Ancienne Abbaye Saint-Jean-des-Vignes , Soissons , Frankreich

In der Regel sind Ruinen nicht sehr ansehnlich, es sei denn, es sind Burgen und sie liegen auf einem Berg. Besonders die Ruinen von Kirchen machen oft einen traurigen Eindruck und lassen oft nur wenig vom Glanz der unzerstörten Kirche erahnen. Ganz anders wirken die Überreste der Abtei Saint-Jean-des-Vignes in Soissons schon beim ersten Anblick. Das kann natürlich auch daher rühren, dass der “Rest” der Abtei kaum Rest genannt werden kann.

Die Abtei Saint-Jeans-des-Vignes wurde 1076 gegründet. Im 13. und 14. Jahrhundert ermöglichten zahlreiche Spenden, unter anderem der französischen Könige, den Mönchen den Bau einer imposanten Abteikirche und der Klosterkirche.

Beeindruckendstes Überbleibsel dieser Bauten ist das heute noch fast vollständig erhaltene Westwerk der Abteikirche. Dabei stammen die Portale aus dem 13., die Fassade aus dem 14. und die Glockentürme aus dem 15. Jahrhundert. Die Fensterrose hat ihr Maßwerk in den Jahrhundert allerdings verloren. Erhalten geblieben sind aber noch einige Statuen, die unter anderem die Jungfrau Maria darstellen.

Einen sehr schönen Raum stellt das vollständig erhaltene Refektorium (Speisesaal) des Klosters dar. Das Gebäude und die Gewölbe stammen aus dem 13. Jahrhundert. Besonders die Kapitelle der Säulen zeigen einen schönen Blattschmuck.

Unterhalb findet man den Vorratskeller des Klosters. Auch hier ist ein schönes Kreuzrippengewölbe erhalten. Vom Kreuzgang sind noch zwei Flügel aus dem 14. Jahrhundert zu sehen. Feine Blumen- und Tiermotive schmücken noch heute die Kapitelle.

Bereits im Laufe des 18. Jahrhunderts verlor das Kloster, das einst eines der reichsten Frankreichs war, an Bedeutung. Nach der französischen Revolution wurde es als Kaserne genutzt und im 19. Jahrhundert ein Arsenal eingebaut. Die Kirche selbst wurde – abgesehen von der Fassade – als Steinbruch für die Reparaturen an der Kathedrale von Soissons abgebrochen.

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