Das Gewölbe ist die gekrümmte gemauerte Massivdecke eines Raumes, die es erlaubt größere Räume ohne Pfeiler zu überdecken. Ein Gewölbe wird in der Regel aus (Keil-)Steinen errichtet, die sich gegenseitig abstützen. Die Steine verspannen sich zwischen Widerlagern (zum Beispiel Mauern und Pfeilern) und werden untereinander nur auf Druck beansprucht. Die Widerlager nehmen die auftretenden vertikalen Kräfte und die erheblich auftretenden Horizontalkräfte auf.
Die Gewölbeteile werden ähnlich wie bei Mauerbögen bezeichnet. Die untersten Mauerstücke, zwischen den sich das Gewölbe aufspannt, werden Widerlager genannt. Der oberste Stein des Gewölbes wird Schlussstein genannt. Die untere Fläche, also die innere Wandung, heißt Laibung und die obere Fläche ist der Rücken. Bei den Wänden, die das Gewölbe umfassen, wird zwischen Widerlagermauer und Stirnmauer (auch Schildmauer genannt) unterschieden. Die Widerlagermauern tragen das Gewölbe. Die Stirnmauern bilden den vorderen und hinteren senkrechten Abschluss des Gewölbes.
Alle Gewölbeformen können auf zwei Grundformen: das Tonnengewölbe und das Kuppelgewölbe zurückgeführt werden. Bei einem Tonnengewölbe wölbt sich die Decke zylindrisch, also das Gewölbe wird zwischen zwei gleich hohen parallelen Widerlagern erbaut. Bei Kuppelgewölben ist die Fläche kugelförmig gewölbt.
Siehe auch Artikel Gewölbe unter KunstwerkKirche