATA[Neuigkeiten]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Mosaik in der kleinen Kirche in Germigny-des-Prés an der Loire unweit der Stadt Orleans birgt einen großen Schatz: Das mutmaßlich einzige erhaltene karolingische Mosaik. Die zeitliche Zuschreibung ist deshalb so einfach, da sich die Jahreszahl 806 in einer Inschrift &#8230; <a href="http://www.kirchengucker.de/2012/02/29/mosaik-der-bundeslade-in-germigny-des-pres/">weiter lesen</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das Mosaik in der kleinen Kirche in Germigny-des-Prés an der Loire unweit der Stadt Orleans birgt einen großen Schatz: Das mutmaßlich einzige erhaltene karolingische Mosaik. Die zeitliche Zuschreibung ist deshalb so einfach, da sich die Jahreszahl 806 in einer Inschrift des Mosaiks findet. Dort findet sich auch der Name des Stifters: Theodulf, Bischof von Orleans. Theodulf war ein Freund und Berater Karls des Großen und einer der führenden Intellektuellen seiner Zeit. Die Kirche in Germigny-des-Prés war die Kapelle seiner Villa. Die Villa wiederum war auch Abtsitz, denn Theodulf war gleichzeitig Abt des nahen Klosters von Fleury (heute Saint-Benoît-sur-Loire).</p>
<p>Die Kapelle war also ursprünglich nicht vielmehr als eine private Andachtsstätte eines hohen Geistlichen. Als solche war sie reich mit Mosaiken ausgestattet, von denen das hier zu besprechende das einzige ist, welches die letzten 1200 Jahre überdauert hat.</p>
<p>Immerhin handelt es sich um das bedeutendste Mosaik, nämlich um jenes in der Hauptapsis der Kapelle im Osten. 130.000 kleine Glassteine in den Farben Grün, Rot, Blau, Weiß, Schwarz, Grau, Golden und Silber bedecken rund neun Quadratmeter Fläche. Tatsächlich ist Gold die beherrschende Farbe, denn die dargestellte Szene erstreckt sich vor einem goldenen Hintergrund. Ausführender Künstler dürfte ein Italiener gewesen sein, da in Italien die Mosaikkunst unter byzantinischem Einfluss weit verbreitet war.</p>
<p>Einen Hinweis auf das Thema des Bildes gibt bereits die Inschrift. Auf Deutsch lautet sie:<br />
&#8220;Schaue und betrachte das heilige Orakel und die Cherubim und das Leuchten der Lade („Kasten“) des göttlichen Bundes. Bei dieser Betrachtung bemühe Dich, den Herrn des Donners zu rühren, und bedenke Theodulf in deinen Gebeten.&#8221; Zu sehen sind also zwei bzw. vier Engel, die mit den Fingern auf die Bundeslade verweisen. Zwischen den Engel weist eine Hand, die aus einem bestirnten Himmel herabsteigt, auf die Lade. Dieses Motiv ist für eine kirchliche Apsis einzigartig. Üblicherweise finden sich an dieser Stelle Christus, oft begleitet durch die Evangelisten, oder die Jungfrau Maria.</p>
<p>Ein möglicher Schlüssel für das Verständnis des Kunstwerkes liegt im <em>libri carolini</em>, einer Denkschrift, deren wesentlicher Autor Theodulf gewesen sein könnte. 787 hatte Papst Hadrian I. Karl dem Großen das Protokoll der Synode von Nicäa übersandt. Die Synode hatte beschlossen, die „Verehrung“ von Bildern wieder zur erlauben. Aufgrund ungenauer Formulierungen, mussten Karl der Große und seine Berater aber davon ausgehen, dass die Erlaubnis die „Anbetung“ betraf. Die Reaktion war eine Gegenschrift, eben der <em>libri carolini</em>, in der die Beschlüsse der Synode als ketzerisch bezeichnet wurden, da sie die Götzenanbetung erlaubten. Das Mosaik spiegelt also die theologische Auffassung Theodulfs in der Bilderverehrung wieder, da er keine Menschen, nicht einmal den Christus abbilden ließ, sondern die Bundeslade.</p>
<p>Die Bundeslade wird in der Bibel (2. Buch Mose/Exodus 25,10-20) ziemlich genau beschrieben. Darin ist von einer Akazienholzkiste die Rede, die Moses anfertigen ließ, um die am Horebberg Mose übergebenden Gesetzestafeln (12 Gebote) aufzunehmen. Die Lade war dabei eine Tragbahre auf der zwei Cherubim bzw. Engel angebracht worden sein sollen, die die Kiste mit ihren Flügeln überschirmten. Auf ihrem Weg durch die Wüste soll das Volk Israel die Lade vor sich hergetragen haben. Auch bei der Durchquerung des Jordans und bei der Eroberung Jerichos (beides Buch Josua) soll die Bundeslade dabei gewesen sein. Der Begriff „Bundes“-Lade verweist auf den Bund, den Gott am Sinai mit Mose und dem Volk Israel eingegangen ist.</p>
<p>Die beiden großen Engel des Mosaiks entsprechen den Engeln, die Salomo in seinem Tempel über der Bundeslade anbringen ließ. Im Tempel stand die Bundeslade im Allerheiligsten. Man glaubte, dass die Lade der Schemel der Füße Gottes sei, also der Ort, an dem Gott die Erde berührte. Die beiden großen Engel sind dabei in der byzantinischen Mode der Entstehungszeit gekleidet. Sie könnten das alte und das neue Gottesvolk symbolisieren. Dabei hat der linke Engel angedeutet ein Kreuz in seinem Heiligenschein und verweist so auf die Christenheit und den Neuen Bund in Jesus Christus. Der rechte Engel lässt kein Kreuz erkennen, steht also für das Volk Israel und den Alten Bund. Zugleich sind beide Engel auch Symbole für Altes und Neues Testament. Dass sich ihre Flügel berühren wäre ein Hinweis auf die Gültigkeit beider Teile der Bibel.</p>
<p>Es ist mit Sicherheit schwierig, alle Symbole auf dem Mosaik endgültig zu entschlüsseln. Sicher ist aber auch, dass im ganzen Mittelalter die Kunstwerke voller Symbolik und Anspielungen waren. Hier folgt nun ein kurzer Überblick über weitere Deutungsmöglichkeiten:</p>
<p>So könnte der goldene Grund die irdische Welt und den Tag, der Sternenhimmel aber die himmlische Welt und die Nacht symbolisieren.</p>
<p>Der Regenbogen, aus dem die Hand erscheint, könnte eine Anspielung auf den Noah-Bund sein. Das Buch Genesis (1. Buch Mose) erzählt, dass Gott zum Zeichen seines Bundes nach der Sintflut einen Regenbogen an den Himmel setzte.</p>
<p>Die zwölf Sterne versinnbildlichen möglicherweise die zwölf Apostel. Die acht Arme der Sterne wiederum könnten (Windrose!) auf die ganze Welt verweisen, in die die Apostel hineinwirkten.</p>
<p>Der Streifen unterhalb der Lade könnte der Jordan sein. Die zwölf weißen Buckel (vier mal drei) symbolisierten dann die zwölf Steine aus dem Jordan, die die Israeliten als Denkmal für die wundersame Überquerung des Jordans auf dem trockenen Flussgrund aufgerichtet haben sollen (Josua 17,4.1-19). Den zwölf Steinen im Fluss entsprächen die zwölf Steine, die aus dem Fluss an Land gebracht worden sind und im Mosaik als zwölf weitere Buckelchen sichtbar sind, die in den Sternenhimmel ragen. Die zwölf Steine an Land könnten dabei wieder auf die Apostel, die zwölf Steine im Fluss auf die Patriarchen und Propheten des Alten Testaments verweisen.</p>
<p>Eine ähnliche Darstellung der Bundeslade, die durch den Jordan getragen wird, findet sich auf einem Mosaik aus dem 3. Jahrhundert, welches sich noch heute in der Basilika Santa Maria Maggiore in Rom befindet.</p>
<p>Die Hand, die auf dem Bildwerk aus dem Himmel steigt, zeigt deutlich sichtbar einen „Fleck“, welches als Wundmal Christi gedeutet werden könnte. Als &#8220;Wort Gottes&#8221; (Johannes 1) verbindet Jesus Christus alle Menschen.</p>
<p>Das Mosaik in Germigny-des-Prés ist das Werk eines überzeugten &#8220;Ikonoklasten&#8221;, also eines Gegners der Anbetung von Bildern, der sich durch das zweite Gebot bestätigt sah, das da heißt: „Du sollst dir kein Gottesbild machen und keine Darstellung von irgendetwas am Himmel droben, auf der Erde unten oder im Wasser unter der Erde.“</p>
<p>Es ist ein großes Wunder, dass das Mosaik – wie alle alten Kunstwerke – bis heute überdauert hat. Die Kapelle wurde im 9. Jahrhundert in Brand gesteckt. Im 16. Jahrhundert überzogen Religionskriege das Land. Schon bald wurde die Kirche aufgegeben. Erst gegen 1820 entdeckte man das Mosaik unter einer dicken Schicht Tünche. 1840 wurde festgestellt, dass das Mosaik sich quasi nur noch selber trug, da das Gewände der Kuppel durch Wasser ausgehöhlt war. Ab 1843 wurde das Mosaik schließlich durch die Sanierung des Gebäudes gerettet.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Vom Museum in den Keller: Ein hölzernes Kruzifix aus der Renaissance</title>
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		<pubDate>Mon, 27 Feb 2012 16:50:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Geschichten]]></category>
		<category><![CDATA[KunstwerkKirche]]></category>
		<category><![CDATA[Neuigkeiten]]></category>

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		<description><![CDATA[„Erst ins Fernsehen und ins Museum, dann in den Keller.“ So titelte vor ein paar Tagen die italienische Zeitung La Repubblica über ein sakrales Kunstwerk, welches eigentlich das Zeug zur Weltsensation haben könnte. Die Betonung liegt auf „könnte“. Denn ob &#8230; <a href="http://www.kirchengucker.de/2012/02/27/vom-museum-in-den-keller-ein-holzernes-kruzifix-aus-der-renaissance/">weiter lesen</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>„Erst ins Fernsehen und ins Museum, dann in den Keller.“ So titelte vor ein paar Tagen die italienische Zeitung La Repubblica über ein sakrales Kunstwerk, welches eigentlich das Zeug zur Weltsensation haben könnte. Die Betonung liegt auf „könnte“. Denn ob das Kunstwerk – ein 41 cm hohes Kruzifix aus Holz – tatsächlich vom großen Michelangelo stammt, ist heiß umstritten. Zur Zeit überwiegen die Zweifel.</p>
<p>Dabei ist es unwahrscheinlich, ob sich die Herkunft des Kreuzes tatsächlich jemals wird zweifelsfrei klären lassen. Schon beim ähnlichen Kruzifix, welches in der Florentiner Kirche Santo Spirito zu sehen ist, sind die Zweifel über Michelangelos Urheberschaft nie vollkommen versiegt, auch wenn das Kreuz dem Bildhauer weiterhin mehr oder weniger bestimmt zugesprochen wird. Nicht auf jedem Kunstwerk findet sich eben die Signatur des Künstlers (bei Michelangelo tatsächlich nur auf seiner Pietà, die heute im Petersdom in Rom befindlich ist).</p>
<p>So sind die Kunsthistoriker auch beim umstrittenen Holzkruzifix auf Stilvergleiche angewiesen. Dabei könnte das Florentiner Kreuz behilflich sein, denn jenes Kunstwerk und das umstrittene Kruzifix sind einander nicht unähnlich.</p>
<p>An dieser Stelle sollen kurz die Argumente pro und contra der Urheberschaft Michelangelos aufgelistet sein:</p>
<p>pro:</p>
<ul>
<li>Wie schon gesagt: Die beiden Kruzifixe ähneln sich.</li>
<li>Das Holz ist auf die Jahre 1494-95 datierbar. Das Kreuz in Santo Spirito stammt aus dem Jahr 1493.</li>
<li>Die Anatomie des Körpers ähnelt anderen Kunstwerken des Renaissance-Künstlers. (Michelangelo hat in seiner Jugend anatomische Studien an Leichen vorgenommen, was zu seiner Zeit strengstens verboten war.)<br />
Insbesondere:</li>
<li>Die Achillissehnen der Füße sind michelangeloesque.</li>
<li>Die Gestaltung der Knie ebenso.</li>
<li>Die Muskeln des Rückens und der Hinterns gleichfalls.</li>
</ul>
<p>contra:</p>
<ul>
<li>Das umstrittene Kreuz weist Kennzeichen einer Serienherstellung auf und kann weder Michelangelo und nicht einmal einem seiner Schüler zugewiesen werden.</li>
<li>Eventuell kann das Kruzifix einem guten Künstler zugeordnet werden, dem mindestens zehn teilweise ähnliche Skulpturen zugeordnet werden können.</li>
<li>Auch die Contra-Seite bemüht einige anatomische Merkmale für sich:</li>
<li>Der Kopf ist zu klein im Vergleich zum Körper.</li>
<li>Der Körper ist zu kompakt.</li>
<li>Die Beine sind zu lang und zu schwer.</li>
</ul>
<p>Wie auch immer. Seit ein paar Tagen hat die italienische Staatsanwalt das Wort im Fall des besagten Kunstwerks. Denn der Staat Italien hat das Kruzifix 2008 einem Antiquitätenhändler für 3.200.000 Euro abgekauft. Der Rechnungshof ist nun der Meinung, dass diese Summer auf jeden Fall verdächtig wirkt. Denn wäre das Kunstwerk nicht von Michelangelo, dann sei der Preis um ein Vielfaches zu hoch. Wäre das Kruzifix jedoch vom besagten Bildhauer, dann hätte die Skulptur wesentlich teurer sein müssen. So lange die Untersuchen anhalten, wird das Kunstwerk nun in einem Depot in Florenz vor sich hinschlummern.</p>
<div class="wp-caption alignnone" style="width: 438px"><img title="Michelangelo_Crucifixweb" src="http://www.kirchengucker.de/wp-content/uploads/2012/02/Michelangelo_Crucifixweb.jpg" alt="Das Kruzifix in Santo Spirito" width="428" height="600" /><p class="wp-caption-text">Das Kruzifix in Santo Spirito</p></div>
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		<title>Die Welt der Zisterzienser: Eine Website zeigt Klöster und Bräuche</title>
		<link>http://www.kirchengucker.de/2012/02/25/die-welt-der-zisterzienser-eine-website-zeigt-kloster-und-brauche/</link>
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		<pubDate>Sat, 25 Feb 2012 19:57:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Linkempfehlungen]]></category>
		<category><![CDATA[Neuigkeiten]]></category>

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		<description><![CDATA[Sicherlich haben wir beim Kirchengucken schon eine Vielzahl von Zisterzienserklöstern in Deutschland, Frankreich und in anderen Teilen Europas betreten und betrachtet. Dennoch haben wir nur einige der Klöster gesehen, die auf der Website „Cistercium &#8211; Die Welt der Zisterzienser“ vorgestellt &#8230; <a href="http://www.kirchengucker.de/2012/02/25/die-welt-der-zisterzienser-eine-website-zeigt-kloster-und-brauche/">weiter lesen</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Sicherlich haben wir beim Kirchengucken schon eine Vielzahl von Zisterzienserklöstern in Deutschland, Frankreich und in anderen Teilen Europas betreten und betrachtet. Dennoch haben wir nur einige der Klöster gesehen, die auf der Website „Cistercium &#8211; Die Welt der Zisterzienser“ vorgestellt werden.</p>
<p>Die Internetseite bietet einen guten Einstieg in das Thema. Von der Entstehung der Ordensgemeinschaft, der Architektur und der Funktion der Klosteranlagen wird in kurzen und längeren Texten informiert. Zudem lassen sich neben der Vorstellung der Abtei des Monats mit Bildern auch noch weitere Klosterporträts mit Informationen zur Gründungszeit, heutiger Nutzung und Ortsangaben von Mönchs- und Nonnenklöster finden.</p>
<p>Die Internetseite wird von einem evangelischen Theologen betrieben, der mit viel Fleiß und spürbarer Freude sämtliche Informationen und Bilder zusammen getragen hat. Manche Bilder sind recht klein und die Bildqualität nicht immer gut, dennoch macht es Spaß, die Bilder dank der vielen neuen Perspektiven anzuschauen. Sehr positiv zu Erwähnen ist, dass die Seite teilweise ins Italienische, Französische und Englische übertragen wurde.</p>
<p>Viel Spaß beim Entdecken der Seite <a href="http://www.cistercium.info/infos/cistercium.html">www.cistercium.info</a>.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Die h-Moll Messe im Mittelpunkt der Stuttgarter Bachwoche 2012</title>
		<link>http://www.kirchengucker.de/2012/02/23/die-h-moll-messe-im-mittelpunkt-der-stuttgarter-bachwoche-2012/</link>
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		<pubDate>Thu, 23 Feb 2012 20:58:50 +0000</pubDate>
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				<category><![CDATA[KirchenKultur]]></category>
		<category><![CDATA[Musik und Konzerte]]></category>
		<category><![CDATA[Neuigkeiten]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Messe h-Moll von Johann Sebastian Bach (1685-1750) ist eine Besonderheit im Schaffenswerk von Bach. Am Ende benötigte Bach doch fast 26 Jahren für die Entstehung der lateinischen Messe in vier Teilen, die sich aus der Kyrie-Gloria-Messe aus dem Jahre &#8230; <a href="http://www.kirchengucker.de/2012/02/23/die-h-moll-messe-im-mittelpunkt-der-stuttgarter-bachwoche-2012/">weiter lesen</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Messe h-Moll von Johann Sebastian Bach (1685-1750) ist eine Besonderheit im Schaffenswerk von Bach. Am Ende benötigte Bach doch fast 26 Jahren für die Entstehung der lateinischen Messe in vier Teilen, die sich aus der Kyrie-Gloria-Messe aus dem Jahre 1733, verschiedenen früheren Werken, Kantanten sowie Ergänzungen zusammensetzt. Vielleicht ist Bachs letztes Chorwerk sein musikalisches Vermächtnis.</p>
<p>Um das musikalischen Vermächtnis vielleicht zu verstehen und nach zu empfinden, bietet sich die diesjährige Bachwoche Stuttgart 2012 an. Die Woche steht ganz im Zeichen der Messe h-Moll (1723-1749). Um Bachs Geburtstag (am 21. März) herum finden in der Internationalen Bachakademie Stuttgart zahlreiche Meisterkurse, Proben, Vorträge und Podiumsdiskussion, Gesprächskonzerte zur Musikvermittlung auf höchstem Niveau statt. Alle Kurse und Proben sind öffentlich. Den Abschluss der Bachwoche bildet die Gesamtaufführung der Messe h-Moll in der Stuttgarter Markuskirche am 24.03.2012. Anschließend geht das Junge Stuttgarter Bach-Emsemble und Teilnehmern der Meisterkurse auf eine Italien-Tournee.</p>
<p>Die <a href="http://www.bachakademie.de/828.html">Bachwoche Stuttgart 2012</a> findet vom 17. &#8211; 25. März 2012 statt.</p>
<p>Noch ein kleiner Nachtrag zur Messe h-Moll:  Erstaunlich ist auch, dass weder ein äußerer Anlass, für den der bekennende Lutheraner Bach die Messe anfertigte, noch ein Auftraggeber für die katholische Messe oder eine Aufführung des Gesamtwerkes vor 1750 bekannt sind. Die erste vollständige Aufführung fand am 10. April 1859 in Leipzig statt.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Kathedrale von Soissons</title>
		<link>http://www.kirchengucker.de/2012/02/22/kathedrale-von-soissons/</link>
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		<pubDate>Wed, 22 Feb 2012 19:57:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Neuigkeiten]]></category>
		<category><![CDATA[Schöne Grundrisse]]></category>

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		<description><![CDATA[Auf den allerersten (wirklich nur den allerersten Blick) zeigt die den doch recht unbekannten Heiligen Gervasius und Protasius gewidmete Kathedrale von Soissons in Nordost-Frankreich einen klassischen Grundriss: Links (im Westen) das Westwerk mit den Türmen und den dazugehörigen Mauern. Das &#8230; <a href="http://www.kirchengucker.de/2012/02/22/kathedrale-von-soissons/">weiter lesen</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Auf den allerersten (wirklich nur den allerersten Blick) zeigt die den doch recht unbekannten Heiligen Gervasius und Protasius gewidmete Kathedrale von Soissons in Nordost-Frankreich einen klassischen Grundriss: Links (im Westen) das Westwerk mit den Türmen und den dazugehörigen Mauern. Das Langhaus dreischiffig, ein Querhaus und im Osten ein Chor mit Chorumgang und Chorumgangskapellen. Das ist fast schönste französische Kathedralgotik.</p>
<p>Auf den zweiten (oder späten ersten) Blick sieht man jedoch, dass zumindest schon einmal das südliche Querhaus nicht ganz zum Rest passt. Doch schauen wir zunächst auf die übrigen Bauteile.</p>
<p>Das Langhaus offenbart deutlich nicht nur die Gotik, sondern mit den vierteiligen, längsgezogenen Gewölbefeldern bereits die Hochgotik. In der Tat liegt der Baubeginn des Langhauses kurz nach 1190. Die völlige Gleimäßigkeit des Grundrisses bis in den Chor, deutet darauf hin, dass die Kirche in diesen Bereich mehr oder weniger in einem Rutsch ohne große Stilbrüche erbaut wurde. Begonnen wurde wahrscheinlich &#8211; wie üblich &#8211; mit dem Chor.</p>
<p>Nicht ganz zu den Proportionen des Langhauses scheint hingegen das nördlich Querhaus zu passen. Insgesamt sind die Formen größer und vielleicht sogar etwas gröber und kantiger. Tatsächlich stammt das nördliche Querhaus aus dem 14. Jahrhundert.</p>
<p>Eindeutig nicht zum Rest passt das südliche Querhaus. Dieses wiederum ist nun der älteste Teil der Kathedrale und entstand bis 1180 ganz im Stil der französischen Frühgotik. An das südliche Querhaus schließt eine Kapelle an.</p>
<p>Die Westfassade wurde übrigens auch im Wesentlichen im 14. Jahrhundert erbaut, erfuhr aber im 18. und 19. Jahrhundert tiefgreifende Umbauten.</p>
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